Zweibrücken Trendwende bei Terex?

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ZWEIBRÜCKEN. Nach fünf Jahren rückläufiger Umsätze mehren sich die Anzeichen, dass der Kranbauer Terex die Wende in Zweibrücken geschafft hat. „Wenn jetzt kein Einbruch mehr kommt, der sich nicht abzeichnet, werden wir 2015 mit einer etwa fünf prozentigen Umsatzsteigerung gegenüber 2014 abschließen. Wir gewinnen Vertrauen bei den Kunden zurück und damit auch Aufträge“, sagt Standort-Chef Klaus Beulker. Positive Nachricht: 2016 will Terex wieder rund 25 Lehrlinge einstellen, nach nur 13 in diesem Jahr.

Seit Juli vergangenen Jahres hat der 49 Jahre alte gebürtige Westfale die Verantwortung für den größten Arbeitgeber der Stadt und den Mitarbeiter stärksten Standort im Terex-Konzern. 1622 Mitarbeiter arbeiten an der Dinglerstraße, am Wallerscheid und in Bierbach. Vor fünf Jahren waren es noch 1950 unbefristete eigene Mitarbeiter, dazu rund 500 Befristete und Leiharbeiter. „Der Standort hat schwierige Zeiten durchgemacht, auch mit den bitteren Entscheidungen des Personalabbaus. Umso mehr freut es uns, dass alles auf eine Kehrtwende hindeutet. Ich bin vorsichtig, will nichts versprechend, aber es geht wieder in die richtige Richtung. Das kommende Jahr planen wir wie das laufende“, sagt Beulker.Die Beschäftigung, die Auslastung der drei Werke, sei so gut, dass eine Aufgabe des Stahlbaus Bierbach „kein Thema ist“, so Beulker. Ende vergangenen Jahres hatte Terex erwogen, die rund 200 Mitarbeiter auf den Wallerscheid, zu den dort 500 tätigen, zu verlegen und die Produktion im alten Mannesmann-Hallenbau aufzugeben. Man habe dies auch ernsthaft geprüft, verfolge den Plan aber nicht mehr, betont Klaus Beulker. Bei den für 2015 ausgegebenen Jahreszielen, unter anderem die Durchlaufzeiten für den Bau der Raupen- und Autokrane, von Auftragseingang bis zur Auslieferung, zu verkürzen, habe man Fortschritte gemacht. Signifikante sogar bei der Verringerung der Kapital bindenden Materialbestände. All das stärke die Wettbewerbssituation. „Bei den Raupenkranen sind wir in Europa die Nummer eins, bei den Teleskopkranen davon aber weit entfernt. Bei Letzteren haben wir seit 2010 Marktanteile verloren. Zum Teil bewusst, weil wir die Modellgruppen durchforstet haben, bereinigt haben. Weil wir Modelle, mit denen wir kein Geld verdienen, aussortiert haben. Aber es stimmt, wir hatten auch Kunden verloren“, will Klaus Beulker die Situation gar nicht beschönigen. Tiefpunkt war der Ende 2013 erforderliche Abbau von 120 Stellen der Stammbelegschaft. Aber auch aus dieser Situation habe man Lehren gezogen. Viele Tage verbringe er nun bei Kunden oder in Gesprächen mit der Kundschaft im Werk. „Dabei lernt man fachlich, von der Kundenanforderung her, viel. Und sich auch kennen“, sieht Beulker darin eine sehr gute Investition. Für die aktuell gute Beschäftigung sorge insbesondere der vor zwei Jahren bei der Messe Bauma vorgestellte 650-Tonnen-Raupenkran SL 3800. Vom speziell für die Montage von Windkraftanlagen eingesetzten Kran – Hakenhöhe: bis zu 159 Meter – seien in diesem Jahr schon 50 Exemplare verkauft worden. „Mit dem SL, das zeigt sich immer mehr, stehen wir super im Markt“, sagt Beulker. Auch beim seit vergangenen Herbst zu habenden fünfachsigen Teleskop-Autokran „Explorer“ zögen die Verkäufe an. Kommenden April findet die weltgrößte Messe für Baumaschinen, die Bauma, wieder in München statt. Ohne Konkretes preisgeben zu wollen, kündigt der Terex-Standortchef dafür Neuerungen an. Nicht auszuschließen, dass die eingeleitete Kehrtwende mit wieder positiven Kennzahlen, insbesondere einer positiven Umsatzentwicklung, auch wieder zu einem Personalaufbau in Zweibrücken führen wird. Man habe kaum mehr Mitarbeiter mit befristeten Verträgen und auch nur eine marginale Anzahl von Leiharbeitern an Bord. Versprechungen will Klaus Beulker diesbezüglich aber keine machen. Abgesehen vom Beschluss, dass man mit dem Lehrjahr 2016 wieder auf das langjährige Niveau der Ausbildung, rund 25 Azubis pro Jahrgang einzustellen, zurückkehren werde. Auch Industriekaufleute werde man wieder ausbilden. Nach einer Kürzung der Plätze um die Hälfte und eine Konzentration auf die gewerblichen Ausbildungsberufe, hatten vor einem Monat nur 13 Azubis beim fünftgrößten Metallausbilder im Land anfangen können. Am 11. August kündigten Terex und die finnische Konecranes an, sich zusammenschließen zu wollen und aus den zusammen gut 32 000 Mitarbeitern den weitweit größten Maschinenbauer für Hebetechnik zu formen. Kartellbehörden sind zurzeit dabei, jedes einzelne Geschäftsfeld auf seine Marktverträglichkeit hin zu überprüfen. Für den Zweibrücker Standortchef Klaus Beulker ist klar: „Die Fusion wird keine Auswirkungen auf unsere Werke haben. Konecranes baut keine Krane wie die unsrigen.“

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