Basketball
Tim Burkholders neuer Lieblingsplatz ist unterm Korb
Eigentlich könnte Tim Burkholder mit seiner Leistung in der wegen der Corona-Krise abgebrochenen Basketball-Saison 2019/20 sehr zufrieden sein: Mit 270 Punkten in 14 Spielen (19,3 Punkte im Schnitt pro Spiel) war er nicht nur Top-Scorer der VT Zweibrücken, sondern auch in der gesamten Landesliga Rheinhessen-Pfalz. Trotz des persönlichen Erfolgs bedauert Burkholder aber die Tatsache, dass es für seine Mannschaft, die VTZ-Korbjäger, am Ende nicht zum Aufstieg, sondern nur zu Platz zwei gereicht hat. „Der Nichtaufstieg wurmt mich auch jetzt immer noch“, ärgert er sich.
Auslandsaufenthalt fürs Studium vorerst verschoben
„Die Schuld liegt aber auch ein bisschen bei uns“, gibt er zu, „denn wir haben mehrere Chancen auf den Aufstieg verspielt.“ Besonders der verlorene direkte Vergleich mit dem punktgleichen Team von Aufsteiger TV Kirchheimbolanden schmerzt laut Zweibrückens dynamischem Angreifer. Inzwischen, nachdem der erste Frust verflogen ist, widmet sich der 25-Jährige wieder mehr seinem beruflichen Werdegang. Sein Lehramtsstudium findet zurzeit aber nicht im Vorlesungssaal der Universität, sondern wegen Corona in erster Linie zu Hause am Computer statt.
„Ich bin in der Endphase meines Studiums der Fächer Französisch und Englisch, muss mir jetzt noch ein Thema für die Abschlussarbeit aussuchen. Mir fehlt auch noch ein dreimonatiger Auslandsaufenthalt für Englisch, den ich wegen der aktuellen Situation verschieben musste. Für Französisch war ich im Jahr 2018 schon in Paris“, gibt Burkholder Einblick in den aktuellen Stand seines Studiums.
Burkholder will junge VTZ-Talente fördern
Auch sonst wird dem jungen Studenten nicht langweilig, er hat sich auf die Fahne geschrieben, in der Zweibrücker Basketballszene etwas für die Jugend zu tun. Unterstützt wird er dabei von seinem VTZ-Teamkollegen Jan Pichocki. „Wir haben momentan einen guten Zulauf an jungen Spielern, deren Talente wir fördern wollen. Zu unserem Konzept gehört, neben dem Training mit dem Ball, auch das allgemeine Grundlagentraining, zu dem wir viermal in der Woche in der LAZ-Leichtathletikhalle zusammenkommen.“ Ziel sei es, mit den beiden Teams der U14 und U16 kontinuierlich aufzusteigen. „Vielleicht schaffen wir es mit der U14 sogar bis in die Oberliga“, sagt Burkholder hochmotiviert.
Erfahrung im Training mit Jugendlichen hat er schon zu seiner Zeit als langjähriger Handballer gesammelt. Mit zwölf Jahren hat er selbst beim SV 64 Zweibrücken mit dem Handballspielen angefangen. Auch Schwester Elisa (22), die aktuell beim 1. FSV Mainz 05 in der Frauen-Bundesliga spielt, hat sich in das Spiel mit dem Handball verliebt. „Wenn Elisa ab und an in Zweibrücken ist, trainieren wir zusammen. Dann aber meistens mit dem Basketball, wo meine Chancen größer sind“, sagt der große Bruder schmunzelnd.
Drittbester Distanzschütze der Landesliga
Dass Tim Burkholder dem Handball inzwischen nicht mehr verbunden ist, hat mit einer Schulterverletzung zu tun. „Ich war nach meinem Abitur am Zweibrücker Helmholtz-Gymnasium auf einem guten Weg, im Handball etwas zu erreichen, hatte auch Einsätze in der Jugend-Nationalmannschaft“, sagt er rückblickend. „In dieser Zeit bin ich in die Dritte Liga zum HBW Balingen gewechselt, wo ich leider wegen Knieproblemen nicht so oft zum Einsatz kam. Das hat mich auch zur Rückkehr zum SV 64 Zweibrücken bewogen.“ Vor drei Jahren habe ihn dann eine schwere Schulterverletzung erwischt, „die mir wettkampfmäßigen Handballsport nicht mehr erlaubte.“
So kam für den athletischen Spieler als Alternative nur Basketball in Frage. Inzwischen ist Burkholder zum Stammspieler der VT Zweibrücken gereift, wo er dank seiner Physis und seines Durchsetzungsvermögens prädestiniert ist für Eins-gegen-Eins-Situationen unter dem Korb und bei Fastbreaks nach Ballgewinnen unter dem eigenen Korb. Mit 31 verwandelten Drei-Punkte-Würfen war er zudem Drittbester der Distanzschützen der Liga.
Für 2021 in Planung: ein Musical schreiben
Momentan, wo der Beginn der neuen Saison noch in weiter Ferne ist, nutzt der Basketball-Freak jede freie Minute, um sich fit zu halten und dazuzulernen. „Ich fahre ab und zu nach Saarlouis, um mit meinem Freund Ricky Easterling, der aus Baltimore stammt und bei den ,Saarlouis Sunkings’ in der Regionalliga spielt, individuell zu trainieren. Mit ihm kann ich gut das Zweikampfverhalten unter dem Korb üben“, berichtet Burkholder von Sonderschichten in Corona-Zeiten.
Wenn in der knapp bemessenen Freizeit dann noch Zeit übrig bleibt, widmet sich der angehende Gymnasiallehrer einem anderem Hobby. „Mit einigen Freunden zusammen plane ich für 2021, Texte und Songs für ein Musical zu schreiben“, gibt Burkholder Einblicke in andere Fähigkeiten und Genres preis. „Doch all das steckt noch in der Vorplanung. Man muss sehe, wann wir dann den Titel und die Songs dazu fertig haben.“