Fußball
Sportamt-Mitarbeiterin Steffi Baumann wechselt vom Spielfeld in die Turnierleitung
Steffi Baumann vom Sportamt der Stadt Zweibrücken freut sich riesig auf die Mini-EM der Grundschüler, die am kommenden Dienstag, 11. Juni, ab 8.45 Uhr im Westpfalzstadion steigt. „Ich bin seit Wochen und Monaten in der Planung für die Veranstaltung und hab’ jetzt richtig Lust darauf, dass es losgeht“, sagt die 27-Jährige. Am Dienstagmorgen war die Verwaltungsfachangestellte noch mal kurz im Stadion. Mal eben gucken, ob der Rasen hinter dem Kunstrasen gemäht ist, damit in den nächsten Tagen die Linien eingezeichnet werden können. Wo kommt das Podium hin, wo die vom Jugendamt organisierte Hüpfburg, wo der Obststand von Edeka Ernst? Baumann weiß die Antworten, bei ihr laufen die Fäden des Turniers zusammen. Und am Freitag will sie schon mal den Platz der Turnierleitung einrichten.
Steffi Baumann hat turbulente Tage hinter sich. Denn neben der Organisation der Mini-EM war die zwölf Minuten jüngere Schwester von Zwillingsbruder Adrian auch in die Pfingstbegegnung mit Menschen aus der französischen Partnerstadt Boulogne-sur-Mer involviert. Und dann kam das Hochwasser, und sie stand am Freitag vor Pfingsten im Keller des Rathauses, schleppte Wahlunterlagen nach oben und half mit vielen anderen Helfern, den Keller zu räumen. „Es war ein strammes Wochenende“, gibt die junge Frau zu, die am Kreuzberg wohnt. Kein Wunder, dass sie daher in Sachen Mini-EM seit Tagen immer wieder in Wetter-App schaut. „Da soll es aber gut werden“, sagt sie ganz optimistisch.
Die Arbeit im Sportamt gefällt ihr sehr gut
Nach dem Fachabitur hatte sie 2018 ihre Ausbildung bei der Stadt begonnen, seit Mai 2021 arbeitet sie im Sportamt. „Es war mitten in Corona ein holpriger Start. Aber es macht mir sehr, sehr viel Spaß hier. Die persönliche Zusammenarbeit, vor allem mit den Vereinen, gefällt mir“, sagt sie. Ihre Vorgänger Jürgen Uhland und Reiner Lahm stehen ihr immer noch mit Ratschlägen zur Seite. „Die beiden unterstützen mich voll. Die sind echt super, haben das vorher ja auch ewig gemacht“, sagt Baumann.
Sie ist in einer sportaffinen Familie groß geworden, begeisterte sich schon immer für Fußball und hat gerade in Althornbach wieder mit dem Tennisspielen begonnen. Ansonsten schaut sie im TV fast alles, was mit Sport zu tun hat. „Ich freue mich riesig auf die ,echte’ EM“, sagt sie.
Als Grundschülerin sogar schon selbst mitgekickt
Die Mini-EM am Dienstag ist ihre erste Fußballveranstaltung: Seit der Mini-WM 2018 gab’s in Zweibrücken kein Grundschulturnier mehr. Erst wegen Corona, und die Winter-WM in Katar war in einer Halle einfach nicht durchführbar. Obwohl: So ganz das erste Turnier ist es für Baumann dann doch nicht. Denn bereits beim Debüt, der Heim-Weltmeisterschaft im Jahr 2006, war sie dabei – als Spielerin. Damals ging sie noch in die Grundschule Sechsmorgen in Niederauerbach, und Mädchen sollten laut Reglement auch mitspielen.
„Wir waren Südkorea“, erinnert sie sich an die Auslosung. Am meisten Spaß habe es gemacht, die T-Shirts zu bemalen. „Wir haben im Unterricht aber auch tatsächlich viel über das Land, die Religion und die Kultur gelernt“, weiß sie noch. Wie ihr Team abgeschnitten hat, allerdings nicht mehr genau. „Auf jeden Fall nicht Erster oder Zweiter“, meint sie. Das RHEINPFALZ-Archiv verrät es: Das Sechsmorgen-Team schied beim Turnier, das damals die Viertklässler Grundschule Bruchhof-Hohenburg als Togo gewannen, erst im Viertelfinale gegen die Pestalozzischule aus. Diesmal ist Steffi Baumann bis zum Schluss voll dabei – und hofft jetzt vor allem auf einen gnädigen Wettergott.