Basketball RHEINPFALZ Plus Artikel Trierer Zonendeckung bricht VT Zweibrücken das Genick

Hier trifft Johannes Meenken (Nummer 15, in schwarz) per Korbleger gegen den Trierer Dionis Jashari. Als die Gäste nach der Paus
Hier trifft Johannes Meenken (Nummer 15, in schwarz) per Korbleger gegen den Trierer Dionis Jashari. Als die Gäste nach der Pause aber ihre Defensivtaktik änderten, erlahmte das Angriffsspiel der Zweibrücker.

Ein starkes erstes, ein schwaches drittes Viertel: Die VTZ zeigt mal wieder zwei Gesichter und verliert den Oberliga-Krimi gegen Trier hauchdünn mit 74:76.

Fast wäre den Basketballern der VT Zweibrücken am Sonntagnachmittag die Revanche für die deftige 76:97-Hinspielniederlage in Trier gelungen. Doch daraus wurde nichts, mit 74:76 (20:14, 41:30, 51:53) unterlag das VTZ-Team im Rückspiel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar denkbar knapp der Mannschaft des MJC Trier.

„Wir haben wieder zwei unterschiedliche Gesichter gezeigt, wie schon so oft in der laufenden Saison“, beschrieb Zweibrückens Spielertrainer Aykut Bozdemir den gebrauchten Tag seiner Mannschaft in der Zweibrücker Ignaz-Roth-Sporthalle. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und zur Pause verdient mit 41:30 geführt“, lobte der Zweibrücker Coach sein Team zunächst für die Leistung in dieser Phase, in der gut verteidigt wurde und auch offensiv vieles gelang. Vor allem im zweiten Viertel gelang den Zweibrücker Korbschützen fast alles. Es wurde traumhaft kombiniert, die Spieler waren treffsicher aus allen Lagen.

Schon mit 20 Punkten Vorsprung geführt

Auch das aggressive Pressing in der Verteidigung funktionierte sehr gut. So führten die VTZ-Basketballer Mitte des zweiten Viertels kurzzeitig sogar mit 20 Punkten Differenz (38:18). Und immerhin noch mit einem komfortablen Elf-Punkte-Vorsprung (41:30) ging die Zweibrücker dann noch in die kurze Halbzeitpause.

Dass seine Mannschaft in der laufenden Saison aber so unterschiedliche Leistungen zeigt, war nach Spielschluss auch für Zweibrückens Top-Scorer Tim Burkholder ein Rätsel, das er nicht erklären konnte. „Wir haben bis zur Halbzeit ein gutes Spiel abgeliefert, haben sehr mannschaftsdienlich gespielt, gut verteidigt und auch im Abschluss gut getroffen“, sah der Lehrer am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium sein Team bis zu diesem Zeitpunkt auf einem guten Weg.

VTZ-Schwächung: Gilles muss nach Foul fünf raus

„Aber nach der Pause hat Trier auf Zonendeckung umgestellt“, beschreibt der VTZ-Basketballspieler diese Phase nach der Pause. „Und wir haben als Mannschaft keine Lösungen gegen das Zonenspiel gefunden.“ In dieser sehr schwachen Phase im dritten Viertel, das Zweibrücken mit 10:22 verlor, kam der Gast aus Trier immer besser ins Spiel, während bei der heimischen Mannschaft so gut wie nichts mehr zusammenlief. Trier holte Punkt für Punkt auf, während sich bei der VTZ die Fehlwürfe summierten. Und es gelangen auch kaum noch Rebounds unter dem Korb. So führten am Ende des dritten Viertels plötzlich die Trierer Basketballer mit 53:51 – verdient.

Ins Schlussviertel kamen die VTZ-Basketballer dann wieder besser rein. Burkholder erzielte dabei kurz hintereinander zwei Drei-Punkte-Würfe, brachte dadurch etwas mehr Ruhe ins Zweibrücker Spiel. Auch Centerspieler Leon Gilles setzte sich mehrfach erfolgreich unterm Korb durch. Gilles musste kurz darauf nach seinem fünften Foul allerdings das Feld verlassen, eine Schwächung für Zweibrücken.

Coach Bozdemir moniert: Nicht clever verteidigt

Es blieb spannend bis zum Schluss, kein Team konnte sich absetzen. Durch einen erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf konnte Luca Höchst zum 68:68 ausgleichen. Höchst war am Ende mit 18 Punkten der treffsicherste VTZ-Schütze. Zweitbester Punktesammler war Burkholder (16). Das Spiel war jetzt auf Messers Schneide, 20 Sekunden vor Spielende stand es 74:74. Zweibrücken schaffte es aber nicht mehr, in die Verlängerung zu kommen, denn mit einer Einzelleistung erzielte Triers Marc Ernst den Treffer zum 76:74 für die Gäste-Mannschaft, die dadurch – etwas glücklich – zwei Punkte mitnahm.

„Am Ende waren wir nicht clever genug im Verteidigen“, kritisierte VTZ-Coach Bozdemir die taktische Einstellung seiner Mannschaft. „Einige meiner Spieler wussten nicht, gegen welchen Trierer Spieler sie verteidigen sollen, hatten auch keinen Plan gegen die Zonenverteidigung.“ Das Zittern der VTZ im Abstiegskampf geht also weiter, am Wochenende steht beim saarländischen TV Illingen ein schweres Auswärtsspiel an. Nur noch sechs Spiele hat die VTZ vor der Brust, um den Klassenverbleib zu sichern. „Es wird ganz schön eng“, weiß Tim Burkholder, der aber optimistisch bleibt und auch auf Schützenhilfe anderer Teams hofft.

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