Zweibrücken Traditions-Bergrennen nach Käshofen vor dem Aus?

Homburg. Das Bergrennen des Homburger Automobilclubs (HAC) von Homburg nach Käshofen steht auf der Kippe: Die verregnete 41. Auflage im Juli riss ein Loch von 10 000 Euro in die Vereinskasse und war ebenso defizitär wie das Rennen 2012.
Die Rücklagen des Clubs sind aufgebraucht. Wegen der angespannten finanziellen Lage strichen die Verantwortlichen des Clubs sogar die Jahresabschlussfeier im Dezember, wo die ehrenamtlichen Helfer des Bergrennens eingeladen sind. Derzeit ist man auf der Suche nach „Rettern“ des Rennens und hat sich eine Frist bis zu einer endgültigen Entscheidung gesetzt. Das Bergrennen in der Saarpfalz ist seit 1974 eine feste Größe im internationalen Motorsportkalender. Rennfahrer und Teams aus zahlreichen europäischen Ländern und dem ganzen Bundesgebiet fanden den Weg nach Homburg. Das 42. Homburger ADAC-Bergrennen im Juli 2015 wurde zwar kurz vor Fristablauf als Wertungslauf zur deutschen und Luxemburger Automobil-Bergmeisterschaft beim Deutschen Motorsport Bund (DMSB) angemeldet. Doch ist es derzeit fraglich, ob auch künftig noch Rennwagen die Käshofer Straße hinaufdonnern. „Die Kosten im Umfeld des Rennens stiegen in den letzten Jahren erheblich an“, sagt HAC-Organisationsleiter Hartmut Schöffler und ergänzt: „Durch das schlechte Wetter und das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft war der Zuschauerzuspruch diesjahr gegenüber dem Regenrennen von 2012 noch geringer“. Das Bergrennen einfach so in der Versenkung verschwinden zu lassen, würde zudem weitere Kosten und Probleme aufwerfen. Mieten für die Fahrerlagerwiese und eine Lagerhalle werden fällig. Wohin mit dem Material für den Streckenaufbau und vor allem mit den Altreifenpaketen? Eine Entsorgung würde den Veranstalter zusätzlich große Summen kosten. In diesen Tagen richtet sich der Fokus der Clubverantwortlichen erst mal auf die Weiterführung des Rennens. Ein klein wenig entspannt hatte sich 2014 das Helferproblem, und Ideen für eine effektiveren Streckenaufbau mit den rund 1200 Reifenstapeln liegen auch in der Schublade. Doch das Risiko für den Verein ohne größere Sponsoren und Gönner ist groß. „Angenommen, das Bergrennen 2015 fällt erneut ins Wasser, wäre das das endgültige Aus für unsere Veranstaltung und ein finanzielles Fiasko für den Verein“, stellt Christoph Baldes, Vorsitzender des Homburger AC, fest. „Das diesjährige Bergrennen schlug natürlich auch auf die Moral der freiwilligen Helfer, und die nicht zu ändernde Situation im unbefestigten Fahrerlager tat ein Übriges.“ Pressesprecher Thomas Bubel ergänzt: „Regenwetter war in den vergangenen 40 Jahren eigentlich nie ein Thema. Im Juli war es oft heiß und staubtrocken.“ (red)