Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Tod eines 13-Jährigen auf der A 8: Mehr als 200 Hinweise nach „Aktenzeichen XY“

Der Leitende Ermittlungsbeamte Friedrich Pusse von der Zweibrücker Polizei stellte den Fall am Mittwoch im ZDF vor. Im Hintergru
Der Leitende Ermittlungsbeamte Friedrich Pusse von der Zweibrücker Polizei stellte den Fall am Mittwoch im ZDF vor. Im Hintergrund ein Foto der ausgebrannten Harley Davidson nach dem Unfall

Zig geteilte Inhalte auf Nachrichtenportalen, tausende Kommentare. Der Tod eines 13 Jahre alten Jungen aus dem Donnersbergkreis, der am Mittwoch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ erneut behandelt wurde, hat große Resonanz erfahren. Bis Donnerstagnachmittag gingen rund 230 Hinweise bei der Polizei ein, darunter sehr konkrete, wie der Zweibrücker Polizeichef Matthias Mahl auf Nachfrage sagte.

Ein lauter Knall, Funken sprühen. Dann wackelt das Bild und die Szene endet mit einem Motorradhelm, der über die Autobahn rollt. Was folgt, sind die Bilder einer Mutter, die erfährt, dass ihr Mann bei einem Unfall schwer verletzt und ihr Sohn getötet wurde. Es sind emotionale Minuten, in denen das ZDF die Lebensfreude des 13-Jährigen aus dem Donnersbergkreis beschreibt, der bei einem Unfall am 1. Juli 2018 auf der A 8 sein Leben verlor.

Der auch zwei Jahre später noch flüchtige Unfallfahrer, schilderte der Leitende Ermittlungsbeamte Friedrich Pusse später, soll Zeugen zufolge in einem weißen Mercedes, vermutlich eine E-Klasse-Limousine (möglicherweise mit schwarzem Dach), unterwegs gewesen sein. „Wer kennt das Auto“, das an jenem Tag den Unfall veräußerte? „Wer weiß, wo es repariert wurde?“ „Wer kennt jemanden, der so ein Fahrzeug nutzte und dann veräußerte?“, richtete Pusse zahlreiche Appelle an die TV-Zuschauer, um sich dann direkt an den Flüchtigen zu wenden: „Erleichtern Sie Ihr Gewissen und melden Sie sich bei uns. Jetzt ist die Zeit, reinen Tisch zu machen.“

Hinweise zu Kennzeichenfragmenten

Die Bilder und Worte zeigten offenbar Wirkung. Am Ende der Sendung sprach Pusse von einer „enormen Resonanz“: 87 Anrufe und 14 E-Mails zu dem Fall sind während der Ausstrahlung im ZDF-Aufnahmestudio bei München eingegangen. Bis zum Nachmittag des Folgetages erreichten die Polizei rund 230 Hinweise, sagte Matthias Mahl, der Leiter der Zweibrücker Polizeiinspektion auf Anfrage der RHEINPFALZ.

Die Polizei hatte am Morgen mitgeteilt, dass sich etwa die Hälfte der Mitteilungen auf Fahrzeuge und Personen beziehen. „Es sind konkrete Hinweise dabei“, sagte Mahl. Schon am Mittwoch wurde in der ZDF-Sendung betont, dass Zeugen unter anderem Fragmente von Kennzeichen nannten. Dazu konnte sich Mahl nicht äußern. „Das sind Hinweise, die in München im Studio eingegangen sind.“ Die dort im Studio aufgezeichneten Anrufe werde das ZDF erst in den kommenden Tagen an die Zweibrücker Polizei schicken, so Mahl. „Erst dann werden wir einen vollständigen Überblick haben.“

Ermittlungsgruppe wird vergrößert

Wegen der Flut an Tipps und Hinweisen wird die Ermittlungsgruppe wieder vergrößert. Mahl geht davon aus, dass „wohl drei Kollegen“ Friedrich Pusse beim Abarbeiten der Hinweise unterstützen werden. Zunächst soll abgeglichen werden, welche der konkreten Hinweise in den vergangenen 27 Monaten vielleicht schon einmal überprüft worden sind. „In einem zweiten Schritt überprüfen wir die dazu vorliegenden Ermittlungsergebnisse unter Einbeziehung der neuen Hinweise zu denselben Fahrzeugen oder Personen im Hinblick auf ihre Plausibilität“, so die Polizei weiter.

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