Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel SV 64 Zweibrücken auch nach 14. Spiel ungeschlagener Oberliga-Spitzenreiter

Till Wöschler kam am Samstag im Heimspiel gegen zahme Wormser Drachen zu drei Treffern.
Till Wöschler kam am Samstag im Heimspiel gegen zahme Wormser Drachen zu drei Treffern. Foto: Moschel

Handball: Siegfried hätte es nie zu Ruhm als Drachentöter in der Nibelungen-Saga gebracht, wenn alle Drachen so harmlos gewesen wären, wie die netten Drachen der Handballspielgemeinschaft aus der Nibelungen-Stadt Worms. Die verbreiteten am Samstag in der Ignaz-Roth-Halle vom Anpfiff weg keinen Schrecken.

Der Tabellenführer der Handball-Oberliga, der SV 64 Zweibrücken, kam zu einem ungefährdeten 33:14 (17:9)-Erfolg und bleibt ungeschlagen. 28:0-Punkte lautet die eindrucksvolle Bilanz. Die zwei Punkte gegen Worms gehören zu den am leichtesten gewonnenen Zählern der bisherigen Saison. HSG-Trainer Marco Tremmel hatte vor der Partie schon darauf hingewiesen, dass seine Mannschaft kaum was zu gewinnen habe. So trat seine Truppe dann auch auf. Ziel: die bereits verbuchte Niederlage in Grenzen zu halten.

Das Spiel glich daher eher häufig einem ambitionierten Trainingsspiel. Es fiel schwer, sowohl beim Zuschauen als auch auf dem Spielfeld, die Konzentration hochzuhalten. Das taten die Zweibrücker über weite Strecken vor allem in der Abwehr dennoch. Und verstärkten mit ihrer wieder einmal guten Defensive möglicherweise vom Anpfiff weg bei den Wormser Drachen noch deren Vorstellung von der uneinnehmbaren Festung Ignaz-Roth-Halle. Die SV-Deckung ließ sich auch nicht von den gefühlt minutenlangen Angriffen der Wormser, die sichtlich viel Zeit von der Uhr runternehmen wollten, nicht aus der Ruhe bringen. Nach sechs Minuten stand es 3:0 für den SV.

HSG-Trainer Tremmel zollt SV 64 Respekt

„So sieht ein Tabellenführer aus. Von Anfang an souverän“, gratulierte Tremmel dem SV 64 hinterher zum verdienten Erfolg. Seine Mannschaft habe gleich zwei, drei Zeitspiele zu Spielbeginn gehabt, den ein oder anderen freien Ball verworfen, der SV habe es schön laufen lassen. Und dann sei eine Phase gekommen, „in der wir keinen Zugriff mehr in der Abwehr bekommen haben“, analysierte der HSG-Trainer.

An dieser Phase hatten auch die Zweibrücker Spieler Christopher Huber und Tobias Alt, die verletzt auf der Tribüne saßen und die Mannschaft anfeuerten, ihre Freude. „Zwei Außenbänder gerissen, die Innenbänder gestaucht“, sagte Alt zur Diagnose nach dem schmerzhaften Trainingsunfall unter der Woche. Aus der sicheren Abwehr heraus schalteten seine Teamkollegen auf dem Spielfeld schnell um, setzten sich die Zweibrücker Angreifer immer wieder schön in Eins-gegen-Eins-Aktionen durch.

Traumkombination zum 16:8

Marc-Robin Eisel auf der Spielmacherposition narrte die gegnerischen Abwehrspieler nach Belieben. Extraklasse der Zweibrücker Treffer zum 16:8 kurz vor der Halbzeit: Eisel zog geradlinig Richtung Wormser Tor, passte mit einer Bogenlampe auf den einspringenden Linksaußen Benjamin Zellmer, der sofort auf Rechtsaußen Philipp Hammann weiterleitete, der die Traumkombination per Kempa-Trick abschloss. Dazu kam ein Tom Grieser, der mit einer Klasse-Leistung bewies, dass er den Knock-Out vom vorherigen Samstag gut weggesteckt hat.

SV Coach Bullacher wechselt viel

SV-Trainer Stefan Bullacher sah „leistungsmäßig kein Highlight. Nach sieben, acht Minuten war klar, in welche Richtung das Spiel läuft“, bilanzierte er. Es sei den Teams, die beide nicht in Bestbesetzung antreten konnten, auch darum gegangen, keine weiteren Verletzten zu riskieren. Bullacher nutzte die klaren Verhältnisse, um Spielern, die im Saisonverlauf noch nicht so viele Spielanteile gehabt hatten, mal reichlich Spielzeit zu geben.

Die freuten sich sichtlich über die Chance, wie das Lächeln im Gesicht von Tom Ihl zeigte, der vier Treffer zum Sieg beisteuerte. Youngster Felix Dettinger durfte Praxis bei der Spielgestaltung sammeln. Der angeschlagene Spielmacher Tim Schaller konnte problemlos geschont werden. Auch Marko Ivankovic durfte pausieren, da Benny Berz seine Sache im Tor erneut gut machte. Es passte vieles bei den Zweibrückern, die jetzt dem Top-Spiel beim Tabellendritten Budenheim entgegenfiebern.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Berz - Bayer, Eisel (9/3), Grieser (5) - Hammann (3), Schwarzer (2) - Zellmer (4/1) - Ihl (4), Wöschler (3), Dettinger (3/1)

HSG Worms: Taday, Metzen (35.) - Knobel, von Lauppert (4), Hafer (2) - Freitag (4), Seyfried - Metzdorf (6) - Happersberger (2), Julius Herbert (5/3), Steinführer (1/1), Theuer, Schönmehl

Spielfilm: 6:2 (12.), 12:5 (22.), 17:9 (Halbzeit), 24:14 (43.), 33:24 (Ende) - Zeitstrafen: 5:5 - Siebenmeter: 5/4 - 6/2 - Beste Spieler: Eisel, Grieser, Zellmer - Metzdorf, Herbert - Zuschauer: 350 - Schiedsrichter: Mayer/Landgraf (Göllheim/Asselheim).

x