Handball
SG Zweibrücken lässt es in Bingen krachen
Warum ist es am Rhein so schön? Auf die bekannte Frage hatte die SG Zweibrücken am Sonntag in Bingen eine sportliche Antwort. Mit der sie zur besten Kaffeezeit gleich einen Wunsch des Trainers erfüllte. Um baden zu gehen waren die Zweibrücker ohnehin nicht an den Rhein gefahren. Die Binger, das sind bekanntlich die Kaffeekönige der Regionalliga. Egal ob zu Hause oder auswärts – den Kaffeevollautomaten für ein frisch gebrühtes Hallo-wach-Getränk hat die Mannschaft immer dabei. Zur Kaffeezeit am Sonntag – um 16 Uhr – mussten die Zweibrücker bei der HSG Bingen ran. Handball statt Kaffeekränzchen. „Ein Siegerbierchen vor der Heimfahrt ist uns ohnehin lieber als ein Kaffee vor dem Spiel“, hatte SG-Trainer Marek Galla im Vorfeld die Prioritäten verdeutlicht. Das gab es: Mit 34:26 (14:13) gewann sein Team beim Tabellenfünften.
Eine überzeugende Mannschaftsleistung
Erneut ein engagierter Auftritt, erneut eine überzeugende Mannschaftsleistung. „Die Jungs haben wieder alles gegeben“, lobte Galla Einstellung und Umsetzung im Spiel. Auch die Ausfälle von Fabian Abel und Nico Becker steckte die Mannschaft weg, die krankheitsbedingt eine schwierige Trainingswoche hinter sich hatte. Am Spieltag lieferte sie aber. Die Zweibrücker waren vom Anpfiff weg wacher. Spielmacher Nils Wöschler verwandelte den ersten von vier Strafwürfen – diesmal netzte er alle seine Siebenmeter ein – zum 1:1 (4.). Nach zwölf Minuten führte Zweibrücken durch den Treffer von Max Kroner mit 6:2. Mit breiter Brust waren die Gäste in diese Auswärtspartie gegangen und unterstrichen mit dem gelungenen Start ins Spiel ihr gewachsenes Selbstvertrauen.
Bingens Trainer Markus Herberg, der die HSG auch kommende Runde dann im achten Jahr coachen wird, stellte um auf den siebten Feldspieler. „Bingen hat über weite Strecken des Spiels mit dem siebten Feldspieler agiert. Aber wir haben das in der Abwehr gut gelöst bekommen“, resümierte Galla. Ein bisschen Umstellungszeit nahm die SG für sich in Anspruch, die nutzte Bingen. Der langjährige Drittliga-Spieler Vincent Klug, der zehn Tore erzielte, hielt seine Mannschaft im Spiel. Beim 13:12 (27.) gingen die Gastgeber erstmals (und zugleich letztmals in diesem Spiel) seit dem 1:0 wieder in Führung.
Was auffällt: Die Crunchtime, in der die SG in der Hinrunde noch viele unnötige Punkte liegen ließ, ist nun wieder ihre Domäne. In beiden Halbzeiten eines Spiels. Wöschler und Stephan Jahn brachten die SG erneut in Führung. Mit einem 14:13 für die SG ging es in die Pause.
Verdienter Auswärtserfolg
Und diese Führung gab die SG nie mehr her. Jahn aus dem Rückraum, Eisel vom Kreis und ab Mitte der zweiten Halbzeit der Kapitän von rechts, Philipp Hammann, warfen die Zweibrücker einem verdienten Auswärtserfolg entgegen. Acht Minuten vor dem Schlusspfiff führte Zweibrücken 25:23. Noch nichts entschieden, aber auch Crunchtime Nummer zwei in dieser Partie gehörte den Gästen. „Es macht unter der Woche vielleicht nicht ganz so viel Spaß. Dafür bei den Spielen umso mehr, weil alle merken, dass es sich auszahlt“, sagte Galla lachend mit Blick auf die wöchentliche Trainingseinheit, in der verstärkt an der Physis der Spieler gearbeitet wird.
Eine Kiste Bier für 30 Tore
Eisel, Jahn und Hammann trafen, Dentzer hielt: 28:23 (55.). Der Zweibrücker Erfolgszug war nicht mehr zu stoppen. Ein Doppelschlag von Joshua Eberhard zum 30:24. Zweibrücken hatte drei Minuten vor dem Abpfiff zwei Punkte und eine Kiste Bier für 30 erzielte Tore sicher. Wie erhofft, konnte der Auswärtssieg gefeiert werden. Bis auf zwei Punkte sind die Zweibrücker als Tabellensiebter nun an Bingen herangerückt in dieser verrückten Regionalliga, in der alle ab Platz fünf das Thema Abstieg noch nicht abhaken können.
So spielten sie
SG Zweibrücken: Zajac, Dentzer (ab 26., 1) - Bayer, Wöschler (8/4), Jahn (6) - Hammann (6), Kroner (2) - Eisel (5) – Graeber (2), Eberhard (3), Reitz, Leufke, Schaum (1), Kondziela.