34. RHEINPFALZ-Sportlerwahl So feiern Zweibrückens beste Sportler (mit Bilderstrecke und Video)
Die Gesichter bei den Nominierten der Zweibrücker Sportlerwahl ändern sich naturgemäß über die Jahre immer wieder. Andere Protagonisten sind seit Jahren dieselben: Wolfgang Kreilinger, stellvertretender Chefredakteur der RHEINPFALZ, zeichnete in dieser Funktion bereits zum dritten Mal Sportlerinnen und Sportler aus dem Raum Zweibrücken aus. Jochen Sehn, Marketing-Leiter des Sportlerwahl-Sponsors Park-Brauerei, ist auch schon seit über zehn Jahren dabei und unterstrich am Mittwochabend im Althornbacher Bürgerhaus noch mal, dass die Firma sich hier gerne für den Sport und die Ehrenamtlichen engagiert.
Und manchmal führt die Sportlerwahl-Party auch „alte Haudegen“ zusammen. Stephan Hahn, früherer Judoka des 1. JC Zweibrücken und langjähriger Trainer, war überrascht und erfreut, als er mit Wolfgang Pfeiffer, dem jetzigen Sportchef der RHEINPFALZ, den Mann wiedertraf, der zu Mitte der 1990er Jahre als Zweibrücker Lokalsportredakteur ihn und seine Sportart betreute. Hahn war eigentlich nur in Vertretung da, um gleich zu Beginn des Abends für seine Tochter Emma (auf Schulfahrt in London) das gewonnene I-Pad aus der Verlosung unter den Lesern abzuholen – und hielt danach mit Pfeiffer noch einen längeren Plausch. Rund 140 Sportler und Gäste hatten im Bürgerhaus viel Spaß mit den Videos – und auch mit den Preisen in Form von Blumen, Sekt, Glas-Stelen für die Gewinner und Getränkegutscheinen.
Vorfreude steigt immer mehr
Unter den Nominierten stieg derweil die Spannung, als erst noch einmal die Nominierungsvideos gezeigt und dann die Ergebnisse verkündet wurden. Mit am längsten hatten die Handballerinnen der SG SV 64/VT Zweibrücken (heute nur noch SG Zweibrücken) im Foyer des Bürgerhauses verharrt, bevor sie sich zu den Sitzen begaben. Am Harzverbot im Festsaal lag es aber nicht, wie Trainer Rüdiger Lydorf dazu lachend mitteilte. Sie hatten nur gewartet, bis alle Spielerinnen des Meisterteams beisammen waren.
Bei der Bekanntgabe der Platzierungen steigerten sich Vorfreude und Aufregung unter den Spielerinnen dann merklich. Mit jeder Verkündung einer der konkurrierenden Mannschaften ballten sie die Fäuste. Die Freude über den Titelgewinn war bei Anna Sommer so groß, dass sie pünktlich zur Entscheidung auf der Leinwand ihre Sprudelflasche für alle hörbar umtrat. Die 19-jährige Linksaußen nahm’s hinterher mit Humor: „Wenn eine Weinschorle umgefallen wäre, wäre es schlimmer gewesen.“
Polizeimeister als Trainer
Auch sonst war das Handball-Meisterteam, das wie die drittplatzierte Heinrich-Kimmle-Stiftung in den eigens designten Meistershirts bei der Sportlerwahl aufliefen, ein Stimmungspunkt auf der After-Party. „Hoffen tust du immer. Dass es am Ende auch zu Platz eins gereicht hat, das überrascht einen dann ja doch“, bekannte Spielerin Lucy Hilz. Ihre Teamkollegin Lea Bullacher wird die gewonnenen Getränkegutscheine „bis zum Pfingstzeltlager“ bunkern.
Es reichte nur zu Platz vier in der Mannschaftswertung, und das größte Sitzfleisch unter den Gästen hatten die Fußballer der SG Bechhofen-Lambsborn am Mittwochabend ebenfalls nicht. Traurig über den Ausgang waren sie aber nicht. „Wenn man sich die sportlichen Erfolge ansieht, dann passt das schon vom Gesamtergebnis her. Wir sind einfach nur froh, auch dabei gewesen zu sein“, erklärte Spielertrainer Lukas Agne hinterher.
Der Polizeiausbilder kam direkt von den Polizeimeisterschaften in Hermeskeil zur Sportlerwahl. In seiner Altersklasse M30 wurde er Erster im Lauf über die Zehn-Kilometer-Distanz, im gesamten Meisterschaftsvergleich reichte dies für Platz vier. „So ist das. Polizisten, die nicht schießen können, müssen halt gute Läufer sein, um die Verbrecher einzufangen“, scherzte ein Mitspieler zur Erläuterung in der launigen Runde vor dem Bürgerhaus. Den A-Klassen-Abstiegskampf hat Agne für sein Team noch nicht aufgegeben: „Es folgen jetzt vier heiße Spieltage gegen direkte Konkurrenten, und da geht für uns noch etwas.“ Zum Schluss heimste die SG zumindest den inoffiziellen Titel für die Gästegruppe mit der größten „Steh-Ausdauer“ ein.
„Echte Inklusion“
Die beeinträchtigten Fußballer der Heinrich-Kimmle-Stiftung, die einmal wöchentlich auf dem Kunstrasen des FK Pirmasens trainieren, freuten sich riesig, dass sie auf dem Treppchen landeten. Sie kamen quasi direkt von einem einwöchigen Trainingslager in Annweiler zur Sportlerehrung. „Wir finden es sehr schön, dass wir nominiert und heute hier eingeladen waren. Das ist echte Inklusion“, sagte der die Kicker betreuende Eric Schmitt. Und auch die Tischtennis-Spielerinnen des Hofenfels-Gymnasiums jubelten über Platz zwei. „Hauptsache, nicht Letzter. Wir haben wirklich nicht gedacht, dass wir so weit vorne landen“, sagten sie unisono.
Schlusslicht waren die Volleyballer des SVK Blieskastel/Zweibrücken, die gerade in die Oberliga Saar aufgestiegen sind und mit dem Pokalsieg das Double geschafft haben. Spielertrainer Alexander Hoffmann, 37-jähriger Lehrer für Mathematik und Sport an der BBS Zweibrücken, sucht noch Verstärkungen für die kommende Saison. „Wir haben eine Kooperation mit den Amerikanern von der Airbase in Ramstein, da kommen immer mal wieder welche“, sagt er. Gerade sei ein Michael im Probetraining, den Nachnamen kenne er noch gar nicht, „aber der ist nicht schlecht“.
Mit Smartphone die Siegerehrung festgehalten
Mit dem städtischen Sportamt will er sich demnächst auch noch besprechen. Die Hofenfels-Halle sei zwar vom Verband als Heimspielstätte abgenommen, aber es braucht für die Oberliga noch ein Schiedsrichter-Podest, Schutzummantelungen für die Netzpfosten. Und er wünscht sich noch ein paar Hallenzeiten mehr.
Zu Tränen gerührt war Bianca Kribelbauer, als ihr Sohn Ben Silas auf die Bühne gerufen wurde, um sich als Gewinner bei den Männern feiern zu lassen. Mit ihrem Smartphone hielt sie den bewegenden Moment fest. „Ich war heute so aufgeregt wie bei seinen Wettkämpfen. Ich begleite ihn immer und bin so stolz auf ihn“, sagte die Mörsbacherin. Zum Beweis: Auf der Hülle ihres Smartphones waren Fotos ihres Sprösslings von seinem ersten Wettkampf bei der U18-EM im Nationaltrikot.
Siegreicher Sonnengenießer
Der Stabhochspringer selbst kam übrigens als einziger in kurzen Hosen. „Ich genieße einfach die Sonne“, erklärte der mittlerweile 17-jährige Hofenfels-Schüler dazu. „Ich bin ohne Erwartung in den Abend gegangen. Christin Maurer hat mir noch gesagt, dass ich bestimmt gute Chancen hätte, weit vorne zu landen, da ich der einzige LAZ-Starter war. Sie sollte recht behalten.“ Speerwerferin Maurer (Mädchenname Hussong) kehrte im Übrigen gerade von einem Trainingslager im türkischen Belek zurück. „Das Wetter war hier aber besser, wir hatten nur an zwei Tagen keinen Regen“, erzählte die 31-Jährige, die mit ihrem Mann Jan zur Ehrung kam und Zweite wurde. „Aber so ist das: Dann musst du eben auch bei Regen zum Werfen raus“, sagt die Herschbergerin, die die Weltmeisterschaften im September in Tokio als großes Saisonziel anpeilt. Die Siegerin der Sportlerwahl, die Slalomkanutin Britta Jung von Wassersportfreunden Zweibrücken, konnte wegen eines Nationalmannschaftslehrgangs nicht zur Ehrung kommen.
Anke Knoll aus Contwig legt den Großteil ihrer Tagesstrecken mit dem Fahrrad zurück. Im Ruhestand plant sie sogar, mal von ihrem Heimatort bis nach Mallorca zu radeln. Nach Althornbach kam sie ganz ordinär mit dem Auto. „Wir sind alle Handballer in der Familie, nur meine Frau fährt Fahrrad. Darum stand das Rad nicht zur Auswahl“, erklärte Ehemann Martin dazu schmunzelnd. In den Osterferien nimmt aber sogar er das Rad mit, wenn er zusammen mit seiner Frau bei einer Tour durch Thüringen, Hessen und Bayern einen allerersten Reiseversuch in einem gemieteten Wohnmobil macht. „Wir wollen uns das Leben auf dem Campingplatz mal anschauen. Vielleicht ist das was für die Rentenzeit“, sagt Anke Knoll, die sich über Platz vier sehr freute.
Drei Schwimmer unter Qualifikationszeitdruck
Für die Schwimmer Lukas Fritzke (4.), Michael Raje (3.) und Leo Ilias Baumann (2.) geht es demnächst schon um die Wurst. Für Fritzke am Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasium im Englisch- und Sportabitur – und für alle drei mit in einem sehr kurzen Zeitraum nachweisbaren Qualifikationszeiten für internationale Einsätze. Fritzke und Raje (beide Jahrgang 2006) wollen zur U23-EM vom 23. bis 29. Juni in der Slowakei, dort will auch Baumann (2008) einer Woche später auf dem Startblock stehen. Der neue Saar-Landestrainer Tobias Müller (seit Anfang März) soll den Startern im Team der SSG Saar Max Ritter helfen, dass die Form stimmt.