Kicker vor der Saison
SG Knopp/Wiesbach ist auf der Suche nach der Lust am Fußball
Die SG Knopp/Wiesbach geht – nach einer Saison, die eigentlich keine war – in eine neue Spielzeit in der Bezirksliga. Das Trainingsgeschäft läuft schleppend und auch das Vereinsleben kommt nur schwer in Gang.
Cyber-Training, Kleingruppen, Lauf-Spiele – nach dem Rundenabbruch im Herbst 2020 war es schwer, die Spieler bei Laune, respektive in Form zu halten, berichtet SG-Trainer Benny Früh im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Früh, gelernter Innenverteidiger mit Oberliga-Erfahrung beim SVN Zweibrücken und Borussia Neunkirchen, war vor der Saison 2020/21 vom TuS Reichenbach zur SG gewechselt – und erlebte seine ersten Trainer-Wochen beim neuen Verein unter, gelinde gesagt, erschwerten Bedingungen. Dann kam der Rundenabbruch, auf einen Schlag rückten Selbstverständlichkeiten wie Spielbetrieb und Mannschaftstraining in unerreichbare Ferne. „Wir haben dann mit Monats- und Wochenplänen gearbeitet“, berichtet Früh, der seit vergangenen September seine A-Trainer-Lizenz in der Tasche hat.
Corona-Folgen noch nicht abschätzbar
Seit Anfang Juni läuft laut Früh der Trainingsbetrieb, der Startschuss für die Saisonvorbereitung fiel offiziell am 28. Juni. Insgesamt laufe die Vorbereitung durchwachsen, sagt Früh. Zeitweilig habe er nur zehn Leute im Training, eigentlich zu wenig für eine ordentliche Herangehensweise an die Herausforderung Bezirksliga. „Eigentlich müssten wir noch sechs Wochen länger Vorbereitung haben“, sagt Früh. Aber: Die gibt es nicht, am Sonntag startet der Verein mit einem Pokalspiel in die neue Saison, deren Rundenbetrieb dann einen Woche später losgeht.
Mit der Runde, die eigentlich keine war, hadert auch der Vorsitzende des FC Knopp, Steffen Mayer. Mayer, seit Jahren in der Vereinsführung tätig, kann die Folgen von Corona und den damit verbundenen Einschränkungen des alltäglichen Lebens für die Vereine noch nicht richtig abschätzen. „Und im Hinterkopf hat man dann auch wieder die steigenden Zahlen“, sagt Mayer. Er hat die Inzidenzen im Blick. Er wünscht sich für die Runde „ein bisschen Normalität“, zumal er auch noch gar nicht abschätzen könne, welche Auswirkungen Corona auf die Infrastruktur des Vereins habe. Sprich: Welche Ehrenamtlichen sind noch da und bereit, wieder Dienste zu übernehmen?
Enttäuschende Trainingsbeteiligung
„Wir müssen schauen, was möglich ist“, sagt Mayer mit Blick etwa auf die anstehende Kerb – für den Verein nicht nur eine wichtige Einnahmequelle, sondern aus Sicht Mayers auch für das Dorfleben von großem Wert. „Uns geht es da ähnlich wie den Restaurant-Inhabern“, zieht Mayer eine Analogie. Die Flinte ins Korn werfen will er aber nicht – zu viele Faktoren seien noch ungewiss. Viele Menschen seien ja mittlerweile geimpft, das habe mit Sicherheit auch Auswirkungen auf die Anzahl der erlaubten Zuschauer. Und: Noch sei unklar, was auch vom Verband vorgegeben werde. „Es bleibt eine spannende Sache.“ Sportlich betrachtet würde Mayer gerne mit beiden Teams – in der Bezirksliga und auch in der C-Klasse – jeweils die Aufstiegsrunden erreichen.
Dahin ist es aber noch ein weiter Weg. „Die Trainingsbeteiligung hält sich derzeit sehr im Rahmen. Das ist enttäuschend“, sagt Coach Früh. Zudem habe sich im ersten Training gleich Erblind Sylejmani eine schwere Bänderverletzung zugezogen und falle zunächst aus. Früh vermisst bei seiner Mannschaft derzeit die Begeisterung für den Sport, für den Fußball. „Das ist eine absolute Katastrophe, aber das habe ich den Jungs auch schon gesagt“, berichtet Früh. Gleichwohl sei ihm bewusst, dass sich die Situation auch schnell wieder ändern könne. „Wenn die Saison losgeht, wir gut aus den Startlöchern kommen, kann das nach drei, vier Spielen auch sofort wieder anders sein“, sagt Früh. Dann sei er zuversichtlich: „Nicht die besten Fußballer spielen den besten Fußball, sondern die, die auch Fußball spielen wollen“, sagt Früh. Um den Spaß am Spiel wiederzuentdecken, bleiben noch einige Tage.
Die Klasse, das Team
Spielklasse: Bezirksliga und C-Klasse
Trainer: Benny Früh, 34 Jahre alt, seit Sommer 2020 im Verein, Verwaltungswirt bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern. Ihm zur Seite stehen Mentor Shabani (Erste Mannschaft) und Steffen Martin (Zweite Mannschaft). Torwarttrainer ist Dieter Burkart
Veränderungen
Zugänge: Paul Stegmann (FC Homburg), Robert Schmidt (VfR Baumholder), Diego Monteirinho (TuS Landstuhl), Fredy Gonzales Torres (VfL Kaiserslautern), Shkodran Rexhaj (Bruchmühlbach), Jonatan Neves, Kaio Cezar da Silva (beide Portugal), Florian Reiter (VfL Wallhalben), Sascha Burkart (TSC Zweibrücken)
Abgänge: Simon Rommelfanger (SC Weselberg), Alexander Graf (Palatia Limbach), Jan Tüllner (TSC Zweibrücken), Jan Patrick Buchheit (TSC Zweibrücken), Oli Blank (SpVgg Einöd), Benjamin Mayer, Manuel Stahl, Julian Wagner (alle SG Oberarnbach), Renato da Silva (zurück nach Brasilien), Sven Vogelgesang (TuS Hohenecken), Marc Zimmermann (SG Rieschweiler), Christopher Arzt (SG Schopp-Linden)
Kader (I. + II. Mannschaft)
Tor: Paul Stegmann, Jan Stephan, Dieter Burkart
Abwehr: Kaio Cezar, Ralf Rabung, Benny Früh, Tiago Macedo, Tim Tropper, Jonathan Neves, Sulejmani Erblind, Denis Sikora, Timo Thoma, Steffen Martin, Philipp Schmitt, Diego Monteirinho, Robert Schmidt, Peter Rausch, Martin Schneider, Sascha Kopp, Alexander Dierkes
Mittelfeld: Moutalib Anas, Albert Beqiri, Mentor Shabani, Ademi Arlind, Emre Göz, Christian Augustin, Pablo Gessner, Torsten Martin, Bastian Hennemann, Florian Reiter, Sascha Burkhart, Boris Becker
Angriff: Leon Stuppi, Fredy Gonzales Torres, Diego Enache, Lukas Hawrylow, Marius Heldmaier, Christoph Alt, Patrick Schmitt, Christian Beck, , Benedikt Hemmer, Brian Banks, Shkodran Rexhaj, Thorsten Mayer.
Verein
Vorsitzende: Holger Arendt, Steffen Martin (Wiesbach) sowie Steffen Mayer, Ralf Rabung und Horst Engel (Knopp) - Spielleiter: Steffen Mayer und Holger Arendt - Mitgliederzahl: jeweils rund 150.