Sportsfreunde Schalke-Fan aus Zweibrücken: Heinrich Grim setzt auf Bodenständigkeit der Königsblauen

Schalker durch und durch: Heinrich Grim freut sich auf die anstehende Erstliga-Saison − und ist trotzdem demütig.
Schalker durch und durch: Heinrich Grim freut sich auf die anstehende Erstliga-Saison − und ist trotzdem demütig.

Ausgerechnet auf dem Betzenberg wurde „Heiner“ Grim vor vielen Jahren zum Knappen-Fan. Seitdem schlägt sein Herz blau-weiß. Auch welches Derby er sich besonders freut.

Heinrich Grim wurde ausgerechnet beim ersten Bundesliga-Abstieg des FC Schalke 04 zum Fan der Knappen. Mehr als 40 Jahre später freut er sich über die Rückkehr „seines“ Vereins in die Erste Liga – und blickt trotz aller Euphorie mit der für Schalke typischen Bodenständigkeit auf die neue Saison.

Heinrich Grims Liebe zu Schalke 04 begann auf dem Betzenberg. „Das war in der Saison 1980/1981“, erinnert er sich. Am letzten Spieltag dieser Saison saß Grim zusammen mit seinem Vater im Kaiserslauterer Gästeblock. Die Knappen sind damals erstmals in ihrer Vereinsgeschichte abgestiegen – nach einer 0:2-Niederlage bei den Roten Teufeln. „Ich stand mittendrin zwischen den weinenden Fans. Da war mir klar: Ich werde Schalker.“

„Kein Schickimicki, sondern Pils und Bratwurst“

Sprung in die Gegenwart. Schalke 04 hat den Aufstieg geschafft, spielt nach gefühlt drei langen Jahren in der Zweiten Bundesliga nun ab Sommer wieder erstklassig. „Dass die jetzt diese Saison spielen, hätte keiner erwartet“, blickt „Heiner“ Grim auf die abgelaufene Spielzeit zurück. Schalke-Trainer Miron Muslic hat für ihn etwas Heldenhaftes geschafft. Die Mannschaft spiele wieder guten Fußball, kämpfe und zeige Einsatz.

Der Ersten Liga blickt der Zweibrücker demütig entgegen. Die Mannschaft und die Schalker tun das ebenso, weiß er. „Ich bin nicht nur ein Fan. Ich bin Schalker“, verdeutlicht Grim seine Verbundenheit zum blau-weißen Team. Dahinter steckt eine tiefe Verbundenheit, eine Lebenseinstellung, kein bloßes Sehnen nach Fußball-Erfolgen. „Auf Schalke gibt es kein Schickimicki, da gibt es Pils und Bratwurst.“ Der Verein ist ein Kumpel- und Malocherclub. Dieser Zusammenhalt ist für Grim einzigartig.

Dieses Mal klappt es in der Ersten Liga, ist Grim sicher. Vorerst würde er seine Knappen am liebsten im Mittelfeld sehen. Gleich wieder international zu spielen, das muss noch nicht sein. Mit weiterem Blick über den Tellerrand würde sich der selbstständige Metzgermeister dennoch freuen, wenn es wieder einmal in der Europa League oder Champions League gegen Arsenal London, Real Madrid und den FC Barcelona geht.

Dunkle Arena auf Schalke und das Steigerlied

Aber da gibt es noch einen lokalen Zweitligisten, der den Aufstieg gepackt hat: die SV Elversberg. „Ich finde das richtig cool“, freut sich Grim. Beim Aufstiegsspiel gegen Preußen Münster (3:0 für Elversberg) war er im Stadion auf der Kaiserlinde dabei. „Ich traue der SVE auch sehr viel zu. Allein schon, weil die auf dem Boden geblieben sind. Wenn man dort im Stadion ist, fühlt sich das noch an wie bei einem A-Klasse-Spiel. Das ist deren Geheimnis.“

Über einen FCK-Aufstieg hätte sich Grim ebenfalls gefreut. Nicht aber, weil er Lautern-Fan ist, sondern weil er es seinen zahlreichen Betze-Freunden gewünscht hätte. „In meiner Brust schlagen keine zwei Fußballherzen. Mein Herz bleibt blau-weiß“, verdeutlicht Grim.

Den Namen „BVB“ nimmt Grim nicht in den Mund

„Letzte Saison habe ich sechs Spiele auf Schalke gesehen.“ Knackpunkt: Die Tickets für die Veltins-Arena in Gelsenkirchen sind knapp. Kommt man aber an eine Karte, dann ist laut Grim das Fan-Erlebnis einzigartig: „Wenn man dann noch auf einem Abendspiel ist, die Arena stockdunkel wird, man nur noch die Handylichter sieht und alle gemeinsam das Steigerlied singen – da bekommt man Gänsehaut.“ Für Grim zeigt das die Verbundenheit der Schalker zu ihrer Region und den Respekt vor den Bergleuten. „Und auch die Choreos der Fanclubs sind sensationell.“

In der kommenden Saison will der 55-Jährige möglichst viele Spiele sehen. Ganz oben auf seiner Wunschliste: ein Ticket für das Spiel gegen den BVB. Grim: „So ein Derby ist cool. Ich mag generell lieber die klassischen Duelle. Ich bin eben ein Fußball-Romantiker.“ Zugegeben: Die Namen „BVB“ oder „Borussia Dortmund“ hat Grim im Gespräch mit der RHEINPFALZ nicht in den Mund genommen. „Wir sagen: gegen den Verein aus Lüdenscheid-Nord“, erklärt er. Zwischen beiden Teams gibt es eine weit zurückreichende Feindschaft. Im Gegenzug nennen die Dortmunder die Schalker „Herne-West“.

Grim: „Schalke ist ein schlafender Riese“

So sehr sich Grim über den Aufstieg freut, so realistisch ist er mit Blick auf die finanzielle Situation seines Vereins. Die Knappen sind mit mehr als 100 Millionen Euro hoch verschuldet. „Das ist wie beim FCK noch aus einer Zeit, in der man größenwahnsinnig war“, kritisiert Grim. Er ist sich aber sicher: Seine Knappen haben international einen Namen. „Schalke 04 ist ein schlafender Riese.“

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