Eishockey
Tolles Tempospiel und technische Feinheiten der „Hornets“
Einem 3:0 (0:0, 0:0, 3:0) am Freitagabend bei den Bietigheim „Steelers“ folgte am Sonntagabend ein deutliches 6:2 (2:0, 4:1, 0:1) im Heimspiel gegen die „Mad Dogs“ Mannheim. Wie souverän das Spiel der Zweibrücker am Sonntag war, zeigte sich daran, dass die beiden besten Mannheimer die Torhüter Alexander Spang und Julian Haas waren.
Zwar begannen die Gäste offensiv und hatten in den ersten Minuten mehr vom Spiel, ein Doppelschlag von Kapitän Stephen Brüstle per Schlagschuss und Erik Betzold stellte aber nach neun Minuten die Weichen für den fünften Heimsieg. Im zweiten Drittel legten Dustin Bauscher, erneut Betzold sowie die Kontingentspieler Joshua Mikes und Dan Radke nach, das Spiel war spätestens nach dem 5:1 entschieden. Immerhin das letzte Drittel ging mit 1:0 an die nie aufsteckenden Gäste aus Mannheim.
Debüt und gleich ein „Shoot-out“
Gefährdet war der Sieg zu keinem Zeitpunkt des Spiels. Neben den sechs Toren verzeichneten die EHC-Cracks auch noch einige Pfosten- und Lattentreffer. Die knapp 500 Zuschauer in der Ice-Arena – erstmals in dieser Saison alle genesen oder geimpft – freuten sich wieder über tolles Tempospiel und technische Feinheiten von Radke, Schreyer, Mikes und Co.
Das Ereignis des Wochenendes war allerdings das Debüt des erst 20-jährigen Sebastian Harth im „Hornets“-Tor am Freitagabend. Nicht nur, dass Harth während der gesamten 60 Minuten Spielzeit klasse agierte, er feierte damit direkt auch einen sogenannten „Shoot-out“ (deutsch: Er blieb ohne Gegentor). Eher selten im Eishockey. „Ich bin heute noch ganz überrascht. Dass wir bei meinem ersten Spiel gewinnen, ist schon ein super Gefühl. Und sogar ohne Gegentor zu bleiben, einfach unfassbar“, blickte Harth nach dem Sonntagspiel – in dem wieder Stammtorhüter Steven Teucke im Kasten stand – zwei Tage später zurück. Umso bemerkenswerter ist dies, weil Harth in der vergangenen Saison nur ein aktives Spiel im 1b-Team der Zweibrücker hatte, danach wurde die Spielzeit abgebrochen.
Harth spielt erst seit sechs Jahren Eishockey
Noch kurioser: Der mittlerweile 20-jährige spielt erst seit etwa sechs Jahren Eishockey. „Ich war in der IGS in Contwig. Damals hatten wir in der siebten Klasse Eishockey als Sportfach. Und weil keiner ins Tor wollte, bin ich rein“, erinnert er sich an seine Anfänge. „Das hat mir so gut gefallen, dass ich in den Verein gegangen bin. Dort hatte ich viele Fürsprecher und Förderer“, nennt er unter einigen anderen seinen jetzigen Trainer Ralf Wolf. Auch so kann eine solide Karriere eines Eishockey-Regionalliga-Spielers also beginnen. Von dem gebürtigen Zweibrücker wird man in Zukunft sicher noch mehr hören.
„Sebastian hat am Freitagabend verdammt gut gehalten. Für sein erstes Spiel kann man fast sagen sensationell“, fand EHC-Trainer Wolf. „Er hatte ja auch noch das Problem, dass wir nur zwölf Feldspieler zur Verfügung hatten. Freitagabendspiele sind immer schwierig, die Spieler kommen oft unmittelbar von der Arbeit, das Warmmachen auf Eis ist zeitlich schwierig. Dazu kamen bei uns aktuell einige Verletzte und verhinderte Spieler. Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis noch beeindruckender.“
Überraschungen durch den EHC Freiburg
In Eishockeyspielen fallen meist viele Tore. Am Freitagabend stand es bis zehn Minuten vor dem Ende aber noch 0:0. „Wir haben defensiver angefangen. Sebastian hat den ersten Schuss stark gehalten, die Verteidigung hat den zweiten geblockt. Ab dann lief es“, sagte Wolf. Die drei „Hornets“-Tore fielen acht Minuten vor dem Ende und die letzten beiden in der Schlussminute.
Am Sonntag geht es zum Spitzenspiel des Tabellenführers zum Zweiten nach Pforzheim. Die „Bisons“ besiegten am Sonntagabend ebenfalls den SC Bietigheim-Bissingen 1b und liegen mit einem Spiel weniger und sechs Punkten Rückstand hinter den „Hornets“. Die Überraschungen des Wochenendes in der Liga waren die beiden Siege des bis dato noch punktlosen Schlusslichts EHC Freiburg beim EC Eppelheim und zu Hause gegen die Stuttgart „Rebels“.
So spielten Sie
SC Bietigheim-Bissigen 1b: Gistr - Shoma-Jakob Kaiser, Feist, Rodriguez, Scheel - Dumont, Quast, Yuma-Samuel Kaiser, Lau, Becker, Heffner, Kürtös, Gießler
EHC Zweibrücken: Harth - Dörr, Brüstle; Genest-Schön, Wendland - Betzold, Schreyer, Radke; Bauscher, Mikes, Lingenfelser; Fellhauer, Engel
Tore: 0:1 Schreyer (52.), 0:2 Schreyer (60.), 0:3 Bauscher (60.) - Strafzeiten: Bietigheim 8 Minuten – Zweibrücken 6 Minuten - Beste Spieler: Heffner, Gistr - Harth, Brüstle, Schreyer - Zuschauer: 62 - Schiedsrichter: Veser, Musaccio (Freiburg/Schwenningen).
EHC Zweibrücken: Teucke, Harth (n.e.) - Dörr, Brüstle, Genest-Schön, Wendland, Moritz Linnebacher - Betzold, Radke, Schreyer; Bauscher, Mikes, Lingenfelser; Fellhauer, Engel, Ehrhardt
EKU Mannheim: Spang (ab 41. Haas) - Jandura, Maginot, Kratzmann, Fabian Späth, Ewald, Körner - Saeftel, Martinec, Tobias Späth, Lukas, Krohne, Bachstein, Röscher, Zbaranski, Hochmüller
Tore: 1:0 Brüstle (7.), 2:0 Betzold (9.), 3:0 Bauscher (22.), 4:0 Betzold (26.), 4:1 Fabian Späth (27.), 5:1 Mikes (31.), 6:1 Radke (38.), 6:2 Tobias Späth (52.) - Strafzeiten: Zweibrücken 10 Minuten - Mannheim 14 Minuten - Beste Spieler: Fellhauer, Schreyer, Genest-Schön, Ehrhardt, Mikes - Sang, Haas, Tobias Späth - Zuschauer: 498 - Schiedsrichter: Stromberg (Bitburg).