Hallenfussball
Stadtmeisterschaft: SVN Zweibrücken holt nach 15 Jahren wieder den Titel
Ihren Jubeltanz, gepaart mit dem Gesang „Die Nummer eins der Stadt sind wir“, trugen die Spieler des SVN Zweibrücken I am Samstagabend in der Westpfalzhalle berechtigt vor. Es war der erste Titel seit 2011 für den SVN unterm Hallendach. Der Gesang passte auch, weil die SVN-Kicker mit dem Gewinn des Hallentitels, in Kombination mit dem gleichen Erfolg aus dem Sommer im Freien, die aktuell beste Zweibrücker Mannschaft stellen.
TSC-Trainer Denis Jung konnte trotz der Niederlage und des Ausbleibens des sechsten Turniergewinns in Folge am Ende lächeln, auch wenn diesmal ein anderer Verein jubelte. „Dem SVN muss man zum Erfolg gratulieren, ich hatte sie im Vorfeld öffentlich stark eingeschätzt. Wir haben kein schlechtes Turnier gespielt, sind wieder ins Endspiel gekommen. Das hätte in der regulären Spielzeit auch immer wieder auf eine Seite kippen können. Von daher war es für die Zuschauer doch genau das, was sie sehen möchten. Am Ende der Dramatik dann noch das Neunmeterschießen, wo Glück dazugehört.“
Hochdramatisches Finale
Den Worten Jungs konnten die Fans sicher zustimmen. Die schätzungsweise 600 Zuschauer auf der Tribüne sahen ein hochspannendes Endspiel. Die Frage vor dem Finale: Ist der SVN tatsächlich so gut, den Favoriten vom Thron zu stoßen, oder hat der TSC in der Vorrunde, als beide Mannschaften bereits aufeinandertrafen, bei der 1:2-Niederlage nur gepokert? Keine 60 Sekunden dauerte es dann, da brachte Lars Noe den Tabellenführer der A-Klasse in Führung. An ihrem Stil im Wettbewerb, defensiv hart am Gegenspieler zu sein – die SVN-Erste fing sich abgesehen vom entscheidenden Neunmeterschießen in sechs Spielen nur sechs Treffer aus dem Spiel heraus ein –, hielt das Team von Mentor Shabani fest. Mit aggressivem Anlaufen sollte der Gegner früh gestresst werden. Damit agierten sie häufig am Rande des Erlaubten. Oft warnte Hallensprecher Siegmar Thiebaut die Jungs von der Hofenfelsstraße vor, wenn sie bei drei Foulspielen (ab dem vierten hätte es einen Strafstoß für den Gegner gegeben) angelangt waren.
Die Ruhe am Ball, sich von den hektischen Niederauerbachern nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, und die Übersicht von Sebastian Schmitt schienen in der Folge zum Erfolgsgaranten des TSC zu werden. Erst legte Elias Schwarzberg den Ausgleich auf. Mit einer abfälligen Geste in Richtung gegnerischer Zuschauer verabschiedete sich der Torschütze danach aber vom Fair-Play-Preis. Als Robin Jung schließlich mit dem 2:1 die Geschehnisse zugunsten des Landesligisten drehte und Mario Eudenbach für sein Foulspiel an Fabian Bayer erst Gelb sah und wegen anschließenden Meckerns mit Gelb-Rot vom Feld musste, schien das Pendel vollends in Richtung der Bubenhauser zu zeigen.
Die Niederauerbacher überstanden die zweiminütige Unterzahl allerdings ohne Gegentor. Arthur Litzenberg brachte aus dem Getümmel den 2:2-Ausgleich zustande. Jeremy Freyler mit seinem 3:2 drehte den Spieß wieder um. TSCler Mirko Tüllner, für den es erst mal die letzte Zweibrücker Hallenstadtmeisterschaft war – er wechselt im Sommer zur SG Rieschweiler –, wurde erst bejubelt, als ihm in der letzten Spielminute das 3:3 glückte. Im Neunmeterschießen wurde er dann aber zum tragischen Helden, der zweimal vom ruhenden Punkt aus verschoss.
