Zweibrücken Traum vom WM-Start lebt

Giona Dobrani (hier im SV 64-Trikot) steuerte als US-Spielmacher im wichtigen Spiel gegen Kanada sieben Tore zum 25:23-Erfolg be
Giona Dobrani (hier im SV 64-Trikot) steuerte als US-Spielmacher im wichtigen Spiel gegen Kanada sieben Tore zum 25:23-Erfolg bei.

«CONTWIG.» Giona Dobrani, Handballer des Oberligisten SV 64 Zweibrücken, darf wieder von der Teilnahme an einer Junioren-Weltmeisterschaft träumen. „Das wird verdammt schwer, wäre aber mal eine tolle Sache“, sagt Dobrani, der gemeinsam mit der U21-Nationalmannschaft der USA beim Qualifikationsturnier in Chicago jüngst die erste von drei möglichen Hürden auf dem Weg zur U21-WM in Spanien 2019 gemeistert hat.

Mit der U19 der USA hatte Dobrani wie berichtet die WM-Teilnahme im vergangenen Jahr knapp verpasst. Nun, ein Jahr älter, sind die Handballkünste des abwehrstarken Spielers im U21-Juniorenteam gefragt. Nach wie vor ist Dobrani, nun einer der jüngsten Handballer im US-Team, auf der Spielmacherposition gesetzt. „Ist im Verein ja nicht meine angestammte Position, aber es macht Spaß, dort zu spielen“, sagt der 19-Jährige, der in Zweibrücken die linke Außenbahn besetzt. Dort spielt er kommende Saison auch im Oberliga-Team des SV 64. Nach dem zwischenzeitlich abgelegten Abitur am Helmholtz-Gymnasium steht zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) auf Dobranis Plan, dem ein BWL-Studium folgen soll. „Das lässt sich mit dem Handball ganz gut verbinden“, schätzt der 19-Jährige, der über seinen Vater die deutsche und die US-amerikanische Staatsbürgerschaft hat, und hat dabei auch die US-Nationalmannschaft im Blick. Bei den Junioren laufe alles deutlich professioneller ab als bei den U19-Junioren, sagt Dobrani. Das fing schon mit dem Flug zur Auswahl an, der dieses Mal komplett vom US-Handball-Verband bezahlt wurde. Chicago war das Reiseziel. Dort kämpften die US-Boys in der ersten Qualifiktionsrunde ums Weiterkommen im nordamerikanischen Raum. Mit dem Amerikaner Julio Sainz, der kubanische Wurzeln hat und auch schon das US-Frauen-Nationalteam betreute, sowie dem Schweden Pierre Binderis hat Dobrani zwei neue Trainer. Deutlich professioneller, stärker ausgerichtet an internationalen Maßstäben werde bei den U21-Junioren trainiert, findet der Stambacher. So standen in der Vorbereitung auf das Qualifikationsturnier täglich zwei Trainingseinheiten auf dem Plan, damit sich die zum Teil neuformierte U21 besser kennenlernt. Dobrani war nicht der einzige Handballer mit US-Staatsbürgerschaft, der aus Deutschland in die USA flog. Torwart Rene Ingram, der beim HC Erlangen Jugend-Bundesliga spielte, gehörte auch zum US-Aufgebot, bei dem Dobrani spielerisch die Fäden zog. Übrigens erfolgreich: Das Handballteam aus Martinique wurde mit 32:12 geschlagen, Haiti mit 60:13 vom Platz gefegt, und die Dominikanische Republik mit 46:15 abgefertigt. Die Entscheidung, wer sich durchsetzt und die zweite Qualifikationsrunde erreicht, die voraussichtlich im November in Mexiko ausgetragen wird, fiel im letzten Spiel zwischen den USA und Kanada, das zuvor Martinique unterlegen war. Die USA boten, angeführt vom stark spielenden Dobrani, der sieben Tore erzielte, eine sehr gute Leistung, führten bereits zur Halbzeit 16:10. Aber Kanada gab nicht auf. Es entwickelte sich noch ein kleiner Handball-Krimi, den die USA schließlich mit 25:23 für sich entschieden. „Einer von vielen sehr emotionalen Momenten bei dem Turnier“, sagt Dobrani, inzwischen wieder zurück in Deutschland.

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