Zweibrücken Sie tiriliert und ist ein Symbol für Unbeschwertheit und Freiheit

Die Lerchenstraße in Ixheim verbindet die Ixheimer Straße mit der Römerstraße.
Die Lerchenstraße in Ixheim verbindet die Ixheimer Straße mit der Römerstraße.

Die Lerche, das wird deutlich, wenn man sich mit ihr beschäftigt, ist ein ganz besonderer Vogel. Das gilt nicht nur für ihre Gattungen und Arten, von denen es hundert gibt, auch bei großen Dichtern und Denkern spielt der Vogel eine Rolle. Der antike Äsop, Gotthold Ephraim Lessing und Christian Fürchtegott Gellert haben die Lerche in ihren Fabeln verewigt.

Von Äsop (6. Jahrhundert vor Christus) ist die Fabel „Die Lerche und ihre Jungen“ bekannt. Bei Shakespeare wird das nächtliche Stelldichein von Romeo und Julia von einer Lerche besungen. In der psychoanalytischen Traumdeutung ist die Lerche ein Symbol für Unbeschwertheit und Freiheit. Erscheint die Lerche einem Menschen im Traum, ist das ein Omen für ein angenehmes Liebeserlebnis, so die Traumdeutung. Die Lerche gilt als Vogel des Gesangs. Als Sängerin erscheint die Lerche in unzähligen Liedern. Im Gegensatz zum Kuckuck, der nur rufen kann, und dem Raben, der über ein heiseres Krächzen nicht hinauskommt, singt die Lerche. Ja, mehr noch, die Lerche jubiliert und tiriliert. In einem alten Lied der Burschenschaftler heißt es zum Beispiel: „Wenn der Lerche Silberschlag grüßt des Maien ersten Tag, dann heraus und fragt nicht viel, frisch mit Lied und Lautenspiel. Burschen heraus!“ In diesem Lied ist die Lerche das Symbol für das Beginnende. In anderen alten Liedern erscheint die Lerche als Vermittlerin zwischen Himmel und Erde. Bei dem Theologen und Dichter Friedrich Wilhelm Krummacher (1796 bis 1868) schwebt die Lerche „über der Erden Gewimmel preisend und dankend gen Himmel“. In englischen und schottischen Liedern „steigt die Lerch’ wetteifernd empor und wirbelt steigend: Liebe! Liebe!“ Der gefeierte Vertreter der österreichischen liberalen Poesie, Alexander Graf von Auersperg alias Anastasius Grün (1806 bis 1876), schreibt: „Als der Herr die Lerch’ erschaffen, sprach er: Flieg empor und singe!“ Bei dem deutschen Pfarrer und Dichter Christian Dieffenbach (1822 bis 1901) singt die Lerche Gott zur Ehre und verkündet seine Liebe. Damit liegt es ganz klar auf der Hand, dass diesem Vogel auch in irdischen Dingen ein bescheidenes Denkmal gesetzt werden muss. Welche Lerchenart die Namensgeber der Lerchenstraße in Ixheim vor Augen hatten, ist nicht bekannt, vielleicht die Spottlerche, wer weiß es? In jedem Fall zeugt jedoch die Wahl des Namens von einem gewissen poetischen Tiefgang.

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