Zweibrücken Susanna reißt vor allem Bäume aus

Umgekippte Bäume, lose Dachziegel, herumfliegende Gegenstände, überflutete Felder – Sturmtief Susanna fegte am Faschingsdienstag durch die Region und machte auch vor Zweibrücken nicht halt. Im Stadtgebiet und im Umland hatten die Einsatzkräfte vor allem mit entwurzelten Bäumen zu kämpfen, die Straßen blockierten. Die Räumungsarbeiten dauerten teilweise gestern noch an.
„In Grenzen gehalten“ hätten sich die Schäden, die Susanna im Zweibrücker Stadtgebiet angerichtet hat, teilt Werner Boßlet, Geschäftsführer des Umwelt- und Servicebetriebs Zweibrücken (UBZ) mit. Dennoch hatte der UBZ am Dienstag allerhand zu tun – zu viel, um es alleine zu bewältigen. „Wir wurden großartig von der Feuerwehr unterstützt“, sagt Boßlet. „Es war einfach an zu vielen Stellen zur gleichen Zeit etwas passiert. Das hätten wir nicht alleine wegräumen können.“ Kurz nach 16 Uhr sei es für seine Mannschaft „richtig los“ gegangen, „die letzten kamen gegen 20 Uhr wieder rein“. Wie gestern berichtet, mussten die Einsatzkräfte allein elfmal ausrücken, um umgestürzte Bäume von Straßen zu räumen. Der UBZ hatte laut Boßlet zudem alle Friedhöfe gesperrt, da auf dem Hauptfriedhof mehrere Bäume gefährlich gekippt waren. Als gefährlich stuft Daniel Rolland vom Forstrevier Zweibrücken auch die derzeitige Lage im Luitpoltpark an der Fasanerie ein. Dort wurden mehrere Bäume entwurzelt, die zum Teil noch über den Wanderwegen hängen. Umgestürzte Bäume blockieren zudem Wald- und Wanderpfade im gesamten Forstgebiet. „Die Beseitigung wird noch einige Zeit dauern, da wir zunächst die Bäume wegräumen, die an Straßen und Häusern umgestürzt sind“, sagt Rolland. Spaziergänger sollen im Wald aufmerksam sein und sich unter anderem vor lose herabhängenden Ästen in Acht nehmen. Auch im Umland hielten umgefallene Bäume die Einsatzkräfte auf Trab. In der Truppacher Straße in Contwig krachte eine circa 15 Meter hohe Tanne auf ein Haus – Schaden: mindestens 50 000 Euro. Die Straße war zudem mehrere Stunden gesperrt, da der Baum mit Hilfe zweier Kräne beseitigt werden musste, wie Markus Schmidt, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, mitteilte. Insgesamt waren gestern in der VG laut Schmidt zehn Fahrzeuge und 65 Einsatzkräfte verschiedener Löscheinheiten im Einsatz. Auch im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen: Mehrere umgestürzte Bäume blockierten die Gleise zwischen Contwig und Dellfeld. Die Strecke war von 17.10 Uhr bis etwa 18.30 Uhr gesperrt, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Anfrage mitteilte. Im lothringischen Grenzort Schweyen hat der Sturm am Dienstagnachmittag das Blechdach eines Schuppens in der Rue d’Ecole (Schulstraße) in der Dorfmitte aus seiner Verankerung gehoben. Das Dach zeriss bei seinem Flug die an Masten befestigten Telefon- und Stromleitungen und landete bei einem benachbarten Hühnerstall, dessen Zaun beschädigt wurde. Die Feuerwehr sicherte das Blechdach, damit es keinen weiteren Schaden anrichten konnte. Der französische Stromnetzbetreiber ERDF wurde informiert, damit Techniker die beschädigten Leitungen flicken. Stromausfälle Durch das Sturmtief kam es in einigen Teilen der Region am Dienstagnachmittag auch zu Stromausfällen. Wie eine Sprecherin der Pfalzwerke mitteilt, gab es durch „Susanna“ Störungen im 20-Kilovolt-Netz des Energieversorgers. In der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land waren Teile von Hornbach, Mauschbach und Dietrichingen betroffen. Der Strom fiel hier nach Angaben der Pfalzwerke für eine Dauer von 27 Minuten bis zu einer Stunde und vier Minuten aus. Hochwasser Der starke Regen ließ, wie gestern berichtet, die Pegel an der Blies und am Schwarzbach steigen, der unter anderem bei Einöd über die Ufer trat. Laut Stadtfeuerwehrinspekteur Harald Schmieg ist die Lage dort jedoch recht entspannt. „Es besteht keine Gefahrenlage. Die Pegel sind auch schon zurückgegangen.“ Anders sah es in Neunkirchen aus: Dort musste die Feuerwehr unter anderem überflutete Keller abpumpen. (awac/wrt)