Kolumne Abseits
Tiktok, viele Tore und zu wenige Schiedsrichter
SVN Zweibrücken: Frage der Woche auf Tiktok
Die Frage der Woche? Ja, sowas gibt es bei einigen Profiklubs. Standard ist, dass die Presseverantwortlichen der Vereine sich die Spieler krallen und ihnen eine Frage stellen, bevor sie den Trainingsplatz betreten. Die Antworten, meist mit einem Lachen unterlegt, werden dann medienwirksam in Szene gesetzt und in sämtlichen sozialen Medien hochgeladen. So werden die Pausen zwischen den Spieltagen auf lustige Art und Weise gefüllt. Die Fans kommen ihrem Informationsbedürfnis zu privaten oder weniger exklusiven Geheimnissen nach und den Spielern ein Stück näher. Das hat sich so eingebürgert, kaum ein Profiverein, auch abseits des Fußballs, bleibt davon verschont.
Dieses Modell hat sich der SVN Zweibrücken, Tabellenführer der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken und weit vom Profifußball entfernt, zunutze gemacht. Die erste Frage auf der Plattform Tiktok lautete: Wen aus der Mannschaft würdest du niemals deine Tochter daten lassen? Mit einem Lachen im Gesicht wurden mehr oder weniger witzige Antworten hervorgelockt, die jedoch einige Akteure ins Schwitzen brachten. In der vergangenen Woche waren die Spieler dann weniger überrascht, als sie das recht klein geratene Mikrofon in die Hand nahmen, aber mit einer weit allgemeineren Frage konfrontiert wurden. „Welche Sportart würdest du machen, wenn es kein Fußball wäre?“
Und da scheinen sich einige Basketballer und Footballer sich in den Reihen der Jungs von der Hofenfelsstraße zu verstecken, aber auch ein verkappter Kampfsportler. Sei’s drum: eine gute Idee, die diesmal auch keinen der SVN-Spieler aus der Fassung brachte. Am Sonntag beim 4:1-Heimerfolg über den SV Trulben bewiesen sie wieder, das sie in erster Linie gut kicken können.
B-Klasse: Fette Torausbeute am 13. Spieltag
Ein gewaltiges Torpaket schnürten die Klubs in der B-Klasse West Pirmasens/Zweibrücken am Wochenende: 60-mal landete der Ball im gegnerischen Gehäuse. Schon in den vergangenen Wochen gab es immer mal wieder eine Torflut in diversen Liga-Partien, weil die Spielklasse in der Spitze so stark ist.
Diesmal trug der SV Großsteinhausen mit dem 16:0 gegen das bedauernswerte Schlusslicht SV Bottenbach den fettesten Anteil bei. Bereits zur Halbzeit stand es 0:10 aus SVB-Sicht. Der SV Obersimten versohlte den SV Martinshöhe II beim 11:0, genau so wie Tabellenführer SG Knopp/Wiesbach beim 8:0 den SV Battweiler II. Das 8:3 des ärgsten Knopper Verfolgers SC Stambach gegen den FC Höheischweiler gehörte ebenso zu den torreichen Partien wie der 7:1-Auswärtssieg des SV Ixheim beim TuS Winzeln. Da kamen die bescheidenen 2:1-Siege des SV Hornbach und des SV Hochstellerhof schon fast niedlich daher.
SG Zweibrücken: Ein Spiel wie ein Besuch beim Zahnarzt
Das Heimspiel der SG Zweibrücken am Samstag gegen die HSG Kastellaun-Simmern hatte etwas von einem Zahnarztbesuch. Es hätte schlimm ausgehen können, ging aber noch glimpflich über die Bühne. Deshalb pustete Martin Schwarzwald, Trainer der SG Zweibrücken auch dick die Backen auf, als der 24:21-Heimsieg gegen die HSG eingetütet war und er mit seinen Spielern jubelte.
Julian Mangold, linker Rückraumspieler der Gäste, nahm des Öfteren die „Wurzelbehandlungen“ bei der SG vor. Die waren gerade zu Beginn ungemein schmerzhaft, weil Mangold immer wieder ideenreich die Abwehr der Schwarzwald-Sieben auseinanderspielte und seine Mitspieler in Stellung brachte.
Als das Zweifeln über ein gutes Ende schon in den Gesichtern des Heimteams angekommen war, drehte sich die Partie. Die SG war plötzlich trotz steten Rückstands mit vier Toren vorne. Zwar blieb die SG, wie auch beim Zahnarztbesuch üblich, bis zur letzten Sekunde in Habachtstellung, ob doch noch etwas Schmerzhaftes von den Gästen kommt. Aber Mangold und seinen Mitspielern ging die Puste aus, auch weil SG-Torhüter Damian Zajac den Kasten verrammelte.
Zu wenig Schiris: Gerade so Absagen verhindert
Es war am Samstag, 17 Uhr, in der „Schaltzentrale“ für die Schiedsrichter-Besetzung von Spielen im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken. Kreis-Schiedsrichterobmann Sascha Geisler stellt fest: Es fehlen sieben Unparteiische, um am Sonntag alle Meisterschaftsspiele mit einem Unparteiischen zu besetzen.
Sonntag, 13 Uhr: Die Anzahl der fehlenden „Pfeifenmänner“ hat sich reduziert. Weil saarländische Schiris aushalfen, müssten nun nur noch vier Partien ausfallen, weil kein Schiri zur Verfügung steht.
Dann geht es schnell: Einige Partien können witterungsbedingt nicht ausgetragen werden und die dafür vorgesehenen Schiris erklären sich bereit, noch nicht besetzte Spiele zu übernehmen. Einige Schiedsrichter machen eine Doppelschicht, leiten zwei Spiele hintereinander. Und so wurde gerade noch einmal ein Wochenende ohne Spielausfall durch einen fehlenden 23. Mann verhindert.
„Es sind noch Herbstferien, und der 1. FC Kaiserslautern hatte ein Heimspiel“, benennt Geisler Gründe für den Engpass und betont zugleich: „Wir haben generell noch einen Mangel an Schiedsrichtern.“ Er weist darauf hin, dass alleine die Hilfsbereitschaft von Schiris aus anderen Fußballkreises bislang verhindert hat, dass Spiele ausfallen mussten.
SV Bottenbach: Im Schnitt geht es 1:8 aus
13 Spieltage sind in der B-Klasse West mittlerweile absolviert, und der SV Bottenbach hat bereits Gegentore in dreistelliger Höhe kassiert. Nach dem 0:16-Debakel am Sonntag in Obersimten summieren sich die Gegentreffer beim Tabellenletzten auf stattliche 108. Im Schnitt verliert der SVB seine Begegnungen mit 1:8.
Dafür ist der zu Saisonbeginn verpflichtete Spielertrainer Michael Hahn schon seit Ende August nicht mehr verantwortlich. „Es hatte sich schnell herausgestellt, dass er mit der Mannschaft nicht konnte“, erklärt der neue Sportvorstand Bernd Clauer, weshalb er nach seiner Wahl zum Nachfolger von Thomas Schweitzer schnell die Reißleine zog und für die Trennung vom Trainer sorgte. „Wir wissen, dass wir im Moment keine konkurrenzfähige Mannschaft haben, aber er hat sich in seiner Zeit nur negativ über die Mannschaft geäußert.“
Zwar könne sein Team sportlich weiter „nicht mithalten“, aber die Stimmung im Kader sei gut. Nachfolger von Hahn ist Patrick Veith (36), der seit zwölf Jahren das Bottenbacher Trikot trägt. „Er hatte zuvor Bereitschaft gezeigt, das Amt als Spielertrainer zu übernehmen“, ergänzt Clauer. Einziges Ziel des SV Bottenbach sei es, „die Runde gut zu überstehen und mit Neuverpflichtungen in der Winterpause den Abstieg in die C-Klasse doch noch zu vermeiden“.