Zweibrücken
SVN: Robin Koch ist nicht nur Strafraum der Sprecher
Viele Köche verderben den Brei, sagt. Ein einziger Koch, der die Oberhoheit über seinen Strafraum hat, kann aber den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen. Im Tor des A-Klassisten SVN Zweibrücken steht mit Robin Koch ein Schlussmann der Marke „Mister Zuverlässig“. Der 26-Jährige engagiert sich auch übers Spielfeld hinaus für seinen Verein, er hat als Sprecher Kontakt zu Sponsoren und den Medien.
Sprechen – zuweilen laut – hört man den Keeper jedes Wochenende. Ganz im Sinne seines Trainers Andreas Hergert organisiert Koch das Spiel vom Strafraum aus mit, gibt Hinweise fürs Stellungsspiel seiner Teamkollegen. Koch ist ehrgeizig, ihn ärgert jedes Gegentor, auch wenn es, wie zuletzt beim 5:1 gegen Contwig, keinen Einfluss auf den Spielausgang hat. „Ich hinterfrage die Situation, die dazu geführt hat“, sagt er, Fehler seien nicht dazu da, wiederholt zu werden.
Der Mechatroniker und sein Opa
Robin Koch hat nach dem Abitur am Helmholtz-Gymnasium Mechatroniker erlernt, dass er sich als „klassischen Heimwerker“ beschreiben kann, hat aber nichts mit familienexternen Ausbildern, sondern was mit seinem Opa Ernst Bäsel zu tun. Der Mittachtziger ist Schreinermeister, in seinem Oberauerbacher Betrieb ist Robin Koch schon als Zweijähriger rumgewuselt. „Er hat mir vieles beigebracht“, erzählt der Enkel.
Er ist gerade mit der Renovierung eines Hauses seiner Familie beschäftigt. Dank der Mechatroniker-Weiterbildung traut sich Robin Koch an Strom ran, Elektroschaltungen stellen für ihn kein Problem dar. Auch wenn an Heiligabend der Backofen den Geist aufgebe, komme er ins Spiel. Kochs Großvater, der im vergangenen Jahr die einzige Dauerkarte für die Auerbacher Heimspiele besaß, war auch für die fußballerische Laufbahn des SVN-Keepers wichtig. Er habe ihn früher immer rumgefahren, etwa nach Bechhofen, wo Koch in der Jugend gespielt hat.
Mitspielender Schlussmann
Der 1,85 Meter große und 83 Kilogramm schwere Keeper (Schuhgröße 44) sieht seine Qualitäten als Torhüter nicht so sehr im Bereich Reflexe. Da sei Keeper-Kollege Dennis Pickert der bessere Mann. Koch sei ein mitspielender Schlussmann, habe viel Erfahrung. Nach Eugen Stapper sei er der Älteste in der jungen SVN-Truppe.
In den vergangenen Jahren war an der Hofenfelsstraße fürs Schreiben der Facebook-Berichte zuständig, wurde vom Vorstand dann um noch mehr Einsatz gebeten. „Es macht Spaß, sich für den Verein zu engagieren“, sagt Robin Koch. Auch andere Aktive sind beim SVN nach den letzten Vorstandswahlen in die Pflicht genommen worden: Andreas Golov ist Zweiter Vorsitzender, andere Posten werden von Patrick Johmann, Marco Nickolaus und Tobias Kühn besetzt.
Beachvolleyballer im Sommer
Kochs Organisationstalent ist auch auf anderen Feldern gefragt. Der Torwächter spielt im Sommer leidenschaftlich Beachvolleyball, hat mehrfach das Beachvolleyball-Turnier im Zweibrücker Freibad mit auf die Beine gestellt. Und mit zwei Kumpels betreibt er seit einigen Monaten in Friedrichsthal eine Sisha-Bar. „Es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Aber es gelingt mir“, freut sich der vielseitige Schlussmann.