Homburg Sexuelle Belästigung: Homburger Ex-HNO-Chef freigesprochen
Seit viereinhalb Jahren läuft der Prozess wegen sexueller Belästigung gegen den ehemaligen Chefarzt der Hals-Nasen-Ohren-Klinik (HNO) der Homburger Uniklinik. Der Arzt ist seither vom Dienst suspendiert. Das Landgericht Saarbrücken hat den 57-Jährigen am Mittwoch freigesprochen. Ihm war sexuelle Belästigung zweier Assistenzärztinnen vorgeworfen worden. In erster Instanz war er zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Am Ende hieß es: „Im Zweifel für den Angeklagten“. Die Vorsitzende Richterin sah Hinweise, dass der Angeklagte übergriffig gewesen war – letzte Zweifel blieben für sie bestehen. Zudem äußerten seine mutmaßlichen Opfer widersprüchliche Aussagen zu Tatzeit und -ort. Die Staatsanwaltschaft hat Revision gegen das Urteil eingelegt, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Schardt der RHEINPFALZ. „Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft waren die Taten durch das Ergebnis der Beweisaufnahme nachgewiesen, sodass eine Verurteilung hätte erfolgen müssen“, erklärt Schardt. Gegen den 57-jährigen Medizinprofessor und gegen zwei seiner Anwälte läuft zudem ein weiteres Verfahren „wegen des Anfangsverdachts der Verletzung von Privatgeheimnissen“, so Schardt weiter. Es geht um den Verdacht der Verletzung des Arztgeheimnisses: Im ersten Prozess vor dem St. Ingberter Amtsgericht soll der ehemalige HNO-Chef „ungeschwärzte Unterlagen mit Patientendaten als Anlage zu Beweisanträgen“ vorgelegt haben. Bis zu einer etwaigen rechtskräftigen Verurteilung gilt er als unschuldig.