Zweibrücken Schlechte Chancen für Bierbach
1100 bis 1200 Mitarbeiter haben sich gestern bei der Betriebsversammlung von Terex in Zweibrücken versammelt. Ralf Cavelius von der IG Metall spricht im Nachgang von einer emotional aufgeladenen Stimmung und vielen offenen Fragen.
Wichtigster Punkt der gestrigen Tagung: Laut Cavelius hat Klaus Beulker, Geschäftsführer von Terex in Zweibrücken, geäußert, er sehe eine Chance, die geplanten Änderungen im Unternehmen ohne betriebsbedingte Kündigungen durchzubringen. „Das ist aber alles noch sehr vage. Es gibt viele offene Fragen“, warnte Cavelius immer wieder davor, sich zu schnell auf diese Aussage zu verlassen. Wie mehrfach berichtet, hatte der US-Konzern Terex wegen Millionen-Verlusten im vergangenen Jahr angekündigt, 250 bis 500 der 1600 Stellen in Zweibrücken zu streichen und das Werk in Bierbach zu schließen. Nun wolle die IG Metall schleunigst mit Verhandlungen beginnen, so Cavelius. Derzeit suche man einen passenden Termin für ein Treffen zwischen Betriebsrat, IG Metall und dem Unternehmen. Es scheint, sagte Cavelius gestern Abend, als hätten die Kundgebung am vergangenen Mittwoch (wir berichteten am 23. März) und die Betriebsversammlung zumindest einen gewissen Eindruck bei den Verantwortlichen im Unternehmen hinterlassen: Diese hätten sich „scheinbar ein bisschen bewegt“. Die Stimmung auf der gestrigen Betriebsversammlung sei „hoch angespannt“ gewesen. Rund 1100 bis 1200 Mitarbeiter seien gekommen. Nicht nur die Betriebsräte, auch die übrigen Mitarbeiter hätten zahlreiche Fragen gestellt, die nicht immer zufriedenstellend beantwortet werden konnten. „Die Leute waren sehr aufmerksam, es gab immer wieder Zwischenrufe, Buhrufe oder Applaus. Das ist ungewöhnlich“, beschreibt Cavelius die Atmosphäre auf der Versammlung. Für die Überlebenschancen des Werkes in Bierbach sieht der Gewerkschafter schlechte Chancen. „Das scheint für mich ein Dogma zu sein“, sagte er auf Nachfrage. Die Unternehmensleitung scheine auf weitreichende Änderungen am Standort Bierbach zu bestehen – was in letzter Konsequenz die Schließung des dortigen Werkes bedeuten könnte.