Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Schilder in der Stadt locken Autofahrer in die Falle

Wer hier von rechts kommt, kann nicht sehen, dass er gar nicht in die Bergstraße einfahren darf.
Wer hier von rechts kommt, kann nicht sehen, dass er gar nicht in die Bergstraße einfahren darf.

Nicht gerade reibungslos fließt der Verkehr nahe der Baustelle in der gesperrten Alten Ixheimer Straße. Autos biegen falsch herum in die Bergstraße und in die Fruchtmarktstraße ein. Auch die Ampel an der Ecke Max-/Alte Ixheimer Straße verwundert.

„Ich habe am Dienstag gleich zweimal beobachtet, wie Ortsfremde aus der Bergstraße in die Alte Ixheimer abgebogen sind, dort gewendet haben und dann nach rechts falsch herum wieder in die Bergstraße eingebogen sind. Einmal ist ein Auto dort sogar rechts gefahren in die Fruchtmarktstraße, ebenfalls entgegen der Fahrtrichtung“, berichtet ein Leser der RHEINPFALZ.

Richtet der Umwelt- und Servicebetrieb (UBZ) in der Stadt eine Baustelle ein, ist er dort für die Beschilderung zuständig. Doch auf Nachfrage sagt Christian Meyer, Bautechniker Tiefbau beim UBZ: „Die Bauarbeiten in der Alten Ixheimer Straße erledigt eine private Baufirma. Die macht auch die Beschilderung. Diese wird dann vom Ordnungsamt genehmigt.“ Bestätigt wird dies von Klaus Stefaniak, dem Leiter des Zweibrücker Ordnungsamts: Die Baufirma habe einen Beschilderungsplan eingereicht, der dann vom Ordnungsamt genehmigt wurde. Auf das aktuelle Verkehrsproblem angesprochen, sagt er: „Ich bin froh, dass wir solche Hinweise direkt bekommen und reagieren können. Das ist besser, als es bloß in sozialen Netzwerken breitzutreten.“

Verunsicherte Autofahrer

Fahren Ortsunkundige aus der Sackgasse Alte Ixheimer Straße zurück in Richtung Daimlerbrücke, können sie kaum erkennen, dass sie nicht mehr zurück in die Bergstraße dürfen. Denn das „Einfahrt verboten“-Schild an der Ecke des Urfa-Dönerladens ist aus Richtung Baustelle kaum sichtbar. Am unteren Ende der Bergstraße angekommen, sehen Ortsfremde nicht, dass sie nicht rechts in die Fruchtmarktstraße abbiegen dürfen. Denn dort steht kein Schild. Beides bestätigt Klaus Stefaniak. Er verspricht, sich zu kümmern und der Baufirma zu sagen, dass mindestens ein Zusatzschild nötig ist, um die Einfahrt aus der Alten Ixheimer- in die Bergstraße zu verhindern. „Da muss eine klare Beschilderung hin, dass es nur geradeaus geht, in Richtung Lützelstraße. Da wird nachgebessert“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Vor Ort hat die RHEINPFALZ am Donnerstagmorgen, 28. April, mehrere verunsicherte Autofahrer gesehen. Einer mit Zweibrücker Kennzeichen merkte erst an der Kreuzung Berg-/Alte Ixheimer Straße, dass letztere in linker Richtung eine Sackgasse ist. Er wollte zurückrollen und dann doch lieber nach rechts fahren. Deshalb mussten in der engen Bergstraße drei nachfolgende Autofahrer ihrerseits zurückrollen. „An der Einmündung sollte das Sackgassenschild klar erkennbar sein. Das hat bei Einrichtung der Beschilderung und unserer Kontrolle auch dort gestanden“, sagt Stefaniak: „Aber manchmal werden Schilder verschoben, weil sie Leuten nicht passen.“ Das Sackgassenschild war tatsächlich da, nämlich vor dem Eingang zum ehemaligen Scala-Kino. Allerdings stand es in Richtung Daimlerbrücke und war für Autofahrer aus der Bergstraße unmöglich zu erkennen. Ein weiteres Schild in der Bergstraße („Baustelle – Verkehrsführung geändert“), auf dem Gehweg vor Urfa Döner, wurde am Morgen von einem großen Handwerkerbus verdeckt. Der stand vorschriftsmäßig auf dem rechten Parkstreifen.

Was es mit der Ampel an der Ecke Maxstraße auf sich hat

Es verwundert auch, dass die Ampel an der Ecke Max-/Alte Ixheimer-/Landauer Straße immer noch eingeschaltet ist. Denn weder von vorn noch von rechts können Autos kommen. Beide Straßen sind ja gesperrt. Autofahrer aus der Lammstraße können nur nach links in die Landauer Straße abbiegen.

Als Netzmeister fürs Stromnetz ist Frank Endmann bei den Stadtwerken für die Ampeln zuständig. Endmann räumt ein, dass die Situation für Autofahrer tatsächlich einfach ist. Doch die Ampel regle auch den Fußgängerverkehr. „Dort laufen viele Fußgänger über die Straße. Auch ältere, die zum Beispiel aus dem Mehrgenerationenhaus kommen.“ Autos und Fußgänger haben dort gleichzeitig Grün; Autofahrern wird ein blinkendes Fußgängersymbol angezeigt. Für die Fußgänger habe man die Ampel eingeschaltet gelassen. Zwar habe man eine mobile Ampelstellung in Erwägung gezogen, doch die wäre zu teuer gewesen.

Die Ampel in der Maxstraße bleibt weiterhin eingeschaltet – wegen der Fußgänger.
Die Ampel in der Maxstraße bleibt weiterhin eingeschaltet – wegen der Fußgänger.
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