Zweibrücken SV 64 mit zu viel Anlaufzeit

Placeholder-Image

ZWEIBRÜCKEN. Enttäuscht waren die Spieler des SV 64 Zweibrücken am Samstag nach der 22:29 (8:11)-Niederlage gegen den TV Korschenbroich (). Im ersten Spiel der Vereinsgeschichte in der Weststaffel der Dritten Liga hatten sie sich selbst eine bessere Leistung vorgenommen.

SV-Trainer Stefan Bullacher formulierte es kurze Zeit nach dem Abpfiff mit Blick auf die noch 29 vor dem Zweibrücker Drittliga-Team liegenden Spiele positiv: „Ich weiß, dass wir viel besser spielen können und viel besser spielen werden“. Abhaken, Gründe für die Niederlage analysieren und Lehren ziehen. Gründe dafür gab es mehrere: Die verletzungsbedingten beziehungsweise krankheitsbedingten Ausfälle von Björn Zintel und Michael Mathieu machten sich bemerkbar. Vor allem auf der linken Abwehrseite des SV taten sich phasenweise große Lücken auf, die TVK-Rechtsaußen Matthias Deppisch kurz vor der Halbzeit nutzte. Hätte nicht Ladislav Kovacin, der mit elf abgewehrten Bällen eine gute Partie ablieferte, im Tor gestanden, wäre das Spiel schon früher entschieden gewesen. Kovacin stand Deppisch allein zwischen der 22. und 26. Minute mit drei Paraden im Weg. Die weiteren Leistungsträger des SV zündeten aber nicht wie gewohnt. Kubo Balaz war der verletzungsbedingte Trainingsrückstand der letzten Wochen deutlich anzumerken. Jerome Müller testete bei seinen Würfen mehrfach die Qualität von Latte und Pfosten des Gehäuses. Aris Wöschler brauchte ebenfalls Anlaufzeit. Der SV traf aber auch, wie erwartet, auf einen bereits zu Saisonbeginn sehr gut spielenden TVK. Vor allem die Abwehr, inklusive des abgeklärt agierenden Torhüters Almantas Savonis, spielte sehr stark. „Mit der Abwehr war ich von der ersten Minute an zufrieden“, meinte TVK-Trainer Ronny Rogawska. Schnell auf den Beinen, gut verschiebend und die Räume eng machend, hatte der SV nur Wurfmöglichkeiten, wenn er direkt in die Nahtstellen stieß. Das gelang zu selten, zu oft wurde parallel zur Abwehr gespielt. In der vierten Minute markierte Florian Enders per Strafwurf das erste Tor für den SV in der Weststaffel. Bis zum 3:3 (9.), das ebenfalls Enders markiert hatte, blieb die Partie offen. Dann setzte sich Korschenbroich erstmals auf 7:3 ab (16.). „In der ersten Halbzeit wollten wir im Angriff noch zu viel, da hat noch nicht alles gepasst. Sonst hätten wir uns da schon deutlicher absetzen können“, meinte Rogawska. Der SV bewies, dass er eine Tugend mit in Liga Drei genommen hat: Kampfgeist. Die Gastgeber kamen auf 7:8 (26.) heran. Den siebten SV-Treffer markierte Philipp Hammann, der eine gute Wurfquote hatte, von rechts. Was den SV im ersten Durchgang schmerzte, waren vier Zwei-Minuten-Strafen, die nicht immer unumstritten waren, während auf TVK-Seite null zu verzeichnen waren. „Das kostet zu viel Kraft“, sagte Bullacher und bedauerte, dass der SV auch in Unterzahl in die zweite Halbzeit starten musste. „Das kann schon entscheidend sein“, befürchtete er. Korschenbroich nutzte die Chance, markierte das 12:8. Die Entscheidung war es noch nicht, weil Aris Wöschler traf und Hammann mit zwei Gegenstößen auf 11:12 verkürzen konnte. „Das waren mal gute drei Minuten von mir“, flachste Hammann nach dem Spiel. Aber jetzt drehte der Korschenbroicher Angriff auf. Die SV-Abwehr, die den bärenstarken Kreisläufer Marcel Görden im ersten Durchgang gut im Griff hatte, bekam ihn kaum noch zu fassen. Gefühlt war der neunfache Torschütze überall, traf aus allen Lagen – siebenmal im zweiten Durchgang. Christoph Gelbke und Michael Mantsch trieben in dieser Phase mit Görden das TVK-Angriffsspiel an. Görden traf zum 23:16 (45.) für die Gäste. Es war die Entscheidung. (add)

x