Zweibrücken Spektakel an der Außenwand
ZWEIBRÜCKEN. 250 Kletterer erwartet die Zweibrücker Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) am Wochenende zum Deutschen Bouldercup im Kletterzentrum Camp4 am Flughafen. Bei den Erwachsenen werden am Samstag die Deutschen Meister gekürt, bei den Jugendlichen geht es am Sonntag im Rahmen der Bouldercup-Serie um Punkte.
Gesamt-Weltcupsieger Jan Hojer und Thomas „Shorty“ Tauporn, ehemaliger Overall-Vizeweltmeister, kämpfen am Samstag bei den Männern um den Sieg im dritten und finalen Wettkampf um den Deutschen Bouldercup. Der Gesamtsieger ist Deutscher Meister in der Disziplin des Kletterns ohne Seil und Klettergurt. Bei den Frauen dürfte Monika Retschy der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen sein, zu groß ist ihr Vorsprung auf Lilli Kiesgen. Die Wettkämpfe starten um 10 Uhr mit der Qualifikation, die sechs besten Männer und Frauen klettern ab 19.45 Uhr im Finale. Mathias Conrad vom Zweibrücker DAV geht davon aus, dass die meisten der 100 Teilnehmer bereits am Freitag anreisen. Der Zweibrücker Alpenverein ist mit einem großen Aufgebot beim Heimwettkampf vertreten. Bei den Männern treten Dominik Leinenbach, David Wente und Sebastian Gerber an. „Dominik war schon einmal im Finale“, sagt Trainer Mathias Conrad und traut Leinenbach zu, auch an der Heimwand eine gute Rolle zu spielen. Mit Elisa van der Wel, Junioren-Nationalkader-Kletterin Luna Friedrich, Kaya Albach, Luci Molitor und Michelle Leiner sind die Zweibrücker auch im Damenfeld stark vertreten. Conrad sieht Finalchancen für Friedrich und van der Wel, die bereits über Finalerfahrung verfügt. „Einige von ihnen werden, weil sie gerade 16 Jahre sind, auch am Sonntag bei der Jugend starten“, berichtet der Coach. Die Jugend – gestartet wird in den Altersklassen A- und B-Jugend – ist am Sonntag ab 9.30 Uhr im Einsatz, 150 Kletterer haben sich angekündigt, sie steigen mit einer Qualifikation ein. Das Finale beginnt um 15.30 Uhr und wird gegen 18.45 Uhr zu Ende sein. Hier können sich je Altersklasse zehn Kletterer fürs Finale qualifizieren. Conrad selbst wird am Wochenende nicht im Wettkampf klettern. Er ist als Chef-Routenbauer im Stress, gestern Abend sollten seine Routenbauer-Kollegen aus Köln und Dresden in Zweibrücken eintreffen. Für das Team gilt es, 48 Routen zu bauen. „Wir haben ja vier Tage Zeit, um das alles auszuprobieren“, erzählt er. Dabei steigt Conrad, der 2015 noch zur Nationalmannschaft gehörte, selbst in die Wand. „Man muss alles selbst klettern können. Zwar nicht von Anfang bis Ende, aber jeden Zug sollte man schon machen“, ergänzt er. Die Wand, auf der die beiden Wettbewerbe geklettert werden, steht im Freien. Das verspricht spektakuläre Bilder für die Zuschauer. „In Köln waren es mal über 2000 Zuschauer“, erzählt Conrad und hofft, dass sich in Zweibrücken mehr als 1000 Beobachter einfinden. Platz genug ist da, bis zum Wettkampf wird eine kleine Tribüne aufgebaut. „Wir haben genug Werbung gemacht“, bemerkt Conrad mit Blick auf die Kletterszene. Der deutsche Alpenverein überträgt die Wettkämpfe übrigens live ins Internet, sie können unter www.alpenverein.de/wettkampf/ verfolgt werden. (daa)