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Rolf Miller sorgt für laute Lacher
In kurzen Hosen und T-Shirt sowie Turnschuhen betritt der 1967 in Walldürn geborene Kabarettist Rolf Miller die Bühne und setzt sich typisch für sein Programm breitbeinig auf den einzigen Stuhl auf der Bühne. Frontalunterricht mit Lachen sozusagen. Dabei erinnert Miller stark an Heinz Becker, die Figur des kleinbürgerlichen Saarländers, die Gerd Dudenhöffer (74) so populär gemacht hat. So erzählt Miller wie auch Heinz Becker im Dialekt, diesmal ist es der Odenwälder Zungenschlag. Die Themen ähneln sich, sie liegen auf der Straße, sie spielen sich im Zwischenmenschlichen genauso ab wie in der großen Politik, die beide Kunstfiguren kritisch hinterfragen. Ein wenig Fußballweisheiten und vermeintliche Autokenntnisse dazugemischt, Männergespräche halt.
Beide Figuren nutzen als Kunstgriff vermeintliche sprachliche Tollpatschigkeit. Bei Millers neu bestelltem Auto ist beispielsweise die „Windschutzscheibe ins Display integriert“, wobei das Auto wohl auch Millers Fluchtfahrzeug vor dem scheinbar gefährlichen Zuhause ist. „Kommsch hemm, denksch an nix Blödes, schteht e kompletti Familie vor Dir. Das will ja auch niemand“, erzählt er und sorgt für laute Lacher damit. Was verständlich ist, da er zuvor bereits von seinem straffälligen Jüngsten erzählt hat.
Intelligentes Dummgeschätz
Der 57-jährige Rolf Miller verwechselt Namen, Begriffe und Worte, erschafft so sprachliche Pointen, die von den teils absurden Inhalten flankiert werden und dadurch Lacher in Reihe produzieren. Dabei ist Miller Minimalist. Wie Heinz Becker. Ein Stuhl, intelligent durchdachtes Dummgeschwätz, fertig. Mehr braucht der Odenwälder nicht, um sein Publikum ab dem ersten Moment voll im Griff zu haben. Miller vergleicht Handball mit Fußball, wobei Handball den Kürzeren zieht, spottet über die Grünen und Windkraft, E-Autos und verhunzt die automobile Hybrid-Technik zu „Hybrix“, was phonetisch nahe am Wort „Hybris“ liegt. Wohl nicht ohne Absicht.
Der Wortspieler lässt Sätze als Halbsätze enden, offenbart damit gedankliche Brüche, die auch dem Publikum nicht fremd sind, und sorgt so für Komik. Zur Innenministerin Faeser, die mit Regenbogenbinde bei der Fußball-Weltmeisterschaft erschien, sagt er: „Deutsche Außenpolitik mit Armbinde, da muss man aufpassen. Das ist ein ganz schmaler Spagat“. Aber einer, den der Wortkünstler mühelos meistert in seinem abendfüllenden und trotzdem kurzweiligen Programm.