Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SV 64 Zweibrücken: Acht Endspiele bis zum Klassenerhalt

Die Drittliga-Mannschaft um Abwehrchef Tom Grieser (auf der Bank Dritter von rechts) baut in der Abstiegsrunde auf ihr „SV-Gen“
Die Drittliga-Mannschaft um Abwehrchef Tom Grieser (auf der Bank Dritter von rechts) baut in der Abstiegsrunde auf ihr »SV-Gen« und die Unterstützung der »weißen Wand« von den Zuschauerrängen.

Sie feierten zusammen Aufstiege, trauerten gemeinsam im Abstiegsfall. Jetzt wollen Philipp Hammann und Tom Grieser, seit Jugendtagen im Trikot des SV 64 Zweibrücken, gemeinsam den Abstieg aus der Dritten Liga verhindern. In der Abstiegsrunde setzen Hammann, Grieser und Co. wieder auf einen ganz bestimmten Faktor.

„Wir brauchen alles, was Hände und eine Stimme hat“, unterstreicht Philipp Hammann, Rechtsaußen und Kapitän des SV 64 Zweibrücken. Die Fans, gegen Saarlouis zahlreich zurückgekehrt, sollen für die Zweibrücker der entscheidende Faktor werden, um in der Dritten Liga zu bleiben. „Ab jetzt gibt es keine Ausreden mehr. Es geht nur zusammen, und alle müssen in diesen acht Endspielen alles geben“, ergänzt sein Abwehrchef Tom Grieser. Das erste dieser Endspiele in der offiziell arg sperrig genannten Klassenverbleibsrunde steigt am Samstag gegen den VfL Günzburg um 18 Uhr in der Westpfalzhalle.

Hammann, 27 Jahre und seit der C-Jugend beim SV, sowie Grieser, seit vergangenem Sonntag 24 Jahre alt und seit der D-Jugend im Verein, haben das, wovon alle überzeugt sind, dass es den Unterschied machen wird: das SV-Gen. Dieses Gen haben auch die zahlreichen Anhänger, was in den vergangenen Jahren die hohe emotionale Verbindung zwischen Team und Fans unterstrich. „Wir haben schon so viele tolle Geschichten erlebt mit den Fans. Zu denen wollen wir in den kommenden acht Partien ein paar Erfolgsgeschichten dazuschreiben“, sagt Hammann.

Grieser fordert Einheit auf dem Spielfeld und den Rängen

Den Maschinenbau-Ingenieur hat die Rückkehr der Fans beflügelt, gegen Saarlouis war er zusammen mit Grieser bester Zweibrücker. „Es geht wirklich aufwärts, ich fühle mich besser“, sagt Hammann, der sich mit Post-Covid plagte. Ihre Leistung gegen Saarlouis wollen beide aber nicht überbewerten. „Wenn wir ehrlich sind, das war insgesamt nichts“, beschönigt Grieser nichts. Zu verkrampft habe die Mannschaft agiert. Im Spiel gegen Günzburg „wollen wir den Fans was bieten, da soll es wieder eine Einheit auf dem Spielfeld und den Rängen werden“, sagt der Heilerziehungspfleger und Abwehrchef. Dass die Fans gegen Saarlouis so zahlreich und begeistert zurückkehrten, „das war schon Gänsehaut pur“, bekennt Grieser, und Hammann ergänzt: „Man hat noch mal richtig gemerkt, was in den vergangenen Monaten gefehlt hat.“

Die Zweibrücker setzen im Abstiegskampf auf die berühmte „weiße Wand“, die das Team auch zum Aufstieg trug. Wer den SV 64 sichtbar unterstützen will, kommt im weißen Shirt und zahlt dann gegen Günzburg nur den halben Eintrittspreis. Auch für Trainer Stefan Bullacher ist klar, dass den Fans eine sehr wichtige Rolle zukommt: „Wer kommende Saison Drittliga-Handball in Zweibrücken sehen will, muss jetzt dabei sein und uns unterstützen.“

Alles was bisher war, zählt nicht mehr

Klassenverbleibsrunde – das ist für alle Beteiligten was Neues. „Ich gebe zu, ich war wenig begeistert, als ich in einem Post in den sozialen Medien von Friesenheim/Hochdorf las, dass das, was bisher in der Saison war, nicht mehr zählt“, erzählt Hammann. Aber das stimme leider genau. Denn obwohl Hochdorf-Friesenheim II, das in der Zweibrücker Gruppe um den Ligaverbleib kämpft, zum Beispiel als Tabellenletzter nur fünf Siege verzeichnete, der SV hingegen acht – „gehen wir beide mit 2:2 Punkten in diese Runde“, zeigt Hammann auf. Es zählten nur die direkten Duelle.

„Dass wir eine sehr gute Runde gespielt haben, in einer normalen Saison nichts mit dem Abstieg zu tun gehabt hätten, zählt nicht“, bedauert er. Und ergänzt sofort: „Schwamm drüber. Es gilt jetzt wirklich.“ „Wir müssen in diesen acht Spielen alles rausfeuern, was wir haben“, bestätigt Grieser. Dass nach einer personell schwierigen Saison auch die Vorbereitung auf das Spiel nachhaltig von mehreren Krankheitsfällen beeinflusst wird, führt zu einer Trotzreaktion: „Jetzt erst recht“, sind sich Hammann und Co. einig. Wer immer am Samstag auflaufen könne, müsse alles geben.

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