Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel So lief der Faschings-Umzug in Zweibrücken

45 Zugteilnehmer, über 850 mitlaufende Menschen und noch viel mehr Zuschauer entlang der Umzugsstrecke.
45 Zugteilnehmer, über 850 mitlaufende Menschen und noch viel mehr Zuschauer entlang der Umzugsstrecke.

45 Zugteilnehmer, über 850 mitlaufende Menschen und noch viel mehr Zuschauer entlang der Umzugsstrecke. Beim Faschings-Umzug galt bei bestem Wetter Feierlaune. Und es gab Sticheleien gegen die Politik.

Über 22.000 Besucher säumten eng aneinander gequetscht den 45 Zugteilnehmer starken Faschingsumzug, von den Wägen flogen Kamellen, Gutzje, Popcorn und anderer Süßkram, manchmal gab es auch mal ein Gläschen Schnaps, Wein oder Bier für die erwachsenen Fasenachts-Boozen. Zugleiter Wolfgang Spenler zeigte sich gegenüber der RHEINPFALZ mehr als zufrieden mit dem Umzug. 45 Teilnehmer und über 850 mitlaufende Personen sind für ihn, der seit zehn Jahren den Zugleiter gibt, ein Rekord − und das noch zum Jubiläum im 70. Jahr des Faschingsumzuges. „Und ich denke schon ans nächste Jahr“, sagt er, als noch nicht einmal der dritte Wagen zum Abladen auf den Schlossplatz gebogen ist. So hätten sich bei ihm bereits sechs Gruppen, die bislang noch nie beim Umzug mitgelaufen sind, fürs kommende Jahr angemeldet. Und auch für die mit Gittern abgesperrten Bereiche plant Spenler etwas Neues: „Mal gucken, dass wir den Ordnern so Hexenbesen geben, damit die die Gutzjen zu den Kindern kehren können.“

Barrieren sorgen für mehr Sicherheit

Eben jene Gitter-Barrieren waren an manchen Stellen der Zugstrecke in diesem Jahr neu: Am Café Pastis in der Maxstraße zum Beispiel. Im Januar wurde bei der Umzugsvorbesprechung der Sinn der Gitter deutlich erklärt: An der engen Stelle seien Besucher im vergangenen Jahr teilweise zu dicht an die Umzugswagen herangetreten, brenzlige Situationen blieben da nicht aus. Die Gitter haben das in diesem Jahr verhindert − hier und da ist ein Kind mal über die Barrieren geklettert, wurde aber schnell von den Eltern zurückgepfiffen. Dort, wo keine Gitter entlang der Umzugsstrecke standen, war der Abstand zwischen den Menschenmassen auf dem Trottoir und den Festwagen jedoch sehr eng.

SPD nimmt CDU auf Korn − und umgekehrt

Richtige Karnevalswagen, die die Politik satirisch mit grotesken Figuren aufs Korn nehmen, gab es beim Zweibrücker Umzug nicht. Und dennoch nahmen allen voran die Wagen der SPD und CDU die jeweils andere Partei aufs Korn. Bei der SPD gingen die Sprüche eher in Richtung der Kommunalpolitik. „Wer bei uns Roten kandidiert, will auch in den Stadtrat: garantiert!“, stand es auf dem Heck des Sozi-Wagen geschrieben. Eine Anspielung der SPD auf die Stadtratsliste der CDU, bei der Personen kandidieren, die aufgrund ihrer Stellung in der Zweibrücker Stadtspitze gar nicht in den Stadtrat gewählt werden können − gemeint sich Bürgermeister Christian Gauf und die Beigeordnete Christina Rauch. Von Seiten der CDU waren die Anti-SPD-Sprüche eher in Richtung der Bundespolitik gerichtet. Auf einem Banner war ein Ampelpfosten gedruckt, daneben die Aufschrift: „Ersatz notwendig – geliefert wie bestellt. Ampel defekt!“

Besonders ins Auge stachen dann noch der Wagen der Waldjugend, die ein Zelt auf Rollen mit sich zogen, die Star-Wars-Brigade sorgte ebenfalls für funkelnde Kinderaugen, die Guggemusiker waren verkleidet als Kumpel, die frisch aus dem Bergwerk gekommen sind und der FC Kleinsteinhausen hatte sich das Motto „Unter dem Meer“ vorgenommen, die Mitlaufenden waren verkleidet als Meeresbewohner wie Fische, Krebse, Haie oder Wassergott Neptun.

Große Lücken, viele leere Schnapsflaschen

Allerdings war nicht alles perfekt beim Faschings-Umzug. Teilweise kam es zu größeren Lücken im Zug, entstanden etwa durch stehende Wagen. Und auch bei der Menge der geworfenen Leckereien zeigten sich die Teilnehmer etwas knauserig. In den Zuschauerreihen waren einige Besucher dabei, die schon vor dem Beginn der Parade einen über den Durst getrunken haben. Entsprechend lagen überall auf der Zugstrecke verteilt leere Schnaps- und Alkoholflaschen und Scherben.

Weniger schön: Die Hinterlassenschaften eines Vorglühens.
Weniger schön: Die Hinterlassenschaften eines Vorglühens.

Aus Sicht von Ordnungsamtleiter Klaus Stefaniak lief der Umzug „hervorragend“ ab. „Und das, obwohl wir so viele Zugteilnehmer waren.“ Auch die Gitter entlang der Zugstrecke haben laut Stefaniak einwandfrei funktioniert. Ebenso seien die Ordner die ganze Zeit an den Fahrzeugen geblieben.

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