Rimschweiler/VBZ I leicht niedergeschlagen
„Ich hatte es vorher im Gefühl, dass wir es diesmal schaffen können. Der Knackpunkt war, dass wir in Unterzahl bis zum Seitenwechsel kein Gegentor mehr bekommen haben, sonst wäre es wohl vorbei gewesen. Es war wieder hochemotional, das gehört bei dem Prestige dazu. Wir sind zurückgekommen, haben noch Tore gemacht. Ich finde, wir sind verdient Stadtmeister geworden“, beurteilte Mentor Shabani den Turniersieg.
Leicht niedergeschlagen trat die SG Rimschweiler/VBZ I ihr Spiel um Platz fünf gegen den TSC-Zweite an. Das schlechtere Torverhältnis gegenüber dem TSC I brachte sie in diese Situation. Dennoch ließen Spielertrainer Felix Brunner und seine Jungs den Kopf in ihrem einzigen Samstagsspiel nicht hängen. Mit einer anständigen Leistung stellten sie schon in der ersten Halbzeit die Weichen für den klaren 5:1-Erfolg, auch wenn SG-Torwart Jan Nowak in Hälfte zwei häufiger seine Klasse bei Paraden auspacken musste. Sein Gegenüber, TSC-II-Keeper Maxim Klensch, verletzte sich so stark am Knie, dass er gestützt vom Parkett gebracht werden musste.
SV Ixheim I holt sich Platz drei
Für positive Furore sorgte die zweite Mannschaft des SVN, die ohne Niederlage durch die Gruppe A marschiert war. Der C-Klasse-Klub bekam es im ersten Halbfinale mit dem Titelverteidiger zu tun. Das letztliche 3:0 für den TSC I entsprach aber keineswegs dem Spielverlauf. Der SVN II war die agilere Mannschaft, spielte frech auf und brachte TSC-Torwart Lucas Schmidt ein ums andere Mal in große Bedrängnis. Das Tor von Marc Brünisholz kurz vor der Halbzeitsirene tat allerdings weh. Trotz weiterer Gegenwehr erhöhten Sebastian Schmitt und Robin Jung anschließend.
Im Spiel um Platz drei mussten die Jungs von Trainer Jan Schmidt am Ende dann dem SV Ixheim I gratulieren. „Jetzt war die Luft raus. Das Halbfinale, in dem wir in der ersten Halbzeit klar die Besseren waren, hat sehr viel Kraft gekostet und ärgert uns. Alle haben sich jetzt noch mal verausgabt. Wir können stolz auf das Dargebotene sein.“ Auch SVI-Coach Thorsten Lahm war stolz: „Das beste Ergebnis seit Gedenken der Vereinsgeschichte“, sagte er lachend zu Platz drei. „In der Halle sind es kleine Dinge, die große Auswirkung haben, siehe unser Halbfinale gegen den SVN. Wir hatten weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen, verpassen später den Ausgleich und dann kassieren wir gleich mehrere Dinger hintereinander, da hat uns Hallen-Erfahrung gefehlt. Aber kämpferisch, leidenschaftlich und wie wir Fußball gespielt haben: Damit bin ich sehr zufrieden.“
Ebenfalls vor großer Kulisse präsentierten sich am Samstag die F-Jugenden der TSG Mittelbach-Hengstbach und des TSC Zweibrücken. Die Mädels und Jungs liefen gleich zweimal zur Höchstform auf. Nach beiden Spielen stand ein 4:1 (3:1)-Gesamterfolg für den TSC auf der Anzeigentafel. Die Partie war gleichzeitig das letzte Mal, dass sie getrennt spielten: Ab sofort gehen beide Vereine als Spielgemeinschaft eine sportliche Verbindung auf Jugendebene ein.
Fair-Play-Preis: TSC-Zweiten stellt fairste Kicker
Die Fußballer des TSC Zweibrücken II wurden mit der 1:5-Niederlage gegen den TuS Rimschweiler/VBZ I Turniersechster. Sie brachten es bei den neuen Hallenregeln mit Gelber Karte statt Zwei-Minuten-Strafe fertig, in vier Vorrundenbegegnungen und einem Platzierungsspiel – in insgesamt 54 Minuten – nur sage und schreibe drei Fouls zu begehen. Damit hatten sie mit Recht den von Oberbürgermeister Marold Wosnitza und dem städtischen Sportamt gesponsorten kleinen Fairnesspokal verdient.