Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Wen die CDU in den Stadtrat schicken möchte – und welches bekannte Mitglied nicht kandidiert

 Fraktionsvorsitzender Pascal Dahler (links) führt die Liste an. Auf vorderen Plätzen kandidieren auch Bürgermeister Christian G
Fraktionsvorsitzender Pascal Dahler (links) führt die Liste an. Auf vorderen Plätzen kandidieren auch Bürgermeister Christian Gauf, die Beigeordnete Christina Rauch und die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Christoph Gensch und Sara-Kim Schneider.

Die Zweibrücker CDU hat am Freitagabend ihre Kandidaten für den Stadtrat aufgestellt. Sie geht einen Weg, der bisher nicht üblich war.

Die CDU setzt bei der Stadtratswahl im Juni voll und ganz auf ihre bewährten Kräfte. Spitzenkandidat ist Fraktionssprecher Pascal Dahler. Ihm folgen seine drei Stellvertreter Christoph Gensch, Sara-Kim Schneider und Verena Ecker. Hinter den Fraktionsspitzen kandidieren die Parteivorsitzenden: Christian Gauf und dessen Stellvertreter Christina Rauch, Herbert Beckmann und Gertrud Schiller.

Damit geht die CDU einen Weg, der bisher in Zweibrücken und Umgebung nicht üblich war: Sie schickt Amtsinhaber aus der Stadtspitze ins Rennen, die ihre Sitze gar nicht annehmen werden. Bürgermeister Gauf und die Beigeordnete Rauch sollen als bekannte Namen helfen, dass die CDU gut abschneidet. Das ist erlaubt, war bisher in Zweibrücken und Umgebung aber nicht üblich.

Wie die CDU ihre Entscheidung begründet

Gauf, der die Liste zusammen mit Dahler aufgestellt hat, verteidigte die Entscheidung: Das Verfahren sei transparent und klar, und es zeige, „wie wichtig diese Kommunalwahl ist“. Noch deutlicher wurde der Fraktionssprecher: „Zur Wahl steht nicht alleine eine Fraktion, zur Wahl steht die Christlich Demokratische Union Deutschlands.“ Der Bürgermeister und die Beigeordnete seien „ein elementarer Bestandteil unserer Partei in der täglichen Arbeit“.

Elf von 40 Sitzen hat die CDU im aktuellen Stadtrat. Alle Stadtratsmitglieder kandidieren wieder. Bis auf Anja Gauf de Gruisbourne alle im oberen Drittel. Auf Platz 15 steht die frühere stellvertretende Parteivorsitzende Maren Müller, Geschäftsführerin des Landgestüts, auf 16 Katja Krug-Abdessalem, Ortsvorsteherin von Oberauerbach.

Marcel de Gruisbourne als bestplatzierter Neuling

Erfahrung sei aber nicht mit hohem Alter gleichzusetzen, betonen Dahler und Gensch und verweisen auf Sara-Kim Schneider und Verena Ecker, beide Anfang 30 und seit 2019 im Stadtrat. Zehn Kandidaten seien im Junge-Union-Alter – also höchstens 35. Dazu zählt der 31-jährige Marcel de Gruisbourne als bestplatzierter Neuling – „jemand Jüngeres, der seit Jahren extrem aktiv ist“, wie Pascal Dahler sagte. De Gruisbourne ist Schriftführer der Zweibrücker CDU und Christian Gaufs Stiefsohn. Er nimmt schon jetzt immer wieder als Zuhörer an den Stadtratssitzungen teil.

Das Durchschnittsalter der CDU-Liste liegt bei etwa 50 Jahren. Die Spanne reicht von der ehemaligen Rosenkönigin Dina-Marie Beckmann und dem JU-Vorsitzenden Nils Wedekind, die am Wahltag beide 27 sein werden, bis zu den erfahrenen Ratsfrauen Elisabeth Metzger und Gertrud Schiller, beide am Wahltag 76. Auf der Liste stehen 24 Männer und 17 Frauen.

Anita Schäfer kandidiert nicht

Auf ein Mitglied mit sehr viel Politikerfahrung muss die CDU aber verzichten: die frühere Bundestagsabgeordnete Anita Schäfer. Sie sagte im Gespräch mit der RHEINPFALZ, sie helfe der CDU, wo es geht, aber sie sei nun 73 und wolle deshalb nicht mehr für den Stadtrat kandidieren. Dafür steht die frühere Bürgermeisterin von Blieskastel auf der Liste, Annelie Faber-Wegener.

Die 38 stimmberechtigten Mitglieder wählten ihre Kandidaten zügig und ohne Gegenkandidaten. Dahler, Gensch und Ecker sowie Julian Wilhelm, Notfallsanitäter beim ASB, erhielten 38 Ja-Stimmen. Günther Feß, Vorsitzender des FCK-Fanclubs Rimschweiler, wurde bei einer Enthaltung ebenfalls einstimmig gewählt. Die meisten übrigen Kandidaten bekamen eine oder zwei Nein-Stimmen. Die geringste Zustimmung bekamen Elisabeth Metzger mit 26 Ja- und sieben Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen und Katja Krug-Abdessalem mit 28 Ja- und fünf Nein-Stimmen bei fünf Enthaltungen. Auch die Niederauerbacher Ortsvorsitzende Elisabeth Schuler erhielt sieben Nein-Stimmen, der Wattweiler Ortsvorsitzende Reinhard Kunze sechs, beide ohne Enthaltungen.

Die Kandidaten

1. Pascal Dahler
2. Christoph Gensch
3. Sara-Kim Schneider
4. Verena Ecker
5. Christian Gauf
6. Christina Rauch
7. Herbert Beckmann
8. Gertrud Schiller
9. Rolf Franzen
10. Marcel de Gruisbourne
11. Elisabeth Metzger
12. Gaby Beckmann
13. Thomas Eckerlein
14. Heinrich Grim
15. Maren Müller
16. Katja Krug-Abdessalem
17. Julian Wilhelm
18. Michael Kettner
19. Tanja Buchholz
20. Annelie Faber-Wegener
21. Nils Wedekind
22. Claudia Reister
23. Lothar Bundrück
24. Jan Laborenz
25. Dina-Marie Beckmann
26. Dimitri Klich
27. Volker Neubert
28. Estelle Zellmer-Eckerlein
29. Sascha Kopp
30. Reinhard Kunze
31. Anja Gauf de Gruisbourne
32. Urban Wagner
33. Johannes Müller
34. Sandra Jäkel-Deller
35. Yannick Alt
36. Christian Weidler
37. Aline Ulrich
38. Kurt Gerlinger
39. Elisabeth Schuler
40. Günter Feß
Ersatzkandidat
41. Klaus-Dieter Böckler

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