Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SV 64 Zweibrücken verabschiedet sich mit Bedauern auf Liga Drei

SV 64-Spielmacher Tim Götz (links) verlässt nach zwei, von der Corona-Pandemie geprägten Spielzeiten die Zweibrücker. Im letzten
SV 64-Spielmacher Tim Götz (links) verlässt nach zwei, von der Corona-Pandemie geprägten Spielzeiten die Zweibrücker. Im letzten Saisonspiel gegen Bieberau-Modau will er noch mal zaubern.

Mit dem Spiel gegen Mitabsteiger HSG Bieberau-Modau endet für den SV 64 Zweibrücken die Saison und das Kapitel Dritte Liga. Am Samstag heißt es Abschied nehmen, auch von Spielmacher Tim Götz. Gefeiert wird dennoch.

Sportlich betrachtet „ist es eines dieser berühmten Spiele, die keiner braucht“, bestätigt Stefan Bullacher, Trainer des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken. So ähnlich wie ein Spiel um Platz drei bei einer Weltmeisterschaft. Die Partie am Samstag gegen die HSG Bieberau-Modau ist ein Spiel zweier Mannschaften, für die es um nichts mehr geht (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle). Beide Teams sind abgestiegen, sind enttäuscht, wollten am Samstag eigentlich den Klassenverbleib feiern.

„Können wir leider nicht“, bedauert Bullacher. Aber es wird trotzdem gefeiert. Der Saisonabschluss. Und mit ein bisschen Ironie, die in schwierigen Zeiten hilfreich sein kann, die zweitbeste Drittliga-Saison, die der SV 64 je gespielt hat. Nur in der Spielzeit 2014/15 hatte der Klub mit 31:29 Punkten besser abgeschnitten. Gewinnen die Zweibrücker ihr Abschlussspiel, kommen sie auf 26 Punkte aus 30 Partien. „In jeder normalen Saison steigt damit niemand ab. Aber es war keine normale Saison“, weiß Bullacher.

Wegen FCK: Abschlusstraining schon am Donnerstag

Er bat sein Team nach der strapaziösen Runde in dieser Woche nur noch zu einem Abschlusstraining. Ausnahmsweise am Donnerstag. Denn am Freitag drücken alle Zweibrücker FCK-Fans ihrem Fußballklub die Daumen, damit es für die Kicker was wird mit dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga. „Wir wollen am Samstag einfach noch mal ein schönes Spiel machen, ganz ohne Druck“, sagt der SV-Coach. Deshalb haben die Zweibrücker den für die Abstiegsrunde reaktivierten Torwart Marko Ivankovic, der demnächst zum zweiten Mal Papa wird, bereits in die kroatische Heimat entlassen. Für ihn rückt Frauen-Trainer Rüdiger Lydorf, gelernter Handball-Torwart, ins Drittliga-Team.

Freuen dürfen sich die SV-Fans noch mal auf Tim Götz. Der Spielmacher, der sein Können in den zwei vergangenen, von Corona geprägten Spielzeiten, oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit zeigen musste, wird sicher den ein oder anderen sehenswerten Wackler zeigen und seine Mitspieler gekonnt in Szene setzen. Götz war zwei Jahre der Kopf des SV-Teams. Der angehende Bauingenieur hat durch seine Spielweise und seine ruhige Art in den zwei Zweibrücker Jahren viele Freunde gewonnen. Er wird weiter Dritte Liga spielen, bei der SG Leutershausen.

Saisonabschlussfest an der Westpfalzhalle

Und noch einer, der von Götz’ Anspielen stark profitierte, verlässt den SV 64 nach diesem Spiel, wird verabschiedet: Kreisläufer Kevin Knieps. Die Arbeitszeiten des in Mainz wohnenden Knieps, der bei einem Logistikunternehmen arbeitet, verändern sich. Spieler und Verein hoben den Vertrag auf, der noch ein Jahr Gültigkeit gehabt hätte.

Dass die Fans die Zweibrücker noch mal kräftig anfeuern, steht fest. Wer das Team kennt, weiß, dass die Spieler, die wirklich ein SV-Herz haben, motiviert sind, den Fans im abschließenden Drittliga-Spiel noch mal etwas zu bieten. Nach dem Schlusspfiff wird dann ohnehin gemeinsam gefeiert – beim Saisonabschlussfest an der Westpfalzhalle. Zuvor werden noch die zahlreichen Meister- und Pokalsiegerteams des SV 64 geehrt, der im Aktiven- und im Nachwuchsbereich mehrfach Grund zum Feiern hat.

Bei der HSG Bieberau-Modau hatten die Zweibrücker vor vier Wochen gewonnen. Philipp Kockler war mit neun Treffern Mann des Spiels. Damals konnte Zweibrücken noch auf eine weitere Drittliga-Rrunde hoffen. Jetzt gehen bei den Zweibrückern, wie auch in Groß-Bieberau die Planungen schon in Richtung kommende Runde. Für die HSG, bei der der in Zweibrücken geborene Rückraumspieler Michael Malik seine Handballkarriere beenden wird, ist der Abstieg ebenfalls eine Zäsur: Nach 39 Jahren ununterbrochen in der dritt- oder zweithöchsten deutschen Spielklasse geht es auch für Groß-Bieberau in die Oberliga.

Auch Kreisläufer Kevin Knieps (rechts) verlässt den SV 64.
Auch Kreisläufer Kevin Knieps (rechts) verlässt den SV 64.
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