Zweibrücken
Schulen sind nachhaltig
„Was wir hier umsetzen konnten, waren Dinge, die relativ einfach zu realisieren waren und die wir oft schon praktiziert haben“, sagt Matthias Eifler, zweiter stellvertretender Leiter des Helmholtz-Gymnasiums. So sei seine Schule auf Umweltpapier umgestiegen, biete seit Längerem an Schulfesten Fairtrade-Kaffee an und habe die Cola-Automaten durch einen Wasserspender ersetzt. Die Schüler trügen die Veränderungen mit: „Der Wasserspender ist mittlerweile nicht nur ein Ort, wo man seinen Durst löscht, sondern auch ein sozialer Treffpunkt, der sehr gut angenommen wird“, so Eifler.
Im vergangenen Schuljahr sind zudem viele neue Projekte an der Schule entstanden: Es konnten weit über 1000 Sonnenbrillen für Bewohner der Anden und des Himalaya gesammelt werden, und am Valentinstag gab es Fairtrade-Rosen zu kaufen. Mittlerweile wird auch mit roten Fairtrade-Bällen gekickt.
Wer die Impulse gibt
Viele Impulse kommen von der Arbeitsgemeinschaft „Fridays For Future“ unter Leitung von Elisabeth Schmitt. Die Gruppe gründete sich im Oktober im Zuge der gleichnamigen Protestaktion, an der sich rund 100 Schüler des Gymnasiums beteiligten. Eifler betont den hohen Stellenwert, den Schulen für die gesellschaftliche Herausforderung Klimawandel haben: „Es ist wichtig, dass man diese Problematik kennt und einschätzen kann. Schule hat an dieser Stelle einen klaren Bildungsauftrag und liefert die Informationen und Kriterien, um zu erkennen, dass wir in einer Phase des Klimawandels leben.“
Plakette aus Holz für Mannlich-Realschule plus
Auch die Mannlich-Realschule konnte die Mindestzahl von 450 Punkten aus dem Kriterienkatalog des Ministeriums erreichen und bekam eine in Rheinland-Pfalz fair hergestellte Nachhaltigkeitsplakette aus Holz. „Wir machen seit Jahren viel im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz, daher war uns klar, dass die Auszeichnung auf unsere Schule zutrifft“, sagt Konrektor Marc Sadowski. Für die Auszeichnung dokumentierte seine Schule unter anderem die seit über 30 Jahren bestehende Schulpartnerschaft mit Ruanda, die Fahrrad-AG sowie die Solarstromanlage auf dem Schuldach. Ebenso brachte die von Schülern entworfene Energiespar-Rallye durch die Schulküche Punkte für den Wettbewerb. Das Engagement zum Thema Nachhaltigkeit wirke sich auch auf das Verhalten der Schüler aus. So klappe etwa die Mülltrennung in den Klassenräumen heute viel besser als früher. Und viele Schüler seien von Cola und Capri-Sonne auf Wasser umgestiegen, berichtet Sadowski. Derzeit setzen sich die Schüler aktiv für einen Radweg zur Schule ein und sammeln hierfür Unterschriften.
Insgesamt wurden 46 Schulen in Rheinland-Pfalz für einen nachhaltigen Schulbetrieb ausgezeichnet.