Corona-Lockerungen RHEINPFALZ Plus Artikel Sportvereine der Region Zweibrücken wollen Freiluft-Gruppentraining anbieten

lockerungen hürden

Kontaktfreies Training im Freien ist für die Amateursportler in Rheinland-Pfalz wieder erlaubt. Maximal zehn Erwachsene oder bis zu 20 Kinder bis 14 Jahre dürfen sich ab Montag wieder gemeinsam sportlich ertüchtigen. Wie gehen die Vereine in der Region Zweibrücken mit dieser Lockerung der Corona-Maßnahmen um? Die RHEINPFALZ hat sich umgehört.

Sebastian Meister trainiert gemeinsam mit Hannah Fuhr bei den Handballern des SV 64 Zweibrücken die C- und D-Jugendlichen sowie die Minis. Er hatte sich bereits vorgenommen, sobald es möglich ist, wieder mit „seinen Kindern“ den Trainingsbetrieb aufzunehmen, den Hallensport Handball ins Freie zu verlagern.

„Wir hatten im vergangenen Sommer schon auf dem Exe trainiert. Glücklicherweise sind auf den Plätzen dort auch Linien eines Handballfelds eingezeichnet“, sagt Meister. Trotzdem sei das Training auf diesem Platz alles andere als optimal, weil die handballüblichen Bewegungsabläufe samt Bodenkontakt auf dem Asphalt kaum möglich seien. Meister: „Wir wollen den Körperkontakt vermeiden. Ich weiß nicht, ob wir in dieser Woche bereits ein Training auf die Beine stellen können.“

Zuerst seien hier auch Gespräche mit den Eltern des SV-Nachwuchses nötig, um nicht ganz unwichtige Einzelheiten abzuklären. „Wir wollen auf jeden Fall Rücksicht auf die Belange der Eltern und Spieler nehmen. Wenn nur wenige Kinder mittrainieren würden, weiß ich nicht, ob es sich dann lohnen wird“, betont Meister. Er sieht es als ersten guten Schritt für den Sport, dass nun zumindest in Ansätzen wieder ein Gruppentraining mit Abstand möglich ist: „Immer nur Online-Training macht es auf Dauer auch schwierig.“

Freiluft-Training auf dem Exe wohl nur für Nachwuchs

Bei den Basketballern der VT Zweibrückern bleibt das große „Hurra“ erst mal aus. „Man muss jetzt genau überlegen, was man macht und vor allen Dingen wo“, sagt Denis Rendgen, Trainer der VTZ-Landesliga-Herren. Einem Freiluft-Training auf dem Exe sehe er mit Skepsis entgegen. Denn die Körbe und die Spielfläche wiesen keine sonderlich gute Qualität auf. „Das ist für die erwachsenen Spieler sicherlich nicht gut. Die Knochen und Bänder können auf dem harten Boden ganz schön leiden“, meint Rendgen.

Jedoch sehe er durchaus Optionen für die Nachwuchsteams der VTZ (U12, U14 und U20): „Für die Kids wollen wir auf jeden Fall etwas machen.“ Dass sich die Herren hobbymäßig organisieren, um ein paar Körbe zu werfen, will Rendgen zwar nicht ausschließen, „aber ein wettkampfmäßiges Training bei den Herren wird es vorläufig nicht geben“.

Nur mit Anmeldung bei Contwigs Kindergruppen

Bei der Vereinigten Turnerschaft Contwig sieht Walter Hüther wieder Licht am Ende des Tunnels. „Es macht uns hoffnungsfroh, dass wir wieder in das Vereinsleben einsteigen können. Aber wir haben schon ein bisschen Bauchweh“, gesteht der VTC-Vorsitzende. Es sei schwierig, bei allen den Corona-Regeln den Überblick zu behalten. „Es kann auch sein, dass der Kreis eine Verordnung erlässt, dass wir nicht trainieren dürfen“, fügt Hüther an. Dennoch habe er alle Trainer des Vereins am Freitag über die mögliche Wiederaufnahme des Sportbetriebs informiert. „Die Outdoorgruppen haben genügend Interessenten. Bei den Kindergruppen wird es nur über eine Anmeldung zum Training gehen, weil die Gruppen größer als 20 Personen sind. Auch das Wetter wird eine Rolle spielen“, sagt Hüther. Er sehe die nächsten Tage als Findungsphase.

Durchaus könne er sich vorstellen, dass einige Gruppen das Training aufnehmen. „Alle Übungsleiter sind in Habachtstellung. Ich sehe noch ein paar Fragezeichen. Wir werden noch eine Videokonferenz machen, bevor es losgeht“, erklärt der Vorsitzende. Er sehe es auch als geboten an, die Übungsleiter dauerhaft mit Informationen über die gerade gültigen Corona-Regeln zu versorgen.

LAZ setzt auf kleine Gruppen

„Wir werden die neuen Bestimmungen mit dem Vorstand durchgehen“, sagt Alexander Gakstädter, hauptamtlicher Trainer des Leichtathletikzentrums Zweibrücken. So soll es eine Bestandsaufnahme geben, wie sich die aktuelle Trainingssituation darstellt. Gakstädter: „Wir wollen auch eine Stellungnahme der Stadt Zweibrücken abwarten, ob und wie wir die Sportanlage nutzen können.“ Ein Training in Gruppen werde es aber auf jeden Fall geben. „Wir haben noch viele Gedankenspiele. 20 Personen sind uns auf jeden Fall derzeit viel zu viel. Da ist das Risiko zu groß“, betont der LAZ-Coach. Er favorisiere für die nähere Zukunft Training in kleineren Gruppen. „Wir haben nach dem ersten Lockdown in Gruppen mit vier oder fünf Personen trainiert. Das werden wir so in etwa auch wieder angehen“, erklärt Gakstädter, der auch auf die Erfahrungen aus der Zeit nach dem ersten Lockdown zurückgreifen will.

VB-Kicker legen Anfang der Woche los

Michael Müller, Teammanager der Fußballer der SG VB Zweibrücken/SV Ixheim, erzählt von regen Diskussionen unter den Trainern über die ersten Trainingsschritte. „Wir werden Anfang der Woche mit zehn Leuten kontaktloses Training machen“, kündigt Müller an. So werde es Laufeinheiten in Gruppen sowie Passübungen geben. Müller: „Ich finde es wichtig, dass wir was machen. Die Spieler brauchen den persönlichen Kontakt. Bei dem derzeitigen Wetter bietet es sich an, draußen zu trainieren.“ Unklar sei jedoch noch, wie die Trainingsgruppen eingeteilt werden. „Es stellt sich die Frage, welche Personen zusammen trainieren. Vielleicht wollen auch weniger als zehn Leute trainieren. Das glaube ich aber nicht. Ich hätte gerne, dass die VB wieder in Tritt kommt“, sagt Müller, der auch Co-Trainer des Landesligateams ist.

Er sei heilfroh, dass es erste Lockerungsschritte gibt. „Es war nicht mehr auszuhalten. Sich nur noch über den Bildschirm zu sehen, hat einfach nicht mehr gereicht. Man muss jeden Strohhalm greifen, den man bekommen kann.“

„Wir sind routiniert vom letzten Lockdown“

Bei den Nachwuchsfußballern des SV Ixheim soll ebenfalls schon in dieser Woche wieder in Gruppen trainiert werden. „Wir sind gewappnet. Aber wir wollen es unseren Trainern freistellen. Zuerst müssen jedoch die Rahmenbedingungen geschaffen werden“, sagt SVI-Vorsitzender Sascha Grimm. Für ihn sei es, da mit Abstand trainiert werden müsse, äußerst wichtig, dass die Belegung des Platzes entzerrt wird. Grimm: „Es gehört viel Organisation dazu. Aber wir wollen die Kinder in den nächsten Tagen wieder auf den Platz bringen.“ Er wolle das Hygienekonzept aus der Zeit nach dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr wieder aufgreifen. Das habe sogar bei den kleinsten Kickern aus der G- und F-Jugend bestens funktioniert. „Wir sind routiniert vom letzten Lockdown“, merkt Grimm an.

Natürlich sei es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder trainieren lassen: „Wir werden das Training anbieten, es kann aber jeder machen, was er will.“ Wie schon nach dem ersten Lockdown plant Grimm, eine Videobotschaft an die Eltern und Nachwuchskicker zu senden, in welcher er das weitere Vorgehen erklärt. „Für mich ist es wichtig, dass die Vereinsmitglieder und die Mannschaften wieder zusammenkommen“, verdeutlicht der SVI-Chef.

x