Zweibrücken Stehaufmännchen mit großem Ziel

ZWEIBRÜCKEN/KLEINBUNDENBACH. Mit der Kleinbundenbacherin Lea Pottgiesser hat erstmals eine Voltigiererin der Voltigier- und Reitgemeinschaft (VRG) Südwestpfalz Zweibrücken den Sprung in den Landeskader geschafft. Für die 16-jährige Schülerin der Integrierten Gesamtschule Contwig ist es die Anerkennung für ihre bislang erfolgreichste Saison.
Als Siebte der süddeutschen Meisterschaften und Dritte der Rheinland-Pfalz-Meisterschaften wurde Lea Pottgiesser für die deutschen Jugendmeisterschaften (DJM) im Juli in Redefin nominiert. Weil ihr Pferd Möbel Martins In Store Girl kurz vor der DJM eine Kolik erlitt und nicht eingesetzt werden konnte, wurde die Kleinbundenbacherin aber aus dem rheinland-pfälzischen Aufgebot gestrichen. Die Chance, auf einem fremden Pferd zu starten, verwehrte ihr der Fachbeirat Voltigieren. „Ich habe das immer noch im Hinterkopf“, räumt sie ein, dass es ihr schwer fällt, diese Entscheidung zu verarbeiten. Schließlich war es ihr großes Ziel, einmal bei einer deutschen Meisterschaft zu starten. „Lea war schon immer zielstrebig, sie wusste schon immer, wo sie hinwollte. Und das war die DJM“, sagt ihre Trainerin Sandra Schwebius. Im nächsten Jahr wird die DJM im September in Aachen ausgetragen, das ist ein neuer Ansporn für Pottgiesser. „Aachen – das ist ein Traum, dort einmal einzulaufen“, sagt sie. 2005, im Alter von sechs Jahren, begann Lea Pottgiesser in Kleinbundenbach mit dem Voltigieren. Später kam das Reiten hinzu. „Seit diesem Jahr konzentriere ich mich aber ganz aufs Voltigieren“, erzählt sie. Früh hat sie gelernt, mit Rückschlägen fertig zu werden und die Qualitäten eines Stehaufmännchens bewiesen. Vor vier Jahren rutschte sie beim Abgang vom Pferd aus und riss sich das Kreuzband. „Nach einer so schweren Verletzung in so jungen Jahren ist sie von den Experten schon abgeschrieben worden“, erinnert sich Schwebius. Doch Lea habe das nie an sich rankommen lassen, habe stattdessen akribisch gearbeitet. „Sie ging fleißig ins Fitnessstudio, hat das Reha-Training mitgemacht, ihr Ziel hatte immer noch Bestand“, fügt Schwebius an. „Ich mache eher zuviel als zuwenig“, bemerkt Pottgiesser mit Blick auf Motivation und Ehrgeiz. In der M-Gruppe der VRG Südwestpfalz spielt die Kleinbundenbacherin eine Hauptrolle, sie schätzt den Zusammenhalt im Team. „Ich verstehe mich mit allen gut, wir unterstützen uns in den Einzeln. Wir sind auch Freundinnen, gehen zusammen weg“, bemerkt sie. Dass sie nun im November in den Landeskader aufgestiegen ist, empfindet sie als Ehre und Ansporn. Drei Lehrgänge stehen über den Winter auf dem Programm. Da will sie auch an ihren Schwächen arbeiten. „Ich muss in der Kür lernen, selbstbewusst zu sein. Da wirke ich manchmal bei schwierigen Übungen etwas unsicher“, meint sie selbstkritisch. Die Förderung als Kadermitglied wird ihr dabei helfen. „Dem Landeskader anzugehören, steigert aber auch den Druck. Schließlich will man ja sein Land gut präsentieren“, ergänzt sie. Im kommenden Jahr, ihrem letzten im Juniorenbereich, will sie sich weiter steigern. Der Aufstieg in die S-Klasse steht bevor. „Ich will bei den Landesmeisterschaften gute Durchgänge hinkriegen, bei den Süddeutschen weiterkommen“, sagt sie. Das große Ziel hat sie stets vor Augen: die Nominierung für die deutschen Jugendmeisterschaften. Weitere Kadermitglieder Landeskader: Einzel: Jasmin Glahn (Großbundenbach), Barbara Köhler (Zweibrücken), Doppel: Glahn (Großbundenbach)/Mara Marschall (Homburg) E-Kader Pfalz: Team VRG Südwestpfalz I (Longe: Melissa Habibovic), Einzel: Isabelle Reitnauer (Battweiler), Tatjana Hofer (Großbundenbach), Celine Radtke (Zweibrücken, alle VRG Südwestpfalz), Laura Grim (Zweibrücken, RFV Bundenbacherhöhe).