Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Zweibrücken: Jubeltanz über zweiten Sieg in Folge

Verabschiedete sich mit zwei Toren für ihre SG-Mannschaft handballerisch endgültig in Richtung Mainz: Rechtshänderin Ella Hartfe
Verabschiedete sich mit zwei Toren für ihre SG-Mannschaft handballerisch endgültig in Richtung Mainz: Rechtshänderin Ella Hartfelder (Mitte, hier von links gegen Ottweilers Miriam Baab und Carina Mast.

Schreie der Erleichterung, Abschiedsspalier mit Tränen: Das letzte Heimspiel der SG-Oberliga-Handballerinnen gegen Ottweiler/Steinbach beinhaltete viel Emotionales.

19:15 – in mancher Oberliga-Partie ein Halbzeitergebnis – stand nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel in der Westpfalzhalle. Als der Schlusspfiff ertönte, fielen etliche Steine von leidgeplagten Trainerherzen, waren die Freudenschreie der Spielerinnen unüberhörbar: Die Zweibrückerinnen feierten den ersten Heimerfolg im Jahr 2026. Zugleich gelangen ihnen damit nach fünf Monaten Durststrecke zwei Siege in Serie. Mit 19:15 (6:9) bezwangen sie die HSG Ottweiler/Steinbach. Damit zog Zweibrücken in der Tabelle an Ottweiler vorbei, gab den Gästen die imaginäre rote Laterne mit auf den Nachhauseweg.

Nach der Abmeldung des Teams aus Fraulautern, das als erster Absteiger feststeht, war die Partie sportlich das Duell des Tabellenschlusslichts gegen den Vorletzten. Ottweiler/Steinbach hatte vor der Partie offiziell verkündet, dass auch dieses Team kommende Runde freiwillig in einer tieferen Klasse antreten wird.

Klassenverbleib: Es ging um die goldene Ananas

In puncto Klassenverbleib also ein Spiel um die goldene Ananas, aber ein Spiel, das auf beiden Seiten dennoch von enorm viel Nervosität geprägt war. Wer die Strichliste mit den Fehlern führte, hatte viel zu schreiben. „Egal, ich bin einfach froh, dass wir gewonnen haben“, freute sich SG-Trainer Rüdiger Lydorf über den zweiten Erfolg in Serie. An die in Merchweiler gezeigte Leistung konnten die Zweibrückerinnen zu keinem Zeitpunkt anknüpfen. Da spielten die Nerven manchen Streich, wurden Anfängerinnenfehler gemacht.

Drei Strafwürfe ließen die Zweibrückerinnen in Halbzeit eins ungenutzt. Einen davon vergab Ella Hartfelder in der zwölften Minute. Es blieb zu diesem Zeitpunkt beim 2:6 aus Zweibrücker Sicht. Nach Happy End sah es in diesem Moment nicht aus. Das gab es aber. Für die SG und für Hartfelder. Nach 50 Minuten traf sie zum 15:13 für die SG, nach 55 Minuten und erfolgreichem Gegenstoß zum 17:15.

Hartfelders letzter Auftritt im Zweibrücker Trikot

Es waren die vorerst letzten Tore der 20-Jährigen für Zweibrücken, die in Mainz studiert, seit September mit Doppelspielrecht für Zweibrücken und Mainz-Bretzenheim 2 in der Regionalliga spielt. „Der Fahraufwand ist zu groß, gerade an Wochenenden, wenn zum Beispiel beide Mannschaften auswärts spielen“, sagt Hartfelder, die sich, weil sie in Mainz wohnt, nun sportlich auf Bretzenheim konzentrieren wird. Dass sie sich mit einem Sieg und zwei wichtigen Toren vom Team verabschieden konnte, „ist natürlich schön“, bestätigte sie nach dem Abschiedsspalier durch die Mannschaftsreihe. Wirklich weg werde sie ohnehin nicht sein. „Ich bin sicher öfter in Zweibrücken, wir sind ja auch beste Freundinnen“, sagte sie, bevor es in die Kabine zum Sieger-Selfie ging. Mit strahlenden Gesichtern.

Von Strahlen war noch nichts zu sehen gewesen, als es nach 30 Minuten in die Kabine gegangen war. 6:9 lag Zweibrücken im Kellerduell zurück. Ihre künftige Teamkollegin Becky Gerlach und die erfahrene Miriam Baab hatten maßgeblichen Anteil daran, dass die körperlich überlegenen Gäste mit einer Führung im Rücken die Seiten wechselten.

Letztes Gästetor fällt schon in der 52. Minute

Bei Zweibrücken hatte die etatmäßige Kreisläuferin Lea Bullacher kurz vor Ende der ersten Halbzeit die Spielmacherposition übernommen, da sich Celine Jag an der Nase verletzte, die Partie vorzeitig beenden musste. Bullacher und Vera Jänicke probierten es unermüdlich mit Eins-gegen-eins-Situationen, versuchten, Räume zu schaffen. Jänicke war es, die Zweibrücken nach 37 Minuten mit dem Tor zum 10:9 erstmals in Führung warf. Im ersten Durchgang hatte Zweibrücken nur sechs Tore erzielt, nach der Pause mussten sich die Gäste mit sechs Treffern begnügen. Das letzte HSG-Tor gelang Baab in der 52. Minute. Es war der zwischenzeitliche 15:15-Ausgleich. Zweimal Bullacher, die ihre drei Siebenmeterchancen in Hälfte zwei sicher nutzte, Hartfelder und Jänicke warfen die SG in den Schlussminuten zum sehnsüchtig erhofften Erfolg.

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