Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Rosengarten: Mehr Besucher als in manchen Jahren ohne Corona

Der Rosengarten macht Winterpause und öffnet im April wieder. Das ist der Monat in dem die Magnolien blühen – wie hier die große
Der Rosengarten macht Winterpause und öffnet im April wieder. Das ist der Monat in dem die Magnolien blühen – wie hier die große Magnolie am Teich.

Über 100.000 Besucher kamen dieses Jahr in den Zweibrücker Rosengarten – trotz Corona. Das liegt an den vielen Veranstaltungen, deutlich mehr Dauerkartenbesitzern und am Garten selbst. Der wird sich in den kommenden Jahren verändern.

Der Rosengarten hat sein zweites Coronajahr mit Bravour gemeistert und fast so viele Gäste angezogen wie zu normalen Zeiten. Mit dazu beigetragen hat, dass mehr Veranstaltungen möglich waren als im Vorjahr. Das gärtnerische Gesamtkonzept tat sein Übriges, die Freunde von Rosen und mehr zu begeistern.

Exakt 104.744 Besucher zählte der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ), der Betreiber des Gartens, bis einschließlich 1. November. Das teilte Daniel von Gyldenfeldt, beim UBZ zuständig für den Rosengarten, auf Anfrage mit. Damit sei man „absolut zufrieden“, bilanziert von Gyldenfeldt. Solche Zahlen habe man in manchen Jahren ohne Corona nicht gehabt.

Die magische Marke von 100.000 Besuchern übersprungen

Die Anzahl der Besucher habe 2014 – zum 100. Jubiläum – nach etlichen weniger guten Jahren erstmals wieder die magische Marke von 100.000 übersprungen und diese seitdem nicht wieder unterschritten. Nur im vergangenen Jahr sei die Besucherzahl pandemiebedingt auf 80.000 Besucher zurückgegangen, fasst von Gyldenfeldt zusammen.

„Von den Veranstaltungen her ging dieses Jahr mehr, wir hatten das SWR-Sommerfestival, den Herbst- und Gartenmarkt, einen Rosentag, fünf Picknicke im Park, Marcel Adam war da, und die Stadtkapelle hat gespielt, wenn auch nicht wie sonst zum Saisonauftakt, sondern erst im September“, zählt von Gyldenfeldt auf. Einzig auf den Rosen- und Gartenmarkt Anfang Juni habe man verzichten müssen, zu groß seien die Beschränkungen gewesen. Sogar Busse seien in diesem Jahr wieder da gewesen, 22 insgesamt, darunter ein Bus aus Belgien und einer aus Luxemburg. Voll besetzt hätten diese natürlich nicht sein dürfen, aber immerhin. Im Vorjahr war kein einziger Bus gekommen.

Wer eine Jahreskarte hat, kommt auch im Winter rein

Erfreulich entwickle sich die Zahl der Jahreskartenbesitzer, so von Gyldenfeldt, hier habe die Zahl in den letzten zehn Jahren „deutlich gesteigert“ werden können auf nun rund 5500. Jahreskartenbesitzer haben laut von Gyldenfeldt auch außerhalb der Saison Zutritt zum Garten über das Drehkreuz am hinteren Eingang. Karten können beim UBZ fürs nächste Jahr verlängert werden; neue Jahreskarten für die kommende Saison kann man ebenfalls beim UBZ erwerben. Diese startet am Sonntag. 3. April.

Ein SWR-Sommerfestival soll es im kommenden Jahr nicht geben, aber Termine für alle anderen Veranstaltungen seien schon festgelegt, sagt von Gyldenfeldt: „Wir hoffen, dass sich bis dahin wieder alles normalisiert.“ An Großveranstaltungen plane man die beiden Gartenmärkte sowie die Rosentage, Picknicke im Park, und auch Marcel Adam sei wieder im Programm. Die Eintrittspreise bleiben gleich. „Mehr Veranstaltungen wollen wir auch nicht haben, es soll ja nicht nur ein Veranstaltungsort sein, sondern ein Garten“, betont von Gyldenfeldt.

Mehr Stauden, neue Bäume

Um diesen kümmert sich Heiko Hübscher als gärtnerischer Leiter. Er will den Garten vor allem eins: dem gewandelten Klima anpassen. Stauden spielen dabei eine große Rolle, so Hübscher: „Die Staudenflächen sollen erweitert werden.“ Geplant seien Stauden auf Brachflächen und auf der Wiese. Außerdem sollen laut Hübscher Kulturbienenvölker Einzug halten und neue Bäume gesetzt werden, die dem Klima standhalten. „Wir haben auch eine alte Birke im Garten, die wir die ganzen Jahre schnitten, damit sie erhalten bleibt, doch jetzt ist die Faulstelle einfach zu groß“, erzählt Hübscher. Rechts und links der Birke habe man aber für Nachpflanzungen gesorgt, die schon halb so groß seien wie die Birke. Ein Garten sei ein „lebendiges Objekt“, gibt Hübscher zu bedenken, er verändere sich ständig, erfahre eine prächtige Entwicklung und nicht selten Lob, etwa für die neuen Rosen-Stauden-Pflanzungen, müsse aber auch mit Rückschlägen zurechtkommen wie dem Verlust von Bäumen.

Mit den Ideen, die er im Garten umsetzen möchte, hat sich Hübscher bei der Fördermaßnahme „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ beworben. Dazu mussten Fotos, Entwürfe und die fachliche Beschreibung eingereicht werden. Hübscher: „Wir haben uns mit fünf Teilprojekten beworben, und die wurden alle fünf genommen.“ Allerdings müsse die Umsetzung der Projekte zu Jahresanfang in einer zweiten Runde vorgestellt werden, und erst dann entscheide das Gremium, wer Mittel aus dem Fördertopf erhält. Dabei seien auch Nachweise zu erbringen, dass das Klima durch die Maßnahmen tatsächlich verbessert werde, so Hübscher.

x