Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Rosenhändler auf dem Zweibrücker Gartenmarkt: „Eine Rose kann 100 Jahre alt werden“

Rosenhändler Wolfgang Körtge ist bundesweit auf Gartenmärkten unterwegs. Eine seiner Lieblingsrosen ist die Bukavu.
Rosenhändler Wolfgang Körtge ist bundesweit auf Gartenmärkten unterwegs. Eine seiner Lieblingsrosen ist die Bukavu.

Auf dem Rosen- und Gartenmarkt in Zweibrücken erläutert Händler Wolfgang Körtge, welche Rosen-Trends es gibt und wann eine Rose zum Rundum-sorglos-Paket wird.

Herr Körtge, Sie kommen aus Vellmar in der Nähe von Kassel. Was verschlägt Sie mit ihrem Rosenstand auf den Rosen- und Gartenmarkt in Zweibrücken?
Wir sind bundesweit auf solchen Märkten unterwegs mit unseren Rosen. Wir haben ein ausgefallenes Sortiment – und hier im Rosengarten ergibt sich das perfekt.

Was macht Ihr Sortiment ausgefallen?
Wir bieten Sorten an, die es sonst nicht gibt. Zum Beispiel die Moschata-Hybride: Das sind einfache, naturnahe Rosen, die sehr beliebt sind.

Ehrlich gesagt: Ich habe keinen grünen Daumen, zu Hause aber einen Garten – und mir gefallen Rosen. Welche Sorten empfehlen Sie einem Anfänger wie mir?
Das kommt darauf an, wie groß die Rose werden soll: Wollen Sie eine Rose, die irgendwo hochklettert, soll die Rose klein bleiben oder eine Strauchrose sein? In vielen Klassen gibt es anfängerfreundliche Rosen.

Was macht eine Rose anfängerfreundlich?
Dass sie robust ist. An sich ist die Rose pflegeleicht. Und wenn die Pflanze von der Blattgesundheit so ist, dass Sie nichts dran machen müssen, ist sie ein Rundum-sorglos-Paket. Es gibt Sorten, die fast keinen Schnitt brauchen. Eine Edelrose wird eine Handbreit über der Erde abgeschnitten. Das ist auch leicht, das bekommt ein Laie auch hin.

Gibt es bei Rosen Trends?
Natürlich. Wie die gemacht werden, kann ich nicht sagen. Wir sind keine Züchter, sondern Vermehrer. Wir haben bei dem Züchter einen Vertrag dafür. In Deutschland gibt es drei große Züchter. Es gibt Farbtrends. Aktuell ist alles gefragt, was ins Lila geht. Großes Zuchtziel ist aber auch, dass wir gesunde Sorten haben.

Zweibrücken ist die Rosenstadt. Geht bei Ihnen als Rosenhändler dann das Herz auf?
Ja sicher, gerade wenn wir hier im Rosengarten gucken und auch mal die ausgewachsenen Rosen sehen. Wir sehen die ja normalerweise nur in den Töpfen. Und wenn man dann mal alte Pflanzen erblickt, ist das sehr schön.

Wie alt sind denn die großen, ausgewachsenen Rosen?
Eine Rose kann ohne Probleme 100 Jahre alt werden. Das gilt für die großwachsenden Rosen. Edelrosen haben eine Haltbarkeit von 20 bis 30 Jahren.

Ich habe mal gehört, durch den Klimawandel blühen die Rosen mehrmals im Jahr.
Das kommt darauf an, welche Sorten Sie haben. Es gibt einmal die Rosen, die werden nie häufiger als einmal blühen. Es gibt aber auch mehrfach blühende. Jetzt blüht es etwas früher, dadurch kann es vorkommen, dass man einen dritten Flor bekommt, je nachdem, wann der Frost einsetzt. Mein Sohn zum Beispiel hatte am 25. Dezember seine Taufe. Da hatten wir noch Freilandrosen vom Feld gepflückt. Die waren zwar in der Farbe nicht mehr allzu original, aber Freilandrosen vom Feld.

Sind Sie vorm Start des Gartenmarktes noch durch den Rosengarten geschlendert, haben sich die Pflanzen angeguckt?
Das mache ich immer. Man hat immer ein offenes Auge dafür.

Haben Sie eine persönliche Lieblingsrose?
Mehrere. Bei den Zwergrosen ist es die Giesebrecht. Die blüht erst, dann wird sie grün wie eine Hortensie, hält die Blütenblätter fest. Nachher bekommt sie noch einen schönen Hagebutten-Schmuck. Sie wird 40 bis 50 Zentimeter hoch, ist sehr dankbar und blattgesund. Bei den Strauchrosen ist Bukavu mein Favorit – benannt nach der Stadt im Kongo. Der Züchter ist ein Belgier, der Kongo war eine belgische Kolonie, und der Züchter unterstützte da ein Krankenhaus. Für mich ist das eine der schönste Moschata-Hybride, die ich kenne.

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