Handball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Zweibrücken: Gegen Dansenberg zweiter Derby-Sieg binnen einer Woche

Zweibrückens Kreisläufer Samuel Reitz (beim Wurf) war von der Dansenberger Abwehr übers ganze Spiel nicht zu stoppen.
Zweibrückens Kreisläufer Samuel Reitz (beim Wurf) war von der Dansenberger Abwehr übers ganze Spiel nicht zu stoppen.

SG-Spieler Samuel Reitz dominiert am Kreis und sorgt für Siebenmeter – dann knickt er weg. Die SG feiert trotzdem den nächsten Sieg. Und einer feiert Regionalliga-Premiere.

Aller guten Dinge sind zwei, zumindest für die SG Zweibrücken. Der Regionalligist gewann das zweite Derby binnen einer Woche. Beim 33:25 (18:10)-Erfolg gegen den TuS Dansenberg war die Partie am Samstag bereits zur Halbzeit entschieden. Auch dank des besten Spielers, der kurz vor dem Spielende noch zum Pechvogel wurde.

Dick bandagiert war der Fuß von SG-Kreisläufer Samuel Reitz nach Abpfiff. Acht Minuten waren noch zu spielen, als Reitz zum Tempogegenstoß gestartet war, nach einer halben Drehung – ohne gegnerische Einwirkung – auf den Hallenboden sank. „Ich habe mir den Fuß verdreht“, erklärte Reitz und bekannte: „Im Moment tut es schon weh“. Bis Mittwoch „will ich wieder fit sein“, schob er hinterher.

Dansenberger müssen im Spiel „trainieren“

Bitter für den Kreisläufer und achtfachen Torschützen, der 52 Minuten lang ein überragendes Spiel gemacht hatte, von der TuS-Abwehr nie ausgeschaltet werden konnte. „Ein überragender Samu, dem ich immer gesagt habe, dass er keine Gegenstöße laufen soll. Warum, wissen wir jetzt“, sagte SG-Trainer Martin Schwarzwald, den Verletzungen in dieser Saison schon oft zu Umstellungen zwangen.

Verletzungsprobleme und ihre Folgen kennen auch die TuS-Trainer Ivan Vukas und Patrick Schulze. „Was wir uns eigentlich im Training erarbeiten wollen, müssen wir im Spiel üben, weil wir zu wenig gesunde Spieler im Training haben“, beschrieb es Vukas. Ziel sei gewesen, in Zweibrücken ein ordentliches Handballspiel zu bestreiten. „In der zweiten Halbzeit ist uns das gelungen, da haben wir umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte er.

Der wieder aktivierte Felix Dettinger (hier beim Wurf gegen SG-Torwart Damian Zajac), der in Zweibrücken unter anderem A-Jugend-
Der wieder aktivierte Felix Dettinger (hier beim Wurf gegen SG-Torwart Damian Zajac), der in Zweibrücken unter anderem A-Jugend-Bundesliga spielte, fühlte sich an alter Wirkungsstätte sichtlich wohl.

Ex-Zweibrücker Dettinger zündet den Turbo

In der besten Dansenberger Phase, in der sie von einer steigenden Fehlerzahl auf Zweibrücker Seite profitierten – unter anderem verfehlten zwei Würfe das leere TuS-Tor – kamen sie noch mal auf 18:22 (41.) ran. Daran hatte ein Dansenberger mit erfolgreicher Zweibrücker Vergangenheit maßgeblich Anteil: Der wieder aktivierte Felix Dettinger, der in Zweibrücken unter anderem A-Jugend-Bundesliga spielte, fühlte sich an alter Wirkungsstätte sichtlich wohl, zündete in Durchgang zwei auf der linken Außenbahn einige Male den Turbo und traf viermal. Dass Dansenberg diese Partie noch mal drehen könnte, dieses Gefühl gab es aber nie. „Zweibrücken war in der ersten Halbzeit sehr stark. Der Rückstand war zu groß“, bestätigte Vukas.

Mit der ersten Halbzeit seiner Mannschaft war SG-Trainer Martin Schwarzwald sehr zufrieden. „Es war sehr beeindruckend, wie wir vorne immer wieder konsequent draufgegangen sind. Deshalb auch die Siebenmeter bekommen haben“, lobte er. Die gab es, weil Reitz, wenn er nicht selbst traf, nur durch strafwurfwürdige Fouls zu stoppen war. Die Diagonalpässe, die zum Beispiel der vierfache Torschütze Philipp Hammann oder Nils Wöschler phasenweise perfekt auf den Kreis und auf die Außenpositionen spielten, machten dem Trainer viel Freude. Zumal sie (fast immer) erfolgreich verwertet wurden. Dansenbergs Defensive hatte keine Zugriffsmöglichkeiten.

SG-Torleute Zajac und Buchner halten Laden dicht

Und der Dansenberger Angriff fand vor der Pause kaum ein Mittel gegen die offensiv beginnende SG-Abwehr. Auch hier verdiente sich Reitz im Zentrum beste Noten. „Super, wie er die Bälle rausgefangen hat“, lobte ihn der verletzt zuschauende Zweibrücker Torwart Norman Dentzer, der dem humpelnden Kreisläufer gleich nach dem Abpfiff beschied: „Die Tribüne ist voll, da ist kein mehr Platz für dich.“ Zu viele Zweibrücker Langzeitverletzte sitzen dort schon.

Dass Zweibrücken nie wirklich in Verlegenheit geriet, die Partie zu verlieren, lag auch am gut aufgelegten Damian Zajac im Tor. „Der Druck ist schon größer, wenn man weiß, dass Norman verletzt ist. Aber Dennis hat das auch super gemacht“, lobte Zajac den für Dentzer einspringenden Dennis Buchner, der normalerweise bei der SG-Zweiten das Oberliga-Tor hütet und von Fans und dem Team für eine starke Regionalliga-Premiere in den Schlussminuten gefeiert wurde. Unter anderem entschärfte er einen Strafwurf von Timo Holstein (58.).

An die Leistung aus der ersten Hälfte konnte Zweibrücken nicht mehr anknüpfen. Dass die SG-Abwehr jetzt etwas mehr Spielraum ließ, nutzte TuS-Spielmacher Ben Kölsch mit seiner Schnelligkeit im Eins-gegen-eins. Drei seiner fünf Tore erzielte er im zweiten Spielabschnitt.

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