Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Stabhochspringerin Steinmeyer und Hammerwerfer Port bei der U20-WM in Peru

Tamineh Steinmeyer schaffte es in Finale.
Tamineh Steinmeyer schaffte es in Finale.

Unsanft ausgebremst: Die Baden-Württembergerin erwischt einen Magen-Darm-Virus und nimmt vier Kilo ab, der Neu-Saarländer fällt aufs Handgelenk und erkältet sich.

Seit dem späten Dienstagabend sind sie wieder zu Hause, die beiden „Fast-Zweibrücker“ und Teilnehmer an den U20-Weltmeisterschaften in der peruanischen Hauptstadt Lima: Stabhochspringerin Tamineh Steinmeyer und Hammerwerfer Timo Port. Die beiden 19-Jährigen haben der RHEINPFALZ erzählt, wie ihr Wettkampf verlief und wie sie ihr Abschneiden bewerten.

Die Heimreise war für beide gefühlt noch mal eine halbe Weltreise. Steinmeyer flog nach Paris und fuhr von dort mit dem Auto zurück ins saarländische Friedrichsthal, wo sie derzeit bei den Großeltern wohnt. Ports Flieger ging nach Berlin, dort nahm er einen Anschlussflug nach Saarbrücken. Bei beiden Leichtathleten ist jetzt erst mal Pause und ein bisschen Urlaub angesagt. Wettkämpfe stehen keine mehr an, „die Saison war mit Lima lang genug“, sagen sie unisono.

Steinmeyer: Erst mal dicken Pullover gekauft

Beide waren nicht zufrieden mit ihren Resultaten in Peru. Port, der seit Jahresbeginn für den SV Go! Saar 05 Saarbrücken startet, aber sportlich bei der VT Zweibrücken groß geworden ist, war in der Qualifikation mit 65,09 Metern hängen geblieben und hatte als 26. das Finale der besten Zwölf klar verpasst. Steinmeyer, die beim LAZ Zweibrücken ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, schaffte mit ihrem Quali-Sprung über 3,95 Meter zwar den Einzug ins Finale, blieb dort aber mit übersprungenen 3,80 Meter deutlich unter ihrer Bestmarke (4,25 m). Am Ende war das Platz elf für die Baden-Württembergerin.

Das unbefriedigende Abschneiden hatte aber bei beiden bestimmte Gründe. Nach ihrem letzten Sprung vergoss Steinmeyer ein paar Tränen vor Frust, wie sie zugab. „Ich hatte mir gleich am Anfang eine Magen-Darm-Infektion eingefangen, wie etwa zehn Prozent der ganzen deutschen Mannschaft“, berichtete sie. Sie habe sich schon in der Qualifikation sehr schlapp gefühlt und einen sehr weichen Stab nehmen müssen. Im Finale war es dann ähnlich: Sie hatte Bauchschmerzen und Kreislaufprobleme. „Ich hatte gar kein Gefühl für die Sprünge, stand am Anlauf und wusste gar nicht mehr, was ich machen muss“, stellte sie fest. Vier Kilo hatte die sonst 63 Kilogramm schwere Athletin abgenommen. Zudem war es in Lima kälter als gedacht: „Damit hatte niemand gerechnet, ich hatte nur kurze Sachen dabei. Wir sind dann erst mal in eine Shopping Mall gegangen und haben Pullover gekauft.“ Und ihre Eltern Kerstin und Klaus, die zum Wettkampf gekommen waren, brachten eine Winterjacke und eine Decke mit, die dann sogar im Team rumging. „Es waren schwere Bedingungen, aber doch ärgerlich für mich, als ich gesehen habe, bei welcher Höhe (4,15 m, Anm.d.Red.) die Bronze- und die Silbermedaille weggingen“, sagte sie.

Timo Port scheiterte in der Qualifikation.
Timo Port scheiterte in der Qualifikation.

Port trotz guter Vorbereitung ganz schön aufgeregt

Auch Hammerwerfer Timo Port kam bei der Kälte ohne seine Regenjacke nicht aus. „Das war im Wettkampf aber meine geringste Sorge“, sagte der 19-Jährige, der noch vor der U20-WM umgezogen ist ins „Haus der Athleten“ an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule. Die letzte Trainingswoche der Vorbereitung in Kienbaum bei Berlin und auch die ersten Würfe in Lima waren super. „Meine Erwartung war, dass ich so werfe wie immer: in Richtung 69 Meter und Bestleistung.“

Ein bisschen stand ihm nach eigener Aussage in der Qualifaktion dann auch die große Aufregung im Weg. Zudem fiel er beim ersten seiner drei Würfe in der letzten Drehung aufs rechte Handgelenk. „Das tat zwar erst hinterher richtig weh, aber es war schwierig, sich danach im Kopf wieder zu fangen“, erklärte er. Der zweite Wurf war besser, aber ungültig. Der dritte Versuch reichte nicht mehr fürs Finale. „Der Sturz war nicht so schlimm. Eher hat mich die schwache Leistung genervt. Mit einem guten Wettkampf wäre ich zufrieden gewesen“, sagte Port, der am 1. Oktober seine Ausbildung in der Sportfördergruppe der saarländischen Polizei beginnt. Erkältet hatte er sich zudem auch noch. Beide haben also für die U20-Europameisterschaften im kommenden Jahr im finnischen Tampere noch richtig eine Rechnung offen.

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