Zweibrücken Temperatur bremst neuen Rekord aus

Der Österreicher Herbert Stolz gewann auf seinem Porsche 935 DP II die Klasse der Sportwagen mit mehr als 3000 Kubikzentimeter H
Der Österreicher Herbert Stolz gewann auf seinem Porsche 935 DP II die Klasse der Sportwagen mit mehr als 3000 Kubikzentimeter Hubraum.

«HOMBURG.» Das 44. Homburger ADAC-Bergrennen bot zwar spannenden Motorsport, aber an den festen Werten änderte sich nichts. Die Voraussetzungen für einen neuen Streckenrekord waren gestern nicht gegeben. Dafür stand nach zwei luxemburgischen Gesamtsiegen in den Vorjahren mal wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Treppchen.

Für Gesamtsieger Uwe Lang ist die Bergrennstrecke in Richtung Käshofen kein unbekannter Asphalt. Bereits die Wettbewerbe der Jahre 2010 und 2011 gewann der Schweinfurter, jeweils in einem Osella PA 20/S, den er zwischenzeitlich etwas modifiziert hat. „Es war an der Zeit“, scherzte ein Motorsportfan unmittelbar nach Langs Zieldurchfahrt. Denn nach ihm konnte sich nur noch Langstreckenweltmeister Timo Bernhard aus Bruchmühlbach-Miesau im Porsche 991 GT 3 als Deutscher in die Siegerliste eintragen. Industriemechaniker Lang fuhr im dritten Lauf, als die Sonne etwas durch die Baumkronen schien, mit 1:08,016 Minuten die schnellste Zeit überhaupt. Damit war er aber weit weg vom Streckenrekord des Vorjahres durch den Luxemburger David Hauser im Dallara GP 2 (1:05,404 min). „Um zu gewinnen, muss man alle drei Läufe gut hochbringen“, war Lang schon frühzeitig klar. Letztlich gelang es ihm auch bestens in zwei Läufen. „Im zweiten Durchgang hat aber der Fluss gefehlt“, resümierte der 52-jährige Rennfahrer, weshalb ihm die Konkurrenz etwas näher kam. Aber im dritten Lauf war die Konzentration wieder voll da, entsprechend flott bewegte er die 360 Pferdestärken aus dem Drei-Liter-Motor. Die saar-pfälzischen Herzen schlugen entlang der 2,6 Kilometer langen Strecke deutlich höher, als Rüdiger Bernhard an den Start ging. Das Vereinsmitglied des Homburger Automobil-Clubs (HAC) aus Bruchmühlbach-Miesau brachte den für Rallyeeinsätze vorbereiteten Porsche Cayman S an den Start. „Ich pilotiere das PS-schwächste Fahrzeug hier am Berg“, erklärte der 68-jährige ehemalige Anlagenmechaniker. „Rallyefahrzeuge dürfen nicht mehr als 300 PS haben, und in dieser Klasse sind die Auto mit etwa 650 PS ausgestattet“, so Bernhard weiter. Aber es machte ihm dennoch Spaß, im Rallyeauto den Berg hochzufahren. Dies trifft auch auf den Österreicher Herbert Stolz zu. Der 68-jährige Bergspezialist fährt keine Serien mehr, geht aber noch sporadisch an den Start. „Es ist erst mein zweiter Einsatz in dieser Saison, weshalb mir noch das vollkommene Vertrauen in meinen Porsche 935 DP II fehlt“, sagte er. Der zweimalige Deutsche Meister, dreimalige Vizemeister und Fahrer der europäischen Spitzengruppe war begeistert von der Homburger Strecke. „Deshalb bin ich auch dieses Jahr wieder gekommen“, fügte der Senior lachend an. Er beherrscht noch immer die Materie, das Fahrzeug und die Strecke. Mit einem Vorsprung von 2,229 Sekunden gewann der sympathische Österreicher vor keinem geringeren Konkurrenten als Norbert Handa aus Markt Einersheim im unüberhörbaren Lancia Delta Integrale. Schon vor der Mittagssonne war es Harald Ludwig aus Merzig bewusst, dass an diesem Tag weder in der Gesamtwertung noch in den Klassenwertungen neue Bestzeiten gefahren werden. „Die Temperatur lässt keine schnellen Zeiten zu“, bemerkte der ehemalige Polizeibeamte. „Als Privatier habe ich jetzt genügend Zeit, um mich dem Rennsport zu widmen“, fügte er an und pilotierte einen serienmäßigen Audi R 8. Mit dessen 420 Pferdestärken gewann er deutlich die Wertung der Serienfahrzeuge. „Das Homburger Bergrennen ist geprägt durch eine anspruchsvolle Strecke“, beschreibt Frank Debruyne aus Neuried seine Eindrücke. „Dort, wo es in die Pfalz geht, wird der Asphalt besser“, meinte der froh gelaunte Pilot und beschleunigte seinen Dallara F 303 (220 PS) zunächst auf den ersten 300 Metern. Die sind in Europa einzigartig: Zunächst geht es bergab, und erst ab dem „Brückchen“ den Berg hoch. Ein endgültig letztes Mal hatte Hartmut Schöffler als HAC-Organisationsleiter die Fäden beim Traditionsrennen in den Händen. Mit dem Ende des Aufräumens endete für ihn und den Bergrennsport eine lange Ära.

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