35 Jahre Zweibrücker Sportlerwahl
Sportlerehrung: Vom barocken Schloss bis ins schlichtere Bürgerhaus
So ist das mit Feiern, wenn die Jubilare in die Jahre kommen: Es wird mit der Zeit immer etwas gediegener. Reichte zum 18. Geburtstag schon mal die eigene ausgeräumte Garage für eine Fete, darf es zum 50. Geburtstag dann schon ein schönes Restaurant sein. Und zum 35. Geburtstag, wie bei der jetzigen Zweibrücker RHEINPFALZ-Sportlerwahl, vom Ambiente her vielleicht irgendwas dazwischen.
Bei der RHEINPFALZ war das fast ein bisschen umgekehrt: Die 18. Sportlerwahlparty für die Sportler des Jahres 2007 stieg 2008 in der edlen, spätbarocken Atmosphäre des Zweibrücker Schlosses, das an „normalen Tagen“ das Pfälzische Oberlandesgericht und die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken beherbergt. Danach ging’s unter anderem in diverse einfach eingerichtete Sportheime wie das des FC Oberauerbach oder der VT Contwig. Am kommenden Mittwoch steigt die Party für geladene Gäste wie im Vorjahr im schönen Althornbacher Bürgerhaus.
Und am Anfang hätte sicher niemand gedacht, dass sich das „zarte Pflänzchen“ Sportlerwahl so gut entwickeln würde, dass es sie nach 35 Jahren immer noch gibt. Nur die Corona-Pandemie bremste die Wahl 2020 einmal aus. Aber die Idee, die der damalige RHEINPFALZ-Bezirksverlagsleiter Karl-Heinz Niwek und der Marketing-Leiter der Parkbrauerei, Erwin Schmenger, Anfang der 1990er-Jahre entwickelt hatten, war einfach gut. Sportler für gezeigte Leistungen zu nominieren – und die RHEINPFALZ-Leser darüber abstimmen zu lassen, wer die Wahl gewinnen soll.
Das mit der regen Teilnahme klappte vom Start weg gut – auch wenn in dieser Zeit noch mancher Kopierer vor Arbeit durchglühte. Aber die Redaktion lernte ja dazu: Ab 1993 waren nur noch Original-Stimmzettel aus der gedruckten Zeitung zur Wahl zugelassen. In all der Zeit sind rund 60.000 Stimmen abgegeben worden. Seit etlichen Jahren hat die RHEINPFALZ die Abstimmung zeitgemäß umgestellt: Heute kann nur noch online abgestimmt werden, die Seite www.rheinpfalz.de/sportlerwahl-zweibruecken lässt auch nur eine Stimmabgabe pro Person zu. Dafür helfen seit einigen Jahren – zusätzlich zu den Porträts auf der gedruckten Seite – im Internet auch Videos der je fünf Kandidaten bei Sportlerinnen, Sportlern sowie Mannschaften bei der Entscheidungsfindung.
Und was hat die RHEINPFALZ in dieser langen Zeit nicht alles schon geehrt: Pfalzmeister, Landesmeister, etliche deutsche Meister, Europameister und auch gar nicht so wenige Weltmeister quer durch alle Altersklassen und Sportarten und - disziplinen. Nur ein Olympiasieger oder eine Olympiasiegerin fehlt in diesem starken Sammelsurium immer noch. Wenn das mal kein echter Ansporn für die jüngeren Zweibrücker Generationen ist. Und wer weiß? Vielleicht wird das dann ja mal genau ein Sprössling eines früheren Sportlerwahlsiegers oder einer -siegerin, der oder die jetzt noch in den Windeln steckt. Los Angeles 2028 in den USA und das australische Brisbane 2032 lassen als nächste feststehende Ausrichter der Olympischen Sommerspiele schon mal grüßen.
Würde es sich beim jetzigen Jubiläum der Sportlerwahl mit der Zahl 35 im Übrigen um den Hochzeitstag handeln, wäre es nach einschlägigen Listen die Leinwandhochzeit. Die Zweibrücker Sportler werden dagegen auch in Zukunft ganz sicher in der Hauptsache den gängigen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen nachjagen, in der leichtathletischen Diamond League vielleicht auch mal noch einem Diamanten.