Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Zweibrücken mit toller Antwort aufs Halbfinal-Aus im Saarpokal

SG-Keeper Damian Zajac (Mitte) nimmt nach einer Parade schnell Maß und trifft zum 26:19 ins gegnerische Tor der Südpfalz Tiger.
SG-Keeper Damian Zajac (Mitte) nimmt nach einer Parade schnell Maß und trifft zum 26:19 ins gegnerische Tor der Südpfalz Tiger.

Die Regionalliga-Partie der Südpfalz Tiger in Zweibrücken ist im Ganzen fast eine Kopie des Hinspiels. Wer die Gäste dabei nachhaltig genervt hat.

Jochen Werling, Trainer der Südpfalz Tiger, sah eine Duplizität der Ereignisse. Bereits im Regionalliga-Hinspiel hatte Damian Zajac, Torhüter der SG Zweibrücken, serienweise beste Chancen seiner Angreifer vereitelt. Auch beim Rückspiel am Samstag in der Westpfalzhalle hielt Zajac stark und hatte großen Anteil am erneuten Zweibrücker Erfolg.

„Jaaaaaaaa.“ Laut und deutlich war der Ruf von Zajac in der 52. Minute selbst in der stimmungsvollen Westpfalzhalle zu hören. Der Ball, den der SG-Keeper aus seinem Torraum abgeworfen hatte, nachdem er mal wieder eine Chance der Südpfalz Tiger vereitelt hatte, hatte noch nicht die eigene Neun-Meter-Linie überquert, da sah Zajac bereits, dass er im leeren Tor des Gegners landen wird. Es war das zwischenzeitliche 26:19 für die Gastgeber. Am Ende siegte der Regionalliga-Zweite mit 32:25 (15:11). Auch das fast eine Duplizität der Ereignisse, das Hinspiel endete 31:25 für die SG.

Torarmer Beginn wegen starker Torleute

„Ich weiß nicht. Vielleicht liegen die Südpfalz Tiger mir ein bisschen“, sagte dazu der 2,01-Meter-Mann der Zweibrücker, der kurz vor Schluss Platz für Kollege Norman Dentzer machte. 18 Paraden standen bei Zajac da bei 20 Gegentoren zu Buche. Eine herausragende Leistung. Die 50-Prozent-Quote verfehlte er knapp. Nach dem verlorenen Halbfinale im Pokal „wollten wir hier zu Hause zeigen, dass wir es besser können“, sagte Zajac zu seiner besonderen Motivation.

Dass die Partie torarm begann, lag ebenfalls an Zajac, der unter anderem drei Siebenmeter entschärfte. Aber auch an seinem Pendant im Gehäuse der Südpfalz Tiger, Mika Schwenken. Der entschärfte in den ersten 30 Minuten neun Zweibrücker Würfe, konnte dieses Niveau aber nicht halten. Dass die Südpfalz Tiger mit 2:0 (6.) in Führung gingen und SG-Kapitän Philipp Hammann erst in der siebten Minute der erste Zweibrücker Treffer gelang, hatte viel mit Schwenkens starkem Beginn zu tun.

Wenn die Südpfalz Tiger mal durch waren, wie hier Arne Schäfer (Nummer 13) stand ganz oft der Zweibrücker Torwart Damian Zajac e
Wenn die Südpfalz Tiger mal durch waren, wie hier Arne Schäfer (Nummer 13) stand ganz oft der Zweibrücker Torwart Damian Zajac einbem Torerfolg im Weg.

Rückkehrer Tom Ihl mit großem Anteil am Erfolg

„Wenn wir nur einen Bruchteil unserer klaren Chancen nutzen, wären wir ganz nah dran gewesen“, war Gästetrainer Jochen Werling mit dem Auftritt seiner Mannschaft – abgesehen von der Chancenverwertung – zufrieden. „Siebenmeter, fünf, sechs ganz klare Chancen“, resümierte er die vergebenen Möglichkeiten in Hälfte eins und ergänzte: „Vorne machst du sie nicht, dann wird es im Handball sofort mit Gegentoren bestraft.“ Bestes Beispiel dafür war der Treffer zum 8:6 für die Zweibrücker (19.). Zajac parierte, schaltete schnell um, der lange Pass landete bei Hammann, der den Gegenstoß einnetzte.

Es war die Phase, in der Zweibrücken die Partie ergebnistechnisch in seine Richtung bog. Daran hatte Rückkehrer Tom Ihl großen Anteil. „Stihli hat ein tolles Spiel gemacht“, lobte SG-Trainer Martin Schwarzwald den Mann im rechten Rückraum, der nach seinem studienbedingten Auslandsaufenthalt zum ersten Mal seit Spieltag eins wieder ein Heimspiel bestritt. Sieben Treffer steuerte Ihl bei. Drei davon zwischen der 20. und 26. Minute, als Zweibrücken entscheidend von 8:7 auf 13:7 wegzog.

Zweibrücker Achse Wöschler-Reitz funktioniert top

Schwarzwald war mit dem Spiel seiner Mannschaft gerade vor der Pause zufrieden. „Wir haben super gedeckt, mit einer über 60 Minuten guten Torhüterleistung. Wir haben auch vorne gut gespielt, haben uns aber zunächst einfach nicht belohnt“, bilanzierte er. Das besserte sich zusehends. Nils Wöschler dirigierte souverän den SG-Angriff, traf – wie Ihl – siebenmal. Ihn konnte die Tiger-Abwehr nie ausschalten. Genauso wenig konnte sie SG-Kreisläufer Samuel Reitz stoppen, der Wöschlers tolle Anspiele – zum Beispiel ein Rückhandpass vor dem 23:17 – stark verwertete. Acht Tore erzielte Reitz. Auf der Gegenseite war es Johannes Horn im rechten Rückraum der Gäste, der ständig für Gefahr sorgte, selbst fünfmal traf.

Kurz nach der Pause hatte Zweibrücken erstmals den Vorsprung auf sieben Tore (20:13) ausgebaut. Die Südpfalz Tiger probierten alles, „haben auch auf eine offensive Deckung umgestellt, was es für uns nicht einfacher gemacht hat“, sagte Schwarzwald. Mit der Einstellung seines Teams war Werling zufrieden: „Wir haben uns nie hängen lassen, haben immer daran geglaubt, vielleicht in den Bereich von etwas Zählbarem zu kommen.“

x