Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel TSC Zweibrücken: Die Lebensversicherung „funktioniert irgendwie“

Das 2:1 durch Erik Bischof (links), der Hinterweidenthaler Daniel Tretter kommt zu spät.
Das 2:1 durch Erik Bischof (links), der Hinterweidenthaler Daniel Tretter kommt zu spät.

Erik Bischof ist nicht richtig fit, sichert aber den TSC Zweibrücken einen 2:1-Heimsieg in der Fußball-Landesliga.

Als sich Erik Bischof am Freitagabend nach dem Schlusspfiff rücklings auf den Rasenplatz am Wattweiler Berg legte und kräftig durchschnaufte, schritt TSC-Trainer Björn Klos zu seinem Stürmer und beugte sich über ihn. Später berichtete Klos, was das Gesprächsthema war. „Ich habe ihm gesagt, dass all seine Getränke heute Abend auf mich gehen. Im Moment ist er unsere Lebensversicherung. Wie er heute die zwei Tore macht, das ist schon à la bonne heure“, lobte der Coach seinen Doppeltorschützen beim 2:1 (0:1) vor 145 Zuschauern gegen den SV Hinterweidenthal. Vier Bischof-Treffer in den vergangenen drei Spielen bestätigen diese Worte.

Trotz aller Huldigungen bleibt Bischof bescheiden und sieht weiter harte Arbeit auf das Team zukommen: „Es war heute einfach kein gutes Spiel, in der ersten Halbzeit hatte es kein Landesliganiveau – nur Abnutzungskampf. Es spricht Bände, wenn du durch zwei, drei ordentliche Spielzüge und Flanken gewinnst. Wir hatten das Quäntchen mehr Glück.“ Nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch aus der Vorsaison sieht sich der frühere VTZ-Gerätturner und Verbandsligafußballer des FK Pirmasens II erst bei 70 Prozent seines Leistungsvermögens. In Sprints und Laufduellen fehlen ihm die Spritzigkeit und die frühere Geschwindigkeit. Er selbst betitelt es als „unrund laufen“.

„Bin komplett fertig“

„Ich bin komplett fertig, ich plage mich seit dem letzten Spiel mit einer leichten Zerrung, habe Wärmesalbe auf dem Oberschenkel, eine extra Hose an und bin getapt, aber es funktioniert irgendwie“, bemerkte er. Aus seiner (noch) nachweisbaren persönlichen Eingeschränktheit macht er eine Tugend. „Ich habe mein Spiel angepasst, zeige mittlerweile mehr Präsenz im Strafraum, klemme mehr den Ball und verlängere ihn auch mal und versuche so, Torgefahr auszustrahlen und weniger über tiefe Wege zu kommen.“ Dies zu zeigen, dafür fehlte ihm und seiner Mannschaft allerdings vor allem im ersten Durchgang die richtige Spielanlage dazu.

Der Landesligist aus dem Stadtteil Bubenhausen hatte vielleicht optisch etwas mehr die Kontrolle als der Tabellenletzte aus dem Wasgau, allerdings ohne wirklich die Oberhand zu haben. Die Gäste, die tief und massiert standen und mit Torjäger und Co-Spielertrainer Felix Burkhard nur einen Mann vorne lauern hatten, wurden nicht in defensive Bedrängnis gebracht. Die Stürmer Bayer und Bischof hingen in der Luft. Lange Bälle, sicherlich auch dem schwer bespielbaren Untergrund geschuldet, fanden nie ihr Ziel.

Klos wird laut

Nur dreimal (6., 18. und 36.) wurde ein Passspiel von der Abwehr übers Mittelfeld und die Außen ins Zentrum vom TSC aufgezogen. Dabei war direkt die Limitierung der Hinterweidenthaler zu sehen, die bei schnell durchgesteckten Abspielen handlungslangsam waren und sich nur durch Fouls zu helfen wussten.

Die Zweibrücker erkannte dies aber offenbar nicht. „Die Leistung in der ersten Halbzeit war aus meiner Sicht eine Frechheit. Das hab’ ich in der Kabine lautstark kundgetan. Keine Abläufe stimmten, nie hatten wir den Ball länger in den eigenen Reihen. Dadurch brachten wir den Gegner auch nicht in Bewegung. Dann tun wir uns einfach schwer, weil wir auch nicht besser als Hinterweidenthal sind“, monierte Klos.

Entscheidender Vierfachwechsel

Den endgültigen Tiefpunkt des schwachen Auftritts in Durchgang eins war das 0:1 durch den Kopfballtreffer des Hinterweidenthalers Robin Tretter in der 44. Minute. Kopfschüttelnd erlebte TSC-Spielführer Tobias Schön, nach einem Riss des Außen- und Syndesmosebands im linken Fuß nur Zuschauer, von der Bande aus den Rückstand aus dem Nichts.

Erst mit dem Vierfachwechsel nach 60 Minuten (Mirko Tüllner für Robin Jung, Marc Brünisholz für Tom Dahler, Elias Schwarzberg für Jan Tüllner und Jonas Schäfer für Tim Schadrin) und der damit einhergehenden Systemumstellung auf einen Drei-Mann-Sturm mit Fabian Bayer und Mirko Tüllner auf den Seiten sowie Bischof im Zentrum kam der TSC zu Abschlüssen.

Von der Schulter ins Tor

Bayer tankte sich auf rechts durch und flankte auf Bischofs Stirn, an den Aufsetzer kam SVH-Torwart Jonas Jung nur noch mit den Fingerspitzen dran – 1:1 (70.). Damit gaben sich die Platzherren nicht zufrieden. „Beim zweiten Treffer rutscht mir der Ball vom Kopf auf die Schulter und wird mit der Bogenlampe für den Torwart unerreichbar“, beschrieb Doppeltorschütze Bischof das 2:1 (78.) aus seiner Sicht. Den Assist durfte sich Mirko Tüllner zuschreiben, der entscheidend nachgesetzt und geflankt hatte.

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