Zweibrücken
Spritzgießer Schließmeyer mit neuer „Schwester“ in Franken
Wie Schließmeyer fertigen die 25 Mitarbeiter von Spectrum Spritzgusse für Hauptlieferanten der Autobauer, haben aber auch ein starkes Standbein in einem anderen Markt: Etwa 50 Prozent des Umsatzes wird mit Bodenbefestigungssystemen aus Kunststoff, Platten und so genannte Paddocks aus Recycling-Material, gemacht. Ernst & Cie, so Vorstand Jürgen Brand, baue mit dem Zukauf sein Plastik-Geschäft aus. Man sei zu weiteren Investitionen bereit. Für Armin Henning ist das ein gutes Zeichen. „Gerade jetzt, in der Krise zu investieren, ist ein Statement.“
Schließmeyer-Werkzeugbau liefert künftig an die Franken
Was den Maschinenpark und die Kompetenzen anbelangt, sei Spectrum eine ideale Ergänzung zur Schließmeyer GmbH. Spectrum werde weiterhin eigenständig, mit einem eigenen Geschäftsführer geführt; auf allen anderen Ebenen werde man aber intensiv zusammenarbeiten. „Wir bauen die Werkzeuge für unsere Maschinen seit einigen Jahren wieder selbst. Spectrum hat keinen eigenen Werkzeugbau. Werkzeuge, also die Formgeber der Produkte, werden künftig aus Zweibrücken nach Lichtenau geliefert“, nennt Armin Henning ein Beispiel für die Zusammenarbeit der pfälzischen mit der 300 Kilometer entfernt beheimateten fränkischen „Schwester“.
Die Schließmeyer GmbH, die kürzlich als Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie eine wiederverwendbare Maske aus Kunststoff auf den Markt brachte (Henning: „Die ganz großen Volumen sind noch nicht abgerufen worden, aber wir haben jetzt was, sollte die Nachfrage steigen“ hat wie alle Automobilzulieferer einen erheblichen Beschäftigungsrückgang zu verkraften. Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Diese Krise, so Hennings Einschätzung, wird den Markt der spezialisierten Kunststoffspritzgießer nachhaltig verändern. Das Feld werde neu bestellt. Aber: „Wir werden gut durch die Krise kommen“, sagt der Schließmeyer-Geschäftsführer. Mit der Akquise von Spectrum gewinne man an Gewicht.