Klettern RHEINPFALZ Plus Artikel St. Ingberterin Molitor schafft erhoffte DM-Qualifikation

Für Lucie Molitor ist das Kletterzentrum Pfalz-Rock kein Neuland: Sie trainiert hier häufiger.
Für Lucie Molitor ist das Kletterzentrum Pfalz-Rock kein Neuland: Sie trainiert hier häufiger.

Im Pfalz-Rock in Frankenthal wurden am Sonntag die westdeutschen Meister im Lead-Klettern ermittelt. Am Start waren auch zwei Sportler vom DAV Zweibrücken – mit unterschiedlichem Erfolg. Landesmeisterin Lucie Molitor landete in ihrer Konkurrenz auf Platz zwei.

Für Molitor ist das Kletterzentrum Pfalz-Rock kein Neuland. Einmal pro Woche kann es die in St. Ingbert wohnende Studentin einrichten, dass sie in die Vorderpfalz zum Training fährt. Diesmal war jedoch alles anders, denn die gewohnten Griffe waren an den Wänden, an denen die Wettkämpfe ausgetragen wurden, nicht mehr zu finden. Beim Lead-Klettern, auch Schwierigkeitsklettern genannt, geht es darum, anspruchsvolle Routen von etwa 15 bis 20 Meter Höhe unter Beachtung des Zeitlimits von sechs Minuten zu klettern. Dabei wird die maximal erreichte Höhe bewertet. Zusätzlich müssen sich die Kletterer in den an der Wand verankerten Bolzen einhaken, womit für Sicherheit garantiert wird. Denn in den meisten Fällen endet die Klettertour mit einem Sturz. Besonders herausfordernd sind die mindestens sieben Meter Überhang, die jede Route aufweisen muss.

Bei den westdeutschen Meisterschaften, an denen die besten Kletterer aus Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Hessen und Nordrhein-Westfalen teilnahmen, gestalteten die Routenbauer neue, anspruchsvolle Wegstrecken. Im Unterschied zu den beiden Qualifikationsdurchgängen galten für das Finale, für das sich die jeweils zehn besten Männer und Frauen qualifizierten, verschärfte Bedingungen. Die Finalroute war nämlich durch Plastikfolie verdeckt, denn hier wurde onsight (auf Sicht) geklettert, wie die Begehung einer unbekannten Route im ersten Versuch bezeichnet wird. Dazu durften die Finalisten die Route zu Beginn gemeinsam jeweils sechs Minuten lang von unten einsehen, um sich Kletterzüge zu überlegen und einzuprägen. Danach ging es für alle in die Isolationszone, wo sie auf ihren Einsatz warteten. Damit soll Chancengleichheit gewährleistet und verhindert werden, dass die Reihenfolge der Starter Einfluss aufs Resultat nimmt.

Molitor ruft starke Leistung im Finale ab

Lucie Molitor war als Rheinland-Pfalz-Meisterin angereist und meisterte die Qualifikation ohne Probleme, qualifizierte sich als Viertbeste fürs Finale. Mit dem zweiten Durchgang war sie sehr zufrieden, mit dem ersten weniger. „Ein falsche Bewegung im falschen Moment“ führte dazu, dass sie schon nach 18 Griffen passen musste und Rang acht belegte. Im zweiten Durchgang teilte sie sich aber mit 40 Griffen mit der Frankfurterin Manon Stenzel Platz eins. Ein ähnlich starke Leistung konnte die Studentin der Sozialarbeit in Saarbrücken auch im Finale abrufen, wo sie erst nach 37 Griffen abreißen lassen musste und hinter Luisa Flohe (39) aus Aachen den zweiten Platz belegte und sich damit wie erhofft für die deutsche Meisterschaft qualifizierte.

„Die Route war lang und anspruchsvoll. Ich freue mich sehr, dass es so gut gelaufen ist“, sagte die 20-Jährige hinterher. Die Woche vor den nationalen Meisterschaften am kommenden Wochenende in Augsburg will sie dafür nutzen, um „Körper und Kopf zu regenerieren und ein paar Wettkampfrouten zu probieren“.

Paul Klein greift nächstes Jahr wieder an

Für Paul Klein vom DAV Zweibrücken waren die westdeutschen Meisterschaften dagegen schon nach der Qualifikation beendet. „An der einen oder anderen Stelle wäre ich gerne weiter gekommen, von daher bin ich schon ein wenig enttäuscht“, bedauerte der 33 Jahre alte Elektroingenieur, der erst 2015 mit dem Sportklettern begann. Trotz des Ausscheidens ist sein Ehrgeiz ungebrochen. „Mal sehen, wie es nächstes Jahr aussieht“, kündigte er einen neuen Angriff an.

x