Fussballspiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Stambach macht im Derby gegen Contwig aus den Standards nichts

Der Stambacher Nicolas Veith (Zweiter von links) hatte viel Arbeit mit dem schnellen Contwiger Lukas Redinger (Dritter von links
Der Stambacher Nicolas Veith (Zweiter von links) hatte viel Arbeit mit dem schnellen Contwiger Lukas Redinger (Dritter von links), der hier gegen Torwart Jonas Schwarz das 4:0 erzielt.

Die Palatia aus Contwig wird ihrer Favoritenrolle beim SC Stambach im A-Klasse-Derby über weite Strecken des Spiels gerecht. Dem Anfangsdruck der Gastgeber hält das Team stand. Dank seiner Effektivität ist nach dem 3:0 zur Halbzeit der Drops schon gelutscht. Ergebniskosmetik gelingt dem SCS trotz einiger Möglichkeiten nicht mehr. Lukas Redinger macht neben einem klasse Spiel auch den Deckel zum 4:0-Endstand drauf.

In den letzten 30 Spielminuten musste Schiedsrichter Marco Niebergall zwar noch fünfmal den Gelben Karton auspacken. Alles in allem war es am Samstag aber das im Vorfeld von beiden Trainern ausgelobte „friedliche Derby“ in Stambach. „Wir haben gegen die beste Mannschaft der Klasse verdient verloren“, sagte hinterher der Stambacher Coach Steven Hörner. Offensiv wie defensiv hatte seine Truppe gut angefangen. Wenn vorne eine Chance verpasst wurde, waren seine Spieler schnell wieder in der rückwärtigen Ordnung und schlossen Lücken.

Die meisten Tormöglichkeiten ergaben sich für Stambach nach einem ruhenden Ball. „Wir müssen aus den Standards einfach ein Tor machen“, trauerte der enttäuschte Spielertrainer, der selbst ein paarmal aussichtsreich vergab, diesen Momenten nach. Der Palatia, das bestätigten beide Trainer nach Spielschluss, setzte diese Stressphase nervlich weniger zu als den Stambachern ihre Abschlussschwäche. Die Gastgeber vergaßen mit Fortdauer des Spiels, ihr defensives Korsett aufrecht zu halten, sie wollten vor den 280 Zuschauern schnell in Führung gehen.

Contwig vorne eiskalt und effektiv

Anders die Contwiger: Clever, wie Christoph Wolf den Ball nach langem Einwurf von Lukas Redinger einfach laufen ließ und nur seinen Körper zwischen das Spielgerät und Gegenspieler Daniel Evanoff brachte. Im Strafraum legte Wolf quer zu Philipp Koch, der drückte das Leder über die Linie. „Wir waren ab da von der Rolle. Das Durcheinander und die individuellen Fehler hat Contwig immer wieder ausgenutzt“, schimpfte Hörner.

Auch Treffer Nummer zwei ging ein individueller Fehler voraus. Steven Mathieu erkämpfte sich an der Mittellinie den Ball, drehte Richtung Tor, steckte das Leder nach ein paar Laufmetern in die Tiefe zu Koch durch, der passte selbstlos auf Marcel Hoffman. Christoph Wolf erhöhte kurz darauf noch auf 3:0.

Starker Redinger profitiert von Palatia-Spielstil

Der Aufsteiger aus Stambach kam dennoch mit guter Moral aus der Kabine. Christoph Boost zwang Keeper Moritz Betz zu einer Glanzparade (48.). Doch je weiter die Spieluhr tickte, um so weniger wollte den Gastgebern gelingen. In ihr Schicksal ergaben sich die Contwiger nie – aber Contwig war einfach effektiver. Das sah auch Palatia-Trainer Stefan Höh so: „Spielerisch war das kein Glanzlicht von uns. Wir wussten: Die zweiten Bälle müssen wir uns holen, das hat geklappt. Vorne waren wir eiskalt, was eine Qualität von uns ist.“

Lukas Redinger verdiente sich auf der Außenbahn der Gäste viele Pluspunkte. Dank seiner Schnelligkeit schüttelte er einige Male seinen Gegenspieler ab, konnte auch in Bedrängnis angespielt werden und ging keinem Eins-gegen-Eins aus dem Weg. Redinger profitiert nach eigener Angabe sehr vom aktuellen Spielstil seines Jugendvereins und von den erfahrenen Mitspielern. „Mit Wolf, Mathieu und Koch klappt das Zusammenspiel vorne super. Die klemmen auch mal den Ball, dann können wir Außenspieler uns in Szene setzen“, berichtete der 21-Jährige, der eine Meisterschule für Tischler besucht.

Auch der letzte Treffer des Spiels fiel nach zögerlichem Abwehrverhalten der Stambacher, Redinger nutzte das. „Ich war überrascht, dass der Ball nach dem Einwurf bis zu mir durchkommt und ich so frei das Tor machen kann. Der Sieg war auch in der Höhe komplett verdient“, sagte er.

So spielten sie

SC Stambach: Schwarz - Carbon, Evanoff, Wolfram, Veith - Lukas Erdmann, Bär (65. Bolies), Dustin Erdmann - Boost, Bechtel (56. Bosche) - Hörner

SV Palatia Contwig: Betz - Krieger, Gilbert (65. Dogan), Johannes Heubeck, Hoffmann - Redinger (83. Nicolas Heubeck), Moutous, Sefrin - Wolf (85. Bachert) - Koch (66. Enkler), Mathieu

Tore: 0:1 Koch (25.), 0:2 Hoffmann (39.), 0:3 Wolf (44.), 0:4 Redinger (78.) - Gelbe Karten: Hörner, Veith - Hoffmann, Koch, Enkler - Beste Spieler: Hörner, Boost - Redinger, Moutous, Krieger, Sefrin - Zuschauer: 280 - Schiedsrichter: Niebergall (Jägersburg).

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