Zweibrücken
SV 64 Zweibrücken hat richtig Spiellaune
Handball: „Die wollten nur noch raus und spielen“. Stefan Bullacher, Trainer des SV 64 Zweibrücken, musste seine Oberliga-Truppe gegen Dillingen/Diefflen gar nicht mehr groß motivieren. Die große Kulisse in der Westpfalzhalle war Antrieb genug zum glasklaren Sieg im ersten Heimspiel der Saison.
ZWEIBRÜCKEN. Eine Minute vor Abpfiff des Oberliga-Spiels zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem HC Dillingen/Diefflen stand sie, die weiße Fan-Wand und bejubelte den 41:19 (18:9)-Erfolg der Zweibrücker gegen den Aufsteiger HC Dillingen/Diefflen. 1000 Handballfans hatten im ersten SV-Heimspiel der Saison ein spielfreudiges, motiviertes Zweibrücker Team gesehen. Der SV 64 grüßt nach vier Spieltagen ungeschlagen von der Tabellenspitze.
„Es war schon etwas ganz Besonderes, die Mannschaft heute aufs Spielfeld zu führen“, bekannte der neue Kapitän der Zweibrücker, Philipp Hammann, mit Blick auf die herausragende Kulisse in der Westpfalzhalle. Die ermöglichten Sponsoren durch eine Freikartenaktion. Werbung für den Handballsport hieß die Devise. Die betrieb der SV dann auch sportlich.
Der SV-Nachwuchs schwenkte am Spielfeldrand die neuen Löwen-Fahnen bei jedem Tor und hatte reichlich zu tun. 41 Treffer erzielten die Zweibrücker, die schon beim Warmmachen die besondere Atmosphäre genossen. „Es war ein toller Auftritt von uns“, freute sich SV-Trainer Stefan Bullacher über das gelungene Heimdebüt nach drei Auswärtsspielen in Folge. „Man hat gesehen, dass sich die Jungs unglaublich auf dieses Spiel, auf diese Kulisse gefreut haben“, resümierte Bullacher und verriet: „Die waren wie die kleinen Kinder in der Kabine. Die wollten nur noch raus und spielen“.
Zwei Klassen Unterschied in Sachen Spielgeschwindigkeit
Benny Berz begann im SV-Tor, weil sich Neuzugang Marko Ivankovic beim Aufwärmen leicht verletzt hatte. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Ivankovic dann doch noch. Auch wenn Dillingen/Diefflen nicht der Maßstab für Torgefahr in der Oberliga ist, war ersichtlich, dass die Zweibrücker ein gutes Gespann zwischen den Pfosten haben. „Wir haben über weite Strecken wieder sehr konzentriert in der Abwehr gestanden“, fand Hammann. Das brachte Ballgewinne und zeigte im Umschaltspiel, dass in punkto Spielgeschwindigkeit zwischen beiden Mannschaften mehr als eine Klasse Unterschied besteht. Auf der linken Außenbahn zündete Tim Schaller, derzeit in bestechender Form, den Turbo, traf zum 1:0. Neun weitere Treffer ließ er folgen, darunter den 30. und 40. Zweibrücker Treffer.
Es war auch zu sehen, dass Marc-Robin Eisel in die Dirigentenrolle passt. Bekam er eine Auszeit, dirigierte Schaller erfolgreich, und auch Nachwuchsmann Felix Dettinger durfte seine Nebenleute im zweiten Durchgang zu Torerfolgen dirigieren. Ein mit viel Zug zum Tor ausgestatteter Niklas Bayer, ein am Kreis rackernder Tom Grieser, dazu die rechte Angriffsseite mit Christopher Huber und Kapitän Hammann sorgten gemeinsam mit Schaller und Eisel schnell für klare Verhältnisse. Das Durchwechseln begann, und der eingewechselte Benny Zellmer war besonders torhungrig. In der 25. Minute hatte der Abwehrfuchs dem Gegner klasse den Ball abgeluchst, scheiterte mit dem Gegenstoß an HC-Torwart Dominik Robert, der mit seiner Leistung noch Schadenbegrenzung für sein Team betrieb. Der Fehlwurf wurmte Zellmer sichtlich. Danach traf er zum 17:7, zum 18:7 und zum 19:9-Halbzeitstand.
Gegner-Trainer nimmt Niederlage gelassen
Dillingen/Diefflens Trainer Sven-Malte Hoffmann nahm die Niederlage am Ende gelassen. Seine Mannschaft habe großen Respekt gehabt und gewusst, dass es im Grunde unmöglich sein würde, hier Punkte mitzunehmen. „Hier gibt es ein Super-Konzept, spielen die Jungs super Handball“, gratulierte Hoffmann dem SV 64.
Die Zweibrücker spielten und zauberten noch ein bisschen: Kempa-Tor Hammann nach Zuspiel von Zellmer und der vielleicht schönste Treffer des Abends kam von Tim Schaller. Eisel zog in der Mitte an, täuschte mit einem Wackler einen Wurf an, passte mit ganz viel Gefühl auf den in den Kreis einfliegenden Schaller, der die geniale Vorarbeit perfekt zum 30:12 abschloss.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Berz, Ivankovic (ab 31.) - Bayer (6), Eisel (6), Huber (3) - Hammann (3), Schaller (10/1) - Grieser (1) - Schwarzer (3), Zellmer (7), Wöschler (1), Dettinger, Ihl (1)
HC Dillingen/Diefflen: Jung, Robert (ab 22.) - Mrsic (4), Altmeyer (1), Louis (3) - Di Gregorio (1), Faller (3/1) - Simon (1) – Sander (4), Fidelak, Senzig, Wecker (1), Gornas, Klein (1)
Spielfilm: 5:0 (6.), 10:2 (14.), 15:5 (24.), 19:9 (Halbzeit), 29:11 (45.), 41:19 (Ende) – Zeitstrafen: 3:2 – Siebenmeter: 1/1 - 1/1 - Beste Spieler: Schaller, Eisel, Zellmer, Bayer - Robert – Zuschauer: 1000 – Schiedsrichter: Simonelli/Lentz (Luxemburg).