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Schnurr: „Wenn mich der Verband braucht, stehe ich bereit“
Der Saar-Verbandstag, der eigentlich am 10. Juni in Merchweiler hätte stattfinden sollen, ist wegen der Corona-Krise verschoben, vorerst auf Oktober, November. Nicht mehr viel Zeit, um nach geeigneten Personen zu schauen. In der Pfalz ist der angehende Fachinformatiker Pascal Schnurr mit heißer Kandidat für die Nachfolge des beim nächsten Verbandstag ausscheidenden langjährigen Spieltechnikers Josef Lerch. Pascal Schnurr, 22 Jahre, Handballspieler, Schiedsrichter mit Partner Leon Hilzendegen mit Spielen bis zur Männer-Verbandsliga, Staffelleiter, IT-Beauftragter, angehender Fachinformatiker. Und Präsidiumsmitglied des Pfälzer Handball-Verbandes? Der Offenbacher würde den Altersdurchschnitt des sechsköpfigen Gremiums um ein paar Jahre drücken. Er könnte Josef Lerch, der 300 Meter Luftlinie entfernt von ihm wohnt, als Spieltechnik-Chef ablösen. Der 69-Jährige hat Schnurr in Position gebracht.
Der Job des Spieltechnikers
„Er ist technisch viel versierter, er wird sich leichter tun als ich damals“, sagt Lerch, seit 2002 Vizepräsident, über Schnurr. Er kann Schnurr Ratschläge geben (konsequent bleiben, vielleicht mehr delegieren), er kann ihn und andere im Bedarfsfall unterstützen. Er möchte seinem designierten Nachfolger, mit dem er rege im Mail-Kontakt ist, aber so wenig wie möglich reinreden. Wann sein Nachfolger gewählt wird, ist offen. Der Termin jetzt im Juni für den Verbandstag 2020 ist gestrichen.
Was macht ein Spieltechniker überhaupt? Er sei verantwortlich für die Terminplanung, für den Saisonkalender, für die Durchführungsbestimmungen, er sei Chef der Passstelle. Lerch hat inzwischen die Ligen für die nächste Runde veröffentlicht: mit 14 Mannschaften in der Männer-Pfalzliga und 14 Mannschaften in der Männer-Verbandsliga. Über den Spielmodus ist noch nicht entschieden. Über den Start auch nicht. Denkbar: ab 10. Januar mit kleineren Staffeln (zwei 7er statt 14) oder einfacher Runde.
„Die kommende Runde wird deutlich verändert; möglich, dass wir erst im Januar beginnen“, meint Schnurr. Da Mannschaften wohl erst frühestens am 1. September trainieren könnten, sei der normale Rundenbeginn nicht zu schaffen. „Wir planen sämtliche Szenarien voraus.“ Für den breiten Amateursport würde Schnurr eine generelle Lösung vorziehen.
Er hat mit seinem Vater den Internetauftritt des Verbandes modernisiert. „Wäre schön, wenn man mehr Zeit hätte, da haben wir noch Luft nach oben“, sagt er zur Webseite. Die neue Struktur gefällt ihm besser, die vorherige war ihm zu verzwickt. Nachteil: Sie sei dafür ausgelegt, Informationen bereitzustellen, statt relativ viel Komfort zu bieten. Ein Ziel sei beispielsweise eine Bibliothek für jeden mit allen Kontaktdaten, die Mitarbeiter von sich veröffentlicht haben möchten.
Auch Schnurr war gerade eine Zeit lang im Home-Office. Im dritten Jahr der dualen Ausbildung zum Fachinformatiker schreibt er an seiner Abschlussarbeit „Planung und Entwicklung einer Inventarisierungssoftware“, ein Projekt zur Lagerverwaltung . Der Ausbildungsweg habe ihm nach dem Abitur besser gefallen, als gleich ins Informatikstudium einzusteigen.
Im Präsidium schon Gast
Der 22-Jährige spielt selbst noch in der vierten Mannschaft des TV Offenbach, die er auch organisiert. Das würde er zurückstellen. Er begleitet die Präsidiumssitzungen, abstimmen darf er noch nicht. „Manche Situationen erfordern Lösungen. Wenn mich der Verband braucht, stehe ich zur Verfügung“, sagt er.