Zweibrücken Thomas Brunners Querschüsse jetzt als Buch

Der bunte Einband des Buches (Ausschnitt)
Der bunte Einband des Buches (Ausschnitt)

„Die sind so gut, da müsste man ein Buch draus machen“, bekam Thomas Brunner zu Lebzeiten oft zu hören. Jetzt hat einer aus den Querschüssen ein Buch gemacht: Thomas Salzmann, langjähriger Kollege und Freund des im vergangenen Jahr verstorbenen Thomas Brunner.

Thomas Salzmann war als RHEINPFALZ-Redakteur in gewisser Weise auch Brunners Entdecker. Er wusste gleich bei dessen erstem Zeitungstext, dass da ein schreiberisches Ausnahmetalent vor ihm saß. Ums Stadtfest ging es in dem Debüt-Artikel, „und was er da ablieferte, war einfach grandios und wurde genau so abgedruckt, ohne die kleinste Änderung“, erinnert sich Salzmann. Zu Brunners Paradedisziplin wurden etwas später seine satirischen Monatsrückblicke, die Querschüsse, die die Leser mit Hintergründigkeit, schrägem Blickwinkel und sehr viel Witz und Charme erfreuten.

Aus knapp 60 der von 1998 bis 2021 erschienenen Querschüsse hat Thomas Salzmann ein Buch zusammengestellt, das am Dienstag vorgestellt wird. Aus fertigen Texten ein Buch zu erstellen – „das klingt einfacher als es ist“, sagt Salzmann. Er habe die Arbeit unterschätzt. Allein das Sichten und Auswählen der Brunner-Texte sei aufwendig gewesen. „Ich habe einen ganzen Ordner voll mit seinen Texten, alle ausgeschnitten, aufgeklebt und chronologisch geordnet. Es hätte für vier Bücher gereicht.“ Ausgewählt habe er schließlich 58 Querschüsse, was auch Symbolcharakter habe, da Thomas Brunner 58 Jahre alt wurde.

Im Zweibrücker Echo-Verlag fand Salzmann einen Partner, Sponsoren trieb er auch auf. Knapp 3000 Euro kamen so zusammen, alles schien im Butter. Dann der Rückschlag vor einigen Wochen: Die Druckerei wollte wegen gestiegener Kosten mehr Geld haben als geplant. „Es gab eine Krisensitzung, bei der überlegt wurde, ob wir weniger Seiten drucken oder auf die Farbe verzichten“, erzählt Salzmann. Doch das wollte er nicht, und so hat er den fehlenden Betrag selbst vorfinanziert. Das Buch „Querschüsse“ hat jetzt 112 Seiten, die Karikaturen von Uwe Herrmann sind in Farbe gedruckt. Bei der Gestaltung des Titelbilds hat der Fotograf Jo Steinmetz geholfen, ebenfalls langjähriger Kollege und Freund Brunners.

Neben den Querschüssen enthält das Querformat-Buch noch ein paar weitere ausgesuchte Brunner-Texte. Etwa die besagte Stadtfest-Reportage, zwei persönliche Geschichten, in denen es um Brunners Zivildienstzeit und eine Weihnachtserinnerung geht, sowie ein Gedicht zu einem runden Geburtstag von Wilhelm Busch, in dem Brunner genau den Busch-Ton getroffen hatte. „Das Reimen lag ihm auch sehr und war für ihn immer etwas Besonderes“, so Salzmann. Eine Karikatur und elf Zeichnungen Brunners komplettieren das Buch. „Ich wollte einen Überblick über sein Leben, Denken und Schaffen bieten“, fasst der Herausgeber zusammen.

Er habe Thomas Brunner immer bewundert für seinen herausragenden Schreibstil, sagt Salzmann, und auch menschlich habe ihm der Freund viel gegeben. „Ich vermisse ihn, und es war mir ein besonderes Anliegen, sein Andenken in Buchform zu erhalten“, sagt der langjährige stellvertretende Lokalchef der Zweibrücker Rundschau. 253 Querschüsse habe Brunner seit Mitte 1998 geschrieben, bei durchgängig hohem Niveau, immer voller Fantasie und sprachlicher Eleganz. „Er war ein Literat und brauchte sich vor Autoren und Kolumnisten überregionaler Zeitungen und Magazine nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil“, findet Salzmann.

Buchvorstellung

Das Buch „Querschüsse“ von Thomas Brunner wird am Dienstag, 15. November, um 19 Uhr im Herzogsaal vorgestellt. Herausgeber Thomas Salzmann moderiert den Abend, Zweibrücker Autoren lesen Texte aus dem Buch. Da die Anzahl der Sitzplätze begrenzt ist, wird um Anmeldung gebeten unter der Telefonnummer 06332 871452 oder E-Mail stadtbuecherei.ausleihe@zweibruecken.de. Die Buchvorstellung ist kostenlos.

Thomas Brunner
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