Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Sandmalerin Irina Titova kommt nach Pirmasens und Kusel

Irina Titova lässt Sand auf eine Glasplatte rieseln...
Irina Titova lässt Sand auf eine Glasplatte rieseln... Foto: Ch. Göbler

Die aus Moskau stammende Sandkünstlerin Irina Titova (30) entführt ihr Publikum am Donnerstag in der Pirmasenser Festhalle „In 80 Bildern um die Welt“. Es sind Bilder, humorvoll und mit einem Augenzwinkern, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Über diese aufregende Weltreise, bei der die Protagonisten aus Sand viele Abenteuer erleben, Wahrzeichen besuchen und Weltwunder bestaunen, sprach Christian Hanelt mit Irina Titova.

Wie kamen Sie auf die Idee, Sandkunst herzustellen?
Ich habe während meines Studiums viel mit autistischen und tauben Kindern im künstlerischen Bereich gearbeitet. Da habe ich festgestellt, dass der Sand das beste grafische Material ist, mit dem ich je gearbeitet habe. Wenn du mit Sand arbeitest, gibt es nur den Sand und deine Hände. Man malt dann das Bild nicht nur, man fühlt es. Das ist ganz unmittelbar. Unsere Hände sind das perfekte Instrument. Und so habe ich mich vor ein paar Jahren entschieden, die künstlerische Arbeit mit Sand zu meiner Hauptbeschäftigung zu machen.

Haben Sie eine Botschaft?
Ja, natürlich. Wer Kunst macht, muss auch eine Botschaft haben, sonst ist es keine Kunst und ergibt keinen Sinn. Aber da muss ich etwas weiter ausholen: Die Frage, die ich am häufigsten gestellt bekomme, lautet: „Bedauern Sie nicht, dass Ihre Kunst so flüchtig ist, dass am Ende der Show nichts bleibt?“ Von meinen Bildern kann man sich vielleicht ein Foto machen, aber dann verschwinden sie auch schon wieder, selbst wenn sie noch so schön sind. Ich bedaure das nicht, denn wir leben jetzt, nicht in der Vergangenheit und nicht in der Zukunft. Wir verlieren wir mehr und mehr die Fähigkeit, uns wirklich auf etwas zu konzentrieren. Alles ändert sich andauernd, du kannst niemals einen Moment wiederholen. So ist es auch mit meinen Bildern. Sie verbinden mich mit den 500 oder 600 Besuchern einer Show, denn nur wir sehen an diesem Abend in diesem Moment dieses einzigartige Bild. Das ist ein sehr intimer Moment. Wenn man sich darauf konzentriert, werden die Bilder ewig in Erinnerung bleiben. Diese Bilder sind wie ein Schmetterling, der auch nur einen Tag lebt. Ich bin glücklich, wenn die Leute in diesem kreativen Moment ganz bei sich sind.

Ihre Show nennt sich „In 80 Bildern um die Welt“ ...
Jules Vernes Buch „In 80 Tagen um die Welt“ kennt wohl jeder. Auch bei mir geht es um das Reisen – durch die Welt und die Geschichte. So wird diese Show sicher für alle interessant, die wie ich gerne reisen. Nach einer Show kam einmal ein Mann zu mir und sagte, bisher sei er noch nicht so viel in der Welt herum gekommen, aber jetzt werde er sich das fest vornehmen. Das ist doch das beste Kompliment, das ich bekommen kann.

Welche Rolle spielt die Musik?
Die Musik ist sehr wichtig. Zumal die Musik sehr gut zu den Bildern – Cat Stevens zum Beispiel. Es ist für mich wie ein kleines Woodstock.

Verwenden Sie besonderen Sand?
Ja, es ist ein Sand, den ich mir selbst zusammenmische. Für eine Performance brauche ich etwa drei Kilo.

Gestalten Sie Ihre Bilder nach einer Vorlage – einem Foto zum Beispiel?
Zuerst überlege ich, was ich überhaupt darstellen möchte. Dann schaue ich mir Fotos oder Illustrationen dazu an. Irgendwann habe ich dann die Konturen im Kopf und kann sie auf der Bühne beim Erschaffen meiner Bilder abrufen. Letztlich ist es wie ein Spiel mit den Formen.

Termine & karten

  • Pirmasens: 30. Januar, 20 Uhr,

    Festhalle, Karten: 19,90 Euro

    kultopolis.com, Telefon 0651/9790770

  • Kusel: 31. Januar, 19.30 Uhr,

    Fritz-Wunderlich-Halle, Karten: 24 Euro, ermäßigt 20 Euro, in Kusel im Bürgerbüro, Telefon 06381/424496, reservix.de

... das wird auf eine große Leinwand übertragen.
... das wird auf eine große Leinwand übertragen. Foto: Titova
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