Radsport RHEINPFALZ Plus Artikel Trofeo-Einzelzeitfahren am 11. Juni mitten in Zweibrücken

Mit vielen Zaungästen: Auch im Jahr 2004 rollte der Trofeo-Tross schon durch Zweibrücken. Damals gab es eine Sprintwertung am Sc
Mit vielen Zaungästen: Auch im Jahr 2004 rollte der Trofeo-Tross schon durch Zweibrücken. Damals gab es eine Sprintwertung am Schloss.

Wer bei Organisator Wolfgang Degott dieser Tage im Büro anruft, telefoniert ins Leere. Aber nicht nur, weil der 65-Jährige in Sachen Planung des Radrennens LVM Trofeo Saarland ständig auf Achse ist. Sondern auch, weil der Kulturamtsleiter der Gemeinde Gersheim seit Januar im Ruhestand ist. Er hat jetzt also noch viel mehr Zeit für neue Ideen.

Eine davon betrifft Zweibrücken: Denn am 11. Juni rollt das Trofeo-Peloton tatsächlich nicht nur durch die Stadt. Vielmehr ist der Herzogplatz direkt vor dem Rathaus Start- und Zielort des Einzelzeitfahrens. „Wir wollten Zweibrücken als Stadt schon lange wieder mal dabei haben“, sagt Wolfgang Degott dazu, dass die Rundfahrt für A-Junioren (Jahrgang 2004/05), ein internationales Rennen der UCI-Serie Nations’ Cup, mal wieder Station in der Pfalz macht. Zuletzt war die jahrelang traditionelle Pfalzetappe von Homburg über Mörsbach und Käshofen zurück nach Homburg gestrichen worden, weil sich der frühere Sponsor Karlsberg-Brauerei zurückgezogen hatte.

Eine Etappe mit Start und Ziel in Zweibrücken gab es jedenfalls, so Degott, bei der Trofeo-Rundfahrt bisher seit ihrem Beginn 1988 noch nicht. „Beim Oberbürgermeister Marold Wosnitza haben wir mit der Idee für die Etappe offene Türen eingerannt. Wir hatten ein paar Varianten für das Zeitfahren, letztlich ist es stark an der Innenstadt orientiert geblieben“, sagt Degott im neuen Look mit grauem Vollbart. „Früher hab’ ich mir so was nur im Urlaub stehen lassen und danach wieder abrasiert. Aber jetzt hab’ ich ja immer Urlaub“, meint er lachend. Im Januar ist Degott bei der Gemeinde Gersheim in Rente gegangen. Dort, wo er vor 45 Jahren seine Lehre gemacht hat und seit 35 Jahren Kulturamtsleiter war.

Steil nach Mörsbach rauf, steil bei der Fachhochschule runter

Zuletzt muss die Trofeo laut Degott im Jahr 2007 oder 2008 Zweibrücken gestreift haben. „Das weiß ich noch genau, weil ich im Auto direkt hinter dem späteren Weltmeister Peter Sagan war, als der die Straße hoch zur Fachhochschule richtig abging“, erinnert er sich.

Diesmal führen die 14 Kilometer vom Herzogplatz erst flach nach Niederauerbach, dann steil hinauf in Richtung Mörsbach und über die Fachhochschule steil abwärts wieder zurück zum Ziel Herzogplatz. „Es ist ein sehr schweres Zeitfahren, das noch mehr Einfluss auf die Gesamtwertung hat als sonst“, meint Ex-Weltmeister Andreas Walzer am Donnerstag bei der Streckenvorstellung im Gersheimer Kulturhaus. „Es sind mindestens 150 Höhenmeter zu bewältigen, die Fahrer sind im Schnitt etwa 47 Stundenkilometer schnell, die Ersten sind wohl nach 17 Minuten wieder da“, führt Walzer weiter aus, der erstmals als Rennleiter fungiert.

Müller gibt Zepter an Walzer weiter

Denn neben Wolfgang Degott hatte auch noch ein anderer eine Idee: Rennkommissär Albert Müller aus Contwig macht Schluss. Bei der Trofeo steht er noch beratend zur Verfügung, die Europameisterschaft in München im August soll dann allerdings das letzte Rennen für den 70-jährigen Funktionär sein. Ein bisschen wehmütig ist er schon, freut sich aber zum Beispiel auf den großen Truck mit riesiger Rampe, von der die A-Junioren auf dem Herzogplatz starten. „Das ist dann schon wie bei der Tor de France“, findet er.

14 der 432 Kilometer, die die 22 Teams aus 17 Nationen um Nations-Cup-Vorjahressieger Norwegen, Dänemark, Belgien, Italien, die deutsche Nationalmannschaft und etliche mehr an vier Tagen auf fünf Etappen angehen, führen also mitten durch Zweibrücken – vielleicht entscheidet sich genau hier die Rundfahrt.

Trofeo-Etappen 2022

Etappe 1, Donnerstag, 9. Juni: Bliesbruck-Reinheim - Neunkirchen-Furpach, Straßenrennen, 98 Kilometer

Etappe 2, Freitag, 10. Juni: Friedrichsthal - Bexbach, Straßenrennen, 89 km

Etappe 3.1, Samstag, 11. Juni: Zweibrücken, Einzelzeitfahren, 14 km

Etappe 3.2, Samstag, 11. Juni: Aßweiler - Bitche (Frankreich), Straßenrennen, 115 km

Etappe 4, Sonntag, 12. Juni: Gersheim - Gersheim, Straßenrennen, 116 km

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