Zweibrücken
SV 64 Zweibrücken kommt in Dirmstein mit blauem Auge davon
Handball: Mit zehn Siegen in Serie den Startrekord in der RPS-Oberliga geknackt, den Vorsprung als Tabellenführer auf vier Punkte ausgebaut. Beim Oberliga-Spitzenreiter SV 64 Zweibrücken hätte am Sonntag eitel Sonnenschein herrschen können nach dem 26:25 (14:8)-Erfolg bei der HSG Eckbachtal. Dass es nicht so war, hatte seine Gründe.
Ehrlich räumte SV-Trainer Stefan Bullacher hinterher ein: „Wir sind heute mit einem ganz dicken blauen Auge davongekommen“. Zum wiederholten Male kamen die Zweibrücker in der harzfreien Dirmsteiner Halle ins Schlittern. Das Positive: Dieses Mal rutschten sie nicht gänzlich aus. Mit einem Freiwurf in den Winkel in der Schlusssekunde sicherte Marc-Robin Eisel seinem Team zwei wichtige Punkte. „26 erfolglose Angriffe, davon 19 Fehlwürfe und sieben technische Fehler lassen normalerweise keinen Sieg zu“, analysierte Bullacher die 60 Minuten beim Tabellenvorletzten. Im Prinzip habe sich seine Mannschaft fast selbst geschlagen, stellte der Zweibrücker Coach fest. Die letztlich doch der große Gewinner des Wochenendes war, weil die Verfolger VTZ Saarpfalz und SG Saulheim patzten.
SV-Start wenig meisterlich
Mit der makellosen Bilanz von 20:0-Punkten grüßt der SV 64 nun von der Spitze. So gut ist noch nie eine Mannschaft in eine RPS-Oberliga-Runde gestartet. Der bisherige Rekord lag bei neun Siegen in Folge, gehalten von den jeweiligen späteren Meistern VTZ und TV Hochdorf. Nimmt man das als Omen, ist die Meisterschaft ein Thema für den SV 64. Was die Mannschaft gegen Eckbachtal bot, war allerdings wenig meisterlich. „Wir können uns bei Marko bedanken, der mit 16 Paraden den Sieg ermöglicht hat“, lobte Bullacher Torwart Ivankovic.
Nach zwölf Minuten führten die Gastgeber 6:2, den 60 mitgereisten Zweibrücker Fans schwante Böses. Die Auszeit, die Bullacher zwei Minuten vor Eckbachtals sechstem Treffer genommen hatte, zeigte dann aber mit Verzögerung Wirkung. „Wir haben dann 17 Minuten lang endlich richtig Handball gespielt“, bilanzierte der SV-Trainer. Kapitän Philip Hammann mit Doppelschlag zum 4:6, Treffer Eisel, Tor Felix Dettinger: 6:6 (16.). Jetzt waren die Zweibrücker im Spiel, hatten die Partie klar im Griff. Dreimal in Folge traf Benjamin Zellmer, der nach fünf Minuten auf Linksaußen Kian Schwarzer abgelöst hatte. Schwarzer musste nach einem Sturz mit Schulterproblemen passen.
Bullachers letzter Appell wirkt
Zur Pause führte das SV-Team mit 14:8. Schon dieser achte Treffer der Eckbachtaler zwei Sekunden vor dem Kabinengang zeigte aber, dass die Konzentration bei den SV-Spielern nicht bei 100 Prozent lag. Die Unkonzentriertheiten hielten an. Eckbachtal glich durch Daniel Hörners Treffer zum 22:22 aus und ging durch ein Tor von Georg Ebel 23:22 in Führung (55.). Bullacher nahm seine letzte verbliebene Auszeit, appellierte an seine Mannschaft. Jetzt traf endlich mal Niklas Bayer, zum 23:23 und zum zwischenzeitlichen 24:24. Kapitän Hammann brachte den SV schließlich mit 25:24 in Führung. Erneut Ausgleich 45 Sekunden vor dem Ende – und dann ließ der erlösende Treffer von Eisel die Mannschaft und die Fans doch durchatmen und jubeln.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Ivankovic - Bayer (2), Schaller (4/2), Eisel (8/3) - Hammann (3), Schwarzer - Grieser (1) - Zellmer (6/3), Alt (1), Wöschler, Dettinger (1)
Spielfilm: 6:2 (13.), 6:8 (18.), 8:14 (Halbzeit), 14:19 (41.), 18:19 (45.), 20:22 (50.), 23:22 (55.), 25:25 (60.), 25:26 (Ende) - Zeitstrafen: 3:4 - Siebenmeter: 2/1 - 10/8 - Zuschauer: 103 - Schiedsrichter: Fellinghauer/Schmidt (Weisenau).