Zweibrücken
SV 64 schlägt Illtal und schafft den neunten Sieg in Folge
Handball: Alle neune! Was sonst Kegler feiern, konnte am Samstag der Spitzenreiter der Handball-Oberliga, der SV 64 Zweibrücken, bejubeln: Alle neun Saisonspiele haben die Zweibrücker gewonnen. Das neunte, das Spitzenspiel gegen die HF Illtal, war eine klare Sache.
Mit 35:17 (13:7) schlugen die Zweibrücker die Illtaler, die sich damit erst einmal aus der SV-Verfolgergruppe verabschiedeten.
„Das war mal deutlich“, brachte es SV-Kapitän Philipp Hammann nach dem Abpfiff kurz und treffend auf den Punkt. Erster gegen Vierter, seit Jahren Dauerrivalen – alle freuten sich aufs Spitzenspiel. Aber einer spielte nur 17 Minuten lang mit: die HF Illtal. In der verbleibenden Spielzeit dominierten die Zweibrücker und nach 60 Minuten waren die Illtaler mit dem Ergebnis sogar noch gut bedient.
800 Fans in der Westpfalzhalle
Wieder einmal beeindruckend: 800 Fans in der Westpfalzhalle, die den SV anfeuerten. Und respektvoll schwiegen, als vor Spielbeginn dem verstorbenen Handballkameraden Hans-Jürgen Wiese von der VT Zweibrücken-Saarpfalz gedacht wurde.
Nach elf Minuten führte der SV 6:4, war von Beginn an das etwas bessere Team. Aber Illtals Torwart Robin Näckel begann gut und die Illtaler hatten im Angriff auch ein bisschen Glück. Zum Beispiel Illtals Bester, Philipp Kockler, dessen Anschlusstreffer zum 4:5 (11.) SV-Torhüter Marko Ivankovic unglücklich durch die Füße rollte. Kockler war es auch, der in der 17. Minute die 7:6-Gästeführung erzielte.
Beton in der Zweibrücker Abwehr
SV-Trainer Stefan Bullacher nahm prompt die Auszeit und brachte anschließend Abwehrspezialist Benny Zellmer ins Spiel, der der Partie dann nachhaltig seinen Stempel aufdrückte. Mit Zellmer in der Defensive rührten die Zweibrücker jetzt Beton in der Abwehr an. „Ich habe in der Auszeit nur kurz gesagt, wie wir gegen die Einläufer verteidigen sollen“, verriet Bullacher. Das setzte die Mannschaft, angeführt von Zellmer, grandios um.
„Bulli schenkt mir das Vertrauen, sagt mir immer wieder, dass ich zu den besten Abwehrspielern der Liga gehöre“, erläuterte Zellmer, wie es ihm gelingt, von der Bank kommend sofort 100 Prozent zu bringen. Dieses Mal nicht nur in der Abwehr sondern auch im Angriff. Kein Fehlwurf – weder vom Kreis, noch bei den Gegenstößen oder von der Strafwurflinie verzeichnete Zellmer.
Zellner: Geschlossene Mannschaft
Die Erfolgsserie, „schon außergewöhnlich“, bekannte er, der er zu dem Team gehörte„ das mit dem SV im Aufstiegsjahr 2014 schon eine historische Rückrunde, ohne Punktverlust gespielt hatte. Ganz entscheidend sei wohl, „dass jeder sich über die Leistung des anderen freut und jeder, wenn er reinkommt, tatsächlich alles gibt“, macht Zellmer die mannschaftliche Geschlossenheit als großen Pluspunkt aus.
Das bewiesen am Samstag auch nachdrücklich Tom Ihl und Tobias Alt, die zu Saisonbeginn aus Illtal zum SV zurückgekehrt waren. Gegen seinen vormaligen Verein machte Ihl sein bisher bestes Saisonspiel. „Er hat mutig gespielt“, freute sich Bullacher über Ihls Zug zum Tor.
Illtal 20 Minuten ohne Treffer
Aber entscheidend war, sah auch der Trainer so: die 17. Minute und die Einwechslung Zellmers. Hinter der nun sehr stabilen SV-Abwehr steigerte sich Torhüter Marko Ivankovic grandios, verzeichnete die überragende Quote von 50 Prozent gehaltener Bälle, und wurde zum Alptraum für die Illtaler Angreifer. Genau 20 Minuten lang gelang den „Zebras“ aus Illtal kein Treffer mehr. Zweibrücken marschierte, zog auf 17:7 weg und hatte die Partie locker im Griff.
HF Illtal probierte es mit Manndeckung gegen Niklas Bayer, der mit Klasse-Würfen, gemeinsam mit dem treffsicheren Marc-Robin Eisel, aber die Illtaler Torhüter zermürbte. Ins gefürchtete schnelle Umschaltspiel kamen die Illtaler, die sichtlich resignierten, nicht. Und auch von der Siebenmeterlinie gelang ihnen nichts mehr. Benny Berz, der Mitte der zweiten Halbzeit Ivankovic im SV-Tor ablöste, blieb Sieger im Strafwurfduell gegen Kockler und Marcel Becker.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, 41. Berz – Bayer (5), Schaller (3), Eisel (7) – Hammann (3), Schwarzer (1) – Grieser (1) – Zellmer (7/3), Alt (2), Ihl (2), Wöschler (3), Dettinger (1/1)
HF Illtal: Näckel, 36. Krumm – Mebus, Pfiffer, Holz (3) – Guther (1), Jungblut (1) – Meisberger (1) – Becker (2), Kockler (6/2), Groß (1), Durmishi (2), Dörr
Spielfilm: 2:0 (6.), 6:4 (11.), 6:7 (17.), 13:7 (Halbzeit), 17:7 (36.), 17:8 (37.), 24:12 (47.), 35:17 (Ende) - Zeitstrafen: 5:5 - Siebenmeter: 5/4:6/2 - Beste Spieler: Ivankovic, Zellmer, Eisel – Kockler - Zuschauer: 800 - Schiedsrichter: Bertram/Deyer (Kirn/Nieder-Olm